Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Lotus E20-Chassis repariert

Problem mit der Vorderradaufhängung

Lotus F1 E20 2012 - Vorderradaufhängung Foto: xpb 20 Bilder

Lotus kann in der letzten Testwoche in Barcelona antreten. Das Chassis-Problem wurde in der Fabrik in Enstone behoben. Wie zuvor von auto motor und sport berichtet, lag der Fehler im vorderen Bereich der Karbonröhre. Technikchef James Allison erklärt die Hintergründe.

29.02.2012 Michael Schmidt

Eine Woche nachdem Lotus die Testfahrten in Barcelona abgebrochen hat, sind die Untersuchungen in der Fabrik in Enstone abgeschlossen. Wie vermutet war das Chassis im Bereich der Vorderachse zu weich. Technikdirektor James Allison berichtet über die Hintergründe.

Chassis-Defekt nach nur drei Runden

Das Drama begann zu Beginn der dritten Runde. Lotus war nach schnellen Rundenzeiten in Jerez als Favoritenschreck nach Barcelona gekommen und wurde dort auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. "Nach seiner Installationsrunde hat Romain Grosjean die Boxen zu unserer ersten Versuchsreihe verlassen", erinnert sich Technikchef James Allison.

"Als er in seiner ersten fliegenden Runde die erste Kurve angebremst hat, spürte er, dass etwas mit dem Auto nicht stimmt. Er hat sich sofort über Funk gemeldet, und wir haben ihn hereingerufen. Das Problem war auf den ersten Blick zu sehen. Es war die Befestigung des hinteren oberen Querlenkers der Vorderradaufhängung."

Zunächst gingen die Lotus-Ingenieure von einem Fabrikationsfehler aus. "Es handelte sich um unser brandneues Chassis 02. Da lag dieser Schluss auf der Hand, zumal wir mit Chassis 01 in Jerez keine Schwierigkeiten hatten", rapportiert Allision. Der Plan, Chassis 01 nach Barcelona zu schicken, wurde schnell verworfen. Ein Prüfstandstest im Werk in Enstone ergab, dass mit Chassis 01 das gleiche passiert wäre. Daraufhin wurde der Test in Barcelona abgeblasen.

Lotus-Ingenieure machen Überstunden

Die folgenden Tage gingen in Enstone die Lichter nicht mehr aus. "Ich habe der Mannschaft den Fall und seine Hintergründe erklärt. Jeder hat verstanden, dass wir in einer unglücklichen Situation stecken, die aber zu beheben war. Wir haben in der letzten Woche die entsprechenden Teile neu konstruiert, hergestellt und am Chassis angebracht. Danach wurden  neue Tests gemacht. Sie sind allesamt zufriedenstellend verlaufen. Daraufhin haben wir das Chassis nach Barcelona abgeschickt. Wir sind zuversichtlich, dass dieses Problem nicht mehr auftreten wird."

Bei dem von James Allison beschriebenen Schaden musste die Karbonstruktur rund um die Metall-Inserts zwischen den Kohlefaserschichten verstärkt werden, damit diese nicht mehr verrutschen. An diesen Inserts ist die Aufhängung befestigt. Mehr Karbonmasse bedeutet mehr Gewicht. "Wir reden da von einem Kilogramm, also nichts Gravierendes", winkt Allison ab. "Der Eingriff wird keinerlei Einfluss auf das Fahrverhalten oder die Rundenzeiten haben." Ein neuer Belastungstest bei der FIA war nicht nötig.

Lotus verliert vier Testtage

Kimi Räikkönen und Romain Grosjean werden diese Woche in Barcelona im reparierten Chassis 01 sitzen. Chassis 02 fährt als Ersatz mit nach Spanien. Zurzeit wird in Enstone gerade Chassis 03 aufgebaut, natürlich bereits mit den notwendigen Modifikationen im Bereich der Anlenkpunkte der Vorderachse.

Aufgrund der neuen Interpretation der Testregel hat Renault durch das Missgeschick vier Testtage verloren. "Natürlich ist dieser Umstand nicht ideal", gibt Allison zu. "Aber wir sind in Jerez genug gefahren, um das Auto zu verstehen. Es gab da ein paar kleine Probleme, die wir bis vergangene Woche gar nicht alle hätten lösen können. Jetzt sind die entsprechenden Gegenmaßnahmen alle ausgeführt. Deshalb erwarte ich, dass wir diese Woche eine Menge der verloren gegangenen Kilometer wieder gutmachen können."

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden