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Lotus-Chefingenieur Alan Permane exklusiv

"In Kurven schneller als Williams & McLaren"

Romain Grosjean - GP Malaysia 2014 Foto: xpb 24 Bilder

In Malaysia hat Lotus zum ersten Mal dieses Jahr ein Rennen beendet. Die Zielankunft von Romain Grosjean zählte nach dem pannenreichen Saisonauftakt von Lotus wie ein Sieg. Es wären sogar WM-Punkte möglich gewesen, erzählte Lotus-Einsatzleiter Alan Permane im Gespräch mit auto motor und sport.

01.04.2014 Michael Schmidt
Wie hat sich die erste Zielankunft in Malaysia angefühlt?

Permane: Für uns ist es ein großer Schritt. Es ist nicht das, wo wir hin wollen. Über Platz 11 freuen wir uns normalerweise nicht. Aber es gibt jetzt einen Funken Hoffnung. Die Zwischenzeiten im zweiten Sektor haben uns gezeigt: Unser Auto ist schnell in den Kurven. Schneller als ein Williams oder ein McLaren. In den beiden anderen Sektoren sehen wir noch Defizite, vor allem in den Bremszonen. Wir haben ein ordentliches Auto, hinken aber mit der Antriebseinheit hinterher. Auch gegenüber anderen Renault-Teams. Aber das ist unsere Schuld.

Warum?

Permane: Es hat mit der Kühlung des Turboladers zu tun. Wir arbeiten daran. Das sind die Symptome unseres späten Teststarts mit dem Auto. Wir sind von der Zeit einfach hinten dran und haben bei den frühen Testfahrten die Gelegenheit verpasst, die Probleme zu erkennen und sie auszusortieren. Wir werden einen Entwicklungsschritt bei der Antriebseinheit in Bahrain machen, einen größeren in China und dann noch einen in Spanien.

Das Training in Malaysia begann wieder mit Problemen. Wo kam die Zuverlässigkeit so plötzlich her?

Permane: In Australien gingen an beiden Autos die Antriebswelle der MGU-K ein. Das ist ein Renault-Teil. Wir hatten hier in Malaysia eine neue Spezifikation. Der Rest waren Maßnahmen, um dem Motor das Leben zu erleichtern. Sanftere Schaltmanöver, weniger Vibrationen im Antriebsstrang, modifizierte Motorkennfelder, Neuprogrammierung der Boxengassen-Drehzahl, bessere Kontrolle der Drehzahl vor dem Losfahren.

Man hört, dass es bei Renault immer noch Probleme mit dem direkten Leistungstransfer der MGU-H in die MGU-K gibt.

Permane: Es stimmt, da gibt es noch Nachholbedarf. Das schmerzt, denn es ist Power zum Nulltarif. Aber auch vom Motor selbst könnte noch mehr Leistung kommen. Wir liegen in Bezug auf die Antriebseinheit noch hinter den anderen Renault-Teams. Wenn wir mal auf deren Niveau kommen, machen wir einen großen Schritt.

Was können Sie in Bezug auf die Antriebseinheit tun? Die ganze Installation umbauen?

Permane: Wir müssen nicht alles unter der Verkleidung umbauen. Da wird ein Kühler größer, dort ein anderer kleiner gemacht. Je nachdem, was die einzelnen Elemente der Antriebseinheit brauchen. Wir befinden uns noch im Lernprozess. Ich nehme an, das ist genau der Schritt, den Red Bull zwischen dem Bahrain-Test und Melbourne gemacht hat.

Während einer Renndistanz lernt man viel über das Auto. Wie gut ist der Lotus E22?

Permane: Wir haben zum ersten Mal etwas über die Behandlung der neuen Pirelli-Reifen gelernt, wie sich das Auto mit unterschiedlichen Tankfüllungen anfühlt, und wie der Abtrieb verteilt ist. Romain hat uns gesagt, dass er mit dem generellen Abtrieb zufrieden ist, aber noch nicht mit der Charakteristik. Beim Einlenken reißt der Anpressdruck hin und wieder ab. Mit dem Feintuning der Bremsbalance stehen wir noch am Anfang. Jetzt haben wir Daten von Melbourne und Sepang. Das wird uns helfen, weiter an der Bremskraftverteilung zu arbeiten. Romain wird mit seinem Originalsitz zurück in die Fabrik fliegen und am Simulator das Bremssystem testen, damit wir es perfekt auf seinen Fahrstil abstimmen können.

Ist es sinnvoll, das Auto zu entwickeln, solange man noch Probleme mit dem Motor hat?

Permane: Wir müssen parallel entwickeln. Sonst kommen wir nicht vorwärts. Die großen Schritte werden von der Antriebseinheit kommen. Aber wir werden deshalb die Aerodynamikentwicklung nicht aufgeben.

Was ist mit Pastor Maldonado passiert?

Permane: Er hatte ein Problem mit Zuleitungen zum Turbolader. Ein Fehler von uns. Etwas Ähnliches passierte Romain am Ende des Rennens. Deshalb mussten wir die Motorleistung runterfahren. Eine Runde mehr, und Räikkönen wäre vorbeigekommen.

Das heißt, Punkte wären möglich gewesen?

Permane: Auf jeden Fall. Wir waren schneller als Kvyat im Toro Rosso, weil unsere Reifen besser in Schuss waren. Bei Grosjean kam zum Schluss noch ein zweites Problem hinzu. In Runde 48 brach ein Teil des Unterbodens ab. Das hat ihn 20 Punkte Abtrieb gekostet. Danach war das Auto unfahrbar.

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