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Lotus E21 für die Formel 1-Saison 2013

Lotus setzt 2013 auf Schwarz-Rot-Gold

Lotus E21 Formel 1 2013 Foto: Lotus 40 Bilder

Lotus E21 - so heißt das erste Formel 1-Auto der Generation 2013. In der Fabrik in Enstone zogen die beiden Lotus-Piloten Kimi Räikkönen und Romain Grosjean das Tuch vom schwarz-rot-goldenen Renner. Wir haben die Bilder vom neuen Dienstwagen des Icemans.

04.02.2013 Tobias Grüner

Der Lotus 21 hat das erste Rennen der Saison 2013 schon gewonnen. So früh wie der Rennstall aus Enstone ist in diesem Jahr keiner mit der Präsentation dran. Dass der neue Rennwagen eine ganze Woche vor dem offiziellen Testauftakt in Jerez vorgestellt wurde, zeugt vom Selbstvertrauen der Ingenieure. Normalwerweise zögern die Teams den ersten Blick auf die neue Technik aus Angst vor Kopien bis zum letzten Moment hinaus.

Lotus E21 Formel 1 2013 Präsentation
Formel 1 2013: Der neue Lotus E21 6:05 Min.

Lotus E21 setzt neue rote Akzente

Das ehemalige Renault-Werksteam ist allerdings bekannt für unkonventionelle Entscheidungen. Auch mit der Live-Übertragung der Präsentation per YouTube-Stream ging Lotus bei der Enthüllung des E21 neue Wege. So saßen am Montagabend (28.1.2012) Millionen Fans gespannt vor dem Computer, als Kimi Räikkönen und Romain Grosjean erstmals den Blick auf ihr neues Sportgerät freigaben.

Was unter dem Tuch zum Vorschein kam, konnte die Beobachter schon ein wenig überraschen. Weniger die Form des neuen Lotus E21 sondern mehr die Lackierung gab Grund zur Verwunderung. Das traditionelle Lotus-Design in Schwarz-Gold wurde durch großflächige rote Elemente am Seitenkasten und der Airbox ergänzt. Auf dem oberen Teil der Motorhaube ist nun weiß auf rot der Name des Fahrers aufgepinselt, so dass die beiden Piloten auch aus der Ferne gut zu unterscheiden sind.

Lotus-Heck im Red Bull-Stil

Weniger überraschend, allerdings auch nicht uninteressant, sind die ersten Technikdetails, die auf den  Bildern zu erkennen sind. Das Heck des neuen Lotus E21 ist stark an den Red Bull der Vorsaison angelegt. Ein Tunnel kanalisiert die Luft, die um den Seitenkasten herumfließt, damit sie die heißen Abgase auf ihrem Weg vom Auspuff zum Diffusor nicht stören. Das Endrohr selbst ist nun elegant in die Motorhaube integriert. Die aufgesetzte Interimslösung von 2012, mit dem breiten Auspuffkanal aus silberner Hitzeschutz-Legierung, gehört der Vergangenheit an.

Auch am vorderen Teil der Seitenkästen lässt sich ein interessantes Detail ausmachen. Die seitlichen Leitbleche gehen 2013 wie im Vorjahr schon bei Sauber und McLaren gesehen brückenartig über den oberen Teil des Lufteinlässe herüber. Durch die sogenannten Sidepod-Wings soll die Strömung näher an das Chassis gezwungen und die Luft auf dem Weg zum Heck beruhigt werden.

Lotus-Nase auch weiterhin mit Stufe

Bei den Fans wird vor allem die Front für Verwunderung sorgen. Die FIA hat in der Winterpause neue Regeln eingeführt, nach denen die Teams die Stufe im Vorderbau mit einer Blende "glätten" dürfen. Lotus verzichtet auf diese ästhetische Lösung und bleibt der Stufe in der flachen Nase treu. "Wir haben nicht weiter daran gearbeitet, weil eine kosmetische Blende ein paar zusätzliche Gramm wiegen würde. Und das ist für einen Ingenieur tabu", begründet Technikchef James Allison den Schritt. "Falls wir aber eine Lösung finden, die uns zusätzlichen Abtrieb bringen würde, werden wir vielleicht nachrüsten."

Erwähnenswert sind auch zwei Dinge, die nicht zu sehen sind: An der Vorderachse verzichtete die Ingenieursmannschaft um Allison auf eine Pullrod-Aufhängung. Sie wurde 2012 von Ferarri salonfähig gemacht und kann im Idealfall Luftwiderstand und Schwerpunkt senken. Hier geht Lotus weiterhin einen konventionellen Weg.

Experten vermissen zudem die "Ohren" an der Airbox, mit denen 2012 die Luft für das passive DRS eingesaugt wurde. Dass sie nicht vorhanden sind, heißt aber nicht, dass Lotus beim E21 auf die komplizierte Technik verzichtet. Ganz im Gegenteil. Wie Allison verriet, soll das Feature bei den Wintertests wieder an Bord sein.

Ob die Luft, die benötigt wird um die Strömung am Heckflügel gezielt zu stören und damit den Abtrieb zu senken, irgendwo anders abgezweigt wird oder die Ohren einfach später noch nachgerüstet werden, bleibt vorerst sein Geheimnis. Auch über die Flügel kann noch keine Aussage getroffen werden. Es ist normal, dass bei Präsentationen alte Elemente an das neue Auto montiert werden, um der Konkurrenz nicht zu viel zu verraten. Nase und Frontspoiler stammen noch vom Vorjahresmodell.

Präsentation mit kleinen Pannen

Wie gut das Auto wirklich ist, sehen wir frühestens beim Testauftakt in Jerez am 5. Februar 2013. Die Fahrer hoffen, dass mit dem neuen E21 noch einmal eine Steigerung drin ist: "Das Auto war letztes Jahr schon toll zu fahren. Wir haben versucht, es noch einmal zu verbessern. Wir hatten einige Podiumsplätze, Kimi konnte sogar einen Sieg feiern. Aber jeder will natürlich mehr", erklärte Romain Grosjean ambitioniert.

Teamkollege Räikkönen versuchte die Erwartungen etwas zu drücken: "Es wird nicht einfach sein, uns im Vergleich zum Vorjahr noch einmal zu verbessern. Wir haben einfach versucht, das ganze Paket ein Stück schneller zu machen."

Technikchef Allison erwartet keine großen Veränderungen im Kräfteverhältnis. "Durch die konstanten Regeln werden wir wohl bei allen Teams mehr oder weniger nur Evolutionen der 2012er Autos sehen. Aber der Teufel steckt bekanntlich im Detail. Und kleine Details können sich auch addieren. Man muss vorsichtig mit Prognosen sein. Wir haben einige kleine neue Ideen in das Auto integriert und an einigen Features des Vorjahresautos gearbeitet."

Die Präsentation begann übrigens mit einer kleinen Planänderung. Eigentlich sollte der neue Lotus E21 in Enstone vor der Fabrikhalle unter einem Vordach enthüllt werden. Doch das stürmische Wetter brachte die Stoffmarkise derart zum Flattern, dass man kurzerhand ins Innere umziehen musste. Die Server der Team-Webseite waren dem Sturm auch nicht gewachsen - dem Ansturm der Fans. Das Interesse am ersten Auto für 2013 war so groß, dass die Technik zwischenzeitlich in die Knie ging. Einige Fans klagten außerdem, dass sie den YouTube-Stream nicht abrufen konnten.

Die ersten Bilder des Lotus E21 gibt es in unserer Fotogalerie. Dort erfahren Sie auch, welchen Scherz sich die Lotus-Ingenieure mit Kimi Räikkönen erlaubt haben.

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