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Lotus E21 im Technik-Check

Neues Auto mit einem Touch Red Bull

Lotus E21 E20 Vergleich Foto: Lotus 30 Bilder

Lotus gewann den Wettlauf der Präsentationen. Nicht nur die Konkurrenz hat somit genug Zeit, sich den neuen Lotus E21 mal genauer anzuschauen. In unserem Technikcheck gibt es die interessantesten Details, den Vergleich zum Vorgängermodell und das Video vom Neuwagen.

29.01.2013 Michael Schmidt

Präsentationen ändern sich. Ganz früher wurden neue Autos auf den Hinterhof der Fabrik gestellt. Dann kamen die glanzvollen Auftritte in Museen, Theatern oder Stadien. Dem folgte der nüchterne Auftritt an der Rennstrecke. Red Bull leitete 2012 das virtuelle Zeitalter ein. Lotus ist dem mit seiner Vorstellung auf YouTube gefolgt.

Das Team zeigt damit nur, was es zeigen will. Keine lästigen Fragen, keine ungebetenen Fotografen. Die einzigen Gäste sind die eigenen Mitarbeiter. Den Lotus E21 gibt es bis zum ersten Testtag in Jerez nur virtuell.

Lotus E21 Formel 1 2013 Präsentation
Formel 1 2013: Der neue Lotus E21 6:05 Min.

Warum heißt der Lotus E21?

Colin Chapman gab seinen Autos Nummern. Eine logische Folge war daraus nicht abzuleiten. Dem berühmten Lotus 25 folgten ein Lotus 33, ein Lotus 49 und ein Lotus 72. Das letzte Modell aus der Ära, die Colin Chapman 1958 einleitete, trug im Jahr 1994 die Modellnummer 109. Seit der ehemalige Renault-Rennstall unter dem Namen Lotus fährt, begann eine neue Zählweise. E20 und jetzt E21. Das "E" steht für den Produktionsort Enstone.

Das ist neu am Lotus E21

Der Lotus E21 hat einen längeren Radstand. Zwischen Vorderrädern und Seitenkästen ist jetzt fünf Zentimeter mehr Platz, um die von den Vorderrädern aufgewirbelte Luft in die richtigen Bahnen zu lenken. Der Frontflügel ist noch ein naher Verwandter des Vorjahresmodell. Er wird wohl zum ersten Test ausgewechselt. Die Stufe im Chassis ist wieder nur angedeutet. Sie hat einen noch eleganteren Schwung als beim 2012er Modell.

Der Heckflügel des Lotus E21 wurde den neuen DRS-Bestimmungen angepasst. Das bedeutet: Maximale Effizienz für den geschlossenen Zustand. Neu sind auch die kleinen Bügel-Flügel über dem vorderen Teil der Seitenkästen. Hier hat man bei Sauber und McLaren kopiert. Sie sollen die Strömung auf dem Weg zum Heck nah an die Verkleidung drücken, damit die Auspuffgase besser in Richtung Diffusor strömen.

Die Seitenkästen selbst sind vorne etwas stärker eingezogen. Dafür ist die Flaschenhalsform hinten nicht so stark ausgeprägt. Die Form der Seitenteile im Heck ordnet sich dem Coanda-Auspuff unter. Das heißt in der Taille etwas breiter, in der Höhe etwas niedriger.

In Bodennähe führt ein Schacht Richtung Diffusor. Damit wird die natürliche Strömung auf der Bodenplatte abgesaugt bevor sie die Auspuffgase stören könnte. Im Heck des Lotus E21 lassen sich die Austrittskanäle auf dem Diffusordach rechts und links von der Motorverkleidung erkennen. Zwei Ohren an der Airbox deuten auf den späteren Einsatz eines passiven DRS hin. Die Aufhängungen vorne und hinten lenken eine Spur höher an, um der Aerodynamik zu helfen.

Aufgepasst

Der Abfall der Seitenkästen nach hinten ist extrem. Technikchef James Allison will damit die Auspuffgase noch gezielter auf die Bodenplatte und den Spalt zwischen Hinterräder und Unterboden dirigieren. Damit hatte bereits Red Bull zu Saisonbeginn des letzten Jahres Probleme. Je extremer die Formänderung hinter den Endrohren, umso leichter können sich die Auspuffgase ablösen. Das führt dann zu unerwünschten Streueffekten im Bereich der Hinterräder.

Hier wurde kopiert

Der Coanda-Auspuff und seine Umgebung folgt ganz klar dem Beispiel von Red Bull und Sauber. Die Hinterradaufhängung ist ähnlich extrem gespreizt und von oberen zu unteren Querlenkern versetzt wie beim Red Bull. Allison outete sich schon im letzten Jahr als großer Bewunderer der Aufhängungsgeometrie am Weltmeisterauto.

Das kommt noch

Laut James Allison wird sich vor allem die Frontpartie des Lotus E21 noch ändern. Nicht nur der Flügel, sondern auch die Nase. Wir dürfen gespannt sein was kommt. Eine spitze Version wie beim Präsentationsmodell, eine mit Unterbauch wie im letzten Saisondrittel 2012 oder etwas völlig Neues. Die Heimlichtuerei bei der Vorstellung lässt eigentlich auf eine komplett neue Lösung schließen. Allison kündigte weitere Experimente mit dem passiven DRS an, bezeichnete Systeme dieser Art aber nicht als "Matchwinner".

Die Optik

Der Lotus E21 ist wie sein Vorgänger ein optisch gelungener Wurf. Dazu trägt auch die schwarz-rot-goldene Lackierung bei. Wir geben dem Auto eine 8 von 10.

Chancen für den Lotus E21

Lotus fuhr 2012 zeitweise auf Augenhöhe mit Red Bull, Ferrari und McLaren. Es fehlten höchstens zwei bis drei Zehntel. Größtes Manko war die Problematik des Reifenaufwärmens. Das wurde beim Kampf um die besten Startplätze zum Handikap. In puncto Reifenverschleiß war Lotus zusammen mit Ferrari die Nummer eins. Die neuen Pirelli-Reifen sollten dem Fahrzeugkonzept des Lotus E21 entgegenkommen. Sie heizen sich schneller auf, bauen aber auch schneller wieder ab.

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