Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Lotus-Chefingenieur Alan Permane

"Für 2013 nicht mehr viel in der Pipeline"

Alan Permane - Lotus 2013 Foto: Lotus 27 Bilder

Lotus bekräftigte am Hungaroring seinen Anspruch auf den WM-Titel. Kann Lotus Red Bull herausfordern? Ist noch Geld für die Entwicklung da? Was läuft bei Romain Grosjean schief? Waren die Strafen für ihn gerecht? auto motor und sport hat sich mit Lotus-Ingenieur Alan Permane unterhalten.

05.08.2013 Michael Schmidt
Kriegt Grosjean endlich die Kurve?

Permane: Er war nicht nur in Ungarn stark. Auch am Nürburgring fuhr er vorne mit. Seit diesen zwei Rennen ist er wie ein neuer Mensch. Innerhalb und außerhalb des Autos. Wir haben ihm nach dem Rennen in Ungarn gesagt: Mach einfach weiter so. Er ist relaxt und lässt sich durch nichts mehr aus der Ruhe bringen.

Waren die Strafen für Grosjean gerecht?

Permane: Sehr hart. So wie die Regeln geschrieben sind, glaubten die Sportkommissare handeln zu müssen. Romain war an Massa vorbei, als er von der Strecke abkam. Charlie Whiting war der Meinung, er habe sich dadurch einen Vorteil verschafft. Er hatte den Vorteil aber schon erlangt, bevor er die Strecke verließ. Sogar Massa fand die Strafe hart. Wenn Romain auf der Strecke geblieben wäre, hätte es eine Kollision gegeben. Man könnte auch sagen: Massa hat ihn von der Strecke gedrängt. Die Sportkommissare konnten sich dieser Argumentation nicht anschließen. Das müssen wir akzeptieren.

Und die Szene mit Button. War die Strafe gerecht?

Permane: Ich glaube ja. Romain hat da einen Fehler gemacht. Aber da war er nicht allein. Massa hat Rosberg in der ersten Runde in Kurve 5 von der Strecke geschoben und kam mit einem blauen Auge davon.

Warum haben Sie Grosjean so früh zum zweiten Stopp hereingeholt?

Permane: Um an Vettel vorbeizukommen. Eigentlich war es umgekehrt geplant. Ein langer zweiter, ein sehr kurzer dritter und ein sehr langer letzter Stint. Weil Romain an Vettel nicht vorbeikam, haben wir alles umgestellt.

Hatten Sie bei Räikkönen auch mit drei Stopps geplant?

Permane: Ursprünglich ja. Aber dann haben wir gesehen, dass er im Verkehr festhängt, und wir haben die Taktik geändert. Wir haben ihn gefragt, ob zwei Stopps möglich sind, und er meinte, dass er sich das zutraue. Runde 42 für den letzten Stopp war ungefähr auch unsere Zielrunde. Wir wollten den letzten Stint etwas kürzer halten als den zweiten. Diese 29 Runden im zweiten Stint waren das Limit für die Reifen.

Wer hat von den neuen Reifen profitiert, wem haben sie geschadet?

Permane: Mercedes hat vielleicht etwas Speed in der Qualifikation verloren, aber im Rennen klar von den neuen Reifen profitiert. Ferrari scheint zurückgefallen zu sein. Red Bull auch ein bisschen. Wir waren im Training näher als sonst an Red Bull dran, und wir waren schneller als sie im Rennen. Für uns hat sich nicht viel geändert. Wenn überhaupt, dann haben wir leicht profitiert.

Könnte sich das Bild ändern, wenn wir zu Rennen mit kühleren Temperaturen kommen?

Permane: Ich glaube nicht, außer es wird richtig kalt. Wir haben inzwischen viel mehr über diese Reifen gelernt und wie man sie bei den unterschiedlichen Bedingungen behandeln muss. In Silverstone haben wir beim Young Drivers Test einiges ausprobiert und haben es sogar geschafft, dass die Reifen Blasen ziehen. Wir haben jetzt die Sicherheit, dass wir überall die Reifen zum Arbeiten bringen können. Vielleicht gibt es noch hier und dort in der Qualifikation Probleme, aber sicher nicht im Rennen.

Warum sind die Lotus so langsam auf der Geraden?

Permane: Wir stimmen unser Auto daraufhin ab. Die Lichtschranken auf den Geraden sagen alles: Wir sind überall die Langsamsten. Abtrieb und Getriebeübersetzung sind auf die optimale Rundenzeit hin getrimmt. Red Bull macht das schon immer so. Ihre Taktik ist simpel: Vorne losfahren, vorne bleiben. Das funktioniert. In Ungarn ist Überholen praktisch unmöglich. Selbst wenn wir das Auto auf 5 km/h mehr Top-Speed abgestimmt hätten, wären wir an keinem vorbeigekommen. Aber die Rundenzeiten hätten gelitten. In Spa und Monza müssen wir das vielleicht umdenken. Da muss man den Überholfaktor mit einkalkulieren.

Ist das ein weiterer Grund, das passive DRS in Spa wieder einzusetzen?

Permane: Es ist gut möglich, dass wir das System wieder einsetzen. Aber aufgepasst. Das passive DRS ist kein Hilfsmittel, um besser überholen zu können. Wir setzen es ein, um die Rundenzeit zu verbessern.

Man hört immer wieder von Geldproblemen bei Lotus. Schläft die Entwicklung jetzt ein?

Permane: Wir haben für 2013 nicht mehr viel in der Pipeline. Was geplant wurde, ist bereits entwickelt und wird bei den entsprechenden Rennen eingesetzt. Design und Windkanal laufen bereits voll Richtung 2014.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden