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Lotus E22 für 2014 (erste Bilder)

Das letzte Auto der F1-Generation 2014

Formel 1, Lotus E22, Romain Grosjean, Bahrain, Test, Tag 1 Foto: xpb 26 Bilder

Mit dem Lotus E22 ist das Formel 1-Feld 2014 komplett. In Bahrain hat der Rennstall aus Enstone endlich das letzte der 11 neuen Autos offiziell vorgestellt. Die ersten Bilder vom schwarz-goldenen Renner zeigen wir Ihnen in der Galerie.

19.02.2014 Michael Schmidt

Der Lotus E22 war eine schwere Geburt. Doch das Warten hat sich gelohnt. Am Mittwoch (19.2.2014) wurde der neue Renner von Romain Grosjean und Pastor Maldonado erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Vorher wurden vom Team nur Computer-Grafiken veröffentlicht. Den Jerez-Test hatte Lotus aus Zeitmangel ganz ausgelassen. Das Auto war nicht rechtzeitig fertig geworden. Nur zwei nachträgliche Filmtage, bei denen insgesamt 100 Kilometer abgespult wurden, hat der E22 als Jungfernfahrt bereits hinter sich.

Lotus E22 mit Doppelnase

Statt einer großen Enthüllung rollte das Auto am Morgen in Bahrain einfach aus der Garage. Die ersten Blicke der Beobachter fielen natürlich sofort auf die ungewöhnliche Nase. Hier haben sich die Ingenieure einen besonderen Trick einfallen lassen. Statt wie die anderen Teams flach und breit oder dünn und schmal zu bauen, wachsen aus der Front zwei einzelne Stoßzähne, an denen der Frontflügel aufgehängt ist.

Die Doppelnase ragt asymmetrisch aus dem Chassis-Vorderbau - eine Nasenspitze ist länger als die andere. Der Kunstgriff war nötig, um das Reglement auszutricksen. Wären die beiden Stoßzähne gleich lang, oder der linke etwa nur vier Zentimeter kürzer, wäre das Auto illegal. Egal, ob die Crashstruktur nun in beiden Pfeilern angebracht ist oder nur im rechten.

Der entscheidende Satz in Artikel 15.4.3 des Technischen Reglements lautet: "Die Fläche der vorderen Knautschzone muss in horizontaler Projektion einen Mindest-Querschnitt von 9.000 mm2 aufweisen, und zwar an einem Punkt, der 50 Millimeter hinter ihrer vordersten Spitze liegt." Dazu kommt Anhang B, der besagt: "Das Zentrum dieser Fläche der besagten Sektion darf nicht mehr als 185 Millimeter über der Referenzebene liegen."

Lotus trickst Reglement aus

Wären beide Pfeiler gleich lang, läge das Zentrum der "Fläche dieser Sektion" an einem imaginären Punkt in der Mitte der beiden Stoßzähne, und zwar fünf Zentimeter hinter der gedachten Verbindung zwischen den beiden Spitzen. Also in der Mitte des Fahrzeugs. Dort aber wollte Lotus freien Platz haben, damit die Luft ungehindert unter das Auto durch Richtung Diffusor strömen kann.

Wäre der linke Pfeiler nur zwei oder vier Zentimeter kürzer als der rechte, dann wäre die Spitze des rechten Stoßzahns die Spitze der Crashstruktur. Als "Fläche der Sektion" wäre dann jegliche Struktur, fünf Zentimeter hinter der rechten Spitze gemeint. Dazu würde also auch schon ein Teil des linken Stoßzahns zählen, weil der Versatz in diesem gedachten Fall weniger als fünf Zentimeter beträgt. Auch bei dieser Variante läge das Zentrum der projizierten Fläche der Crashstruktur in der Mitte des Fahrzeugs.

Deshalb lässt sich der Längenunterschied der beiden Pfeiler erahnen. Er beträgt wohl ganz knapp über fünf Zentimeter. Damit ist gewährleistet, dass sich fünf Zentimeter hinter der Spitze auf der linken Seite keine Struktur befindet, die man zu dieser Fläche anrechnen müsste.

Wie an der Fahrzeug-Front geht es auch im Heck des Lotus E22 asymmetrisch zu. Das Auspuffendrohr läuft mit einer leichten Rechtsneigung aus der Verkleidung heraus. Um das Auspuffendstück herum biegt sich die Halterung für den Heckflügel.

Weitere Geheimnisse unter der Verkleidung

Angeblich liegen die wahren Geheimnisse des Autos aber unter seiner schwarzen Verkleidung. Gemeint ist die Integration der neuen Antriebseinheit. Und das wird wohl noch eine Zeitlang ein Geheimnis bleiben. Einige Konkurrenzteams wissen wegen des regen Transfers der Ingenieure zwar Bescheid, doch offenbar ist der Trick schwer zu kopieren. Und Lotus hat Gerüchten zufolge eine noch extremere Lösung in Arbeit, die zum Europa-Auftakt in Barcelona debütieren könnte.

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