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Finanzsorgen bei Lotus?

Räikkönen-Vertrag für 2013 bestätigt

Kimi Räikkönen - Formel 1 - GP Indien - 27. Oktober 2012 Foto: xpb 93 Bilder

Update ++ Stimmen ++ Das Gerücht machte beim GP Indien die Runde. Lotus steht angeblich zum Verkauf. Mit jedem Tag wurden die Spekulationen wilder. Angeblich wurden Löhne und Lieferanten nicht bezahlt. Und auch Kimi Räikkönen soll auf sein Gehalt warten. Teamchef Eric Boullier stritt alles ab.

29.10.2012 Michael Schmidt

Seit Wochen hatte man sich gewundert, warum Lotus seine Fahrer nicht bestätigt. Bei Romain Grosjean gab es eine plausible Erklärung. Der Franzose steht nach seiner Unfallserie immer noch unter Beobachtung. Kimi Räikkönen konnte aber eigentlich von Lotus nicht weg. Schon nach fünf Rennen hatte der Finne die Resultate erzielt, die ihn ein weiteres Jahr im Team festnageln.

Erst YouTube dann Pressemitteilung

Der Weltmeister von 2007 hatte einen Zweijahresvertrag unterschrieben, die eine leistungsbezogene Option beinhaltete. Da er nach fünf Rennen bereits zwei Mal auf dem Podium gelandet war, hatte der Rennstall seine Pflicht erfüllt.

Aber erst am Montag (29.10.) nach dem GP Indien hat das Team endlich die weitere Zusammenarbeit mit dem Iceman bestätigt. Allerdings war die Verkündung durchaus ungewöhnlich: Bei YouTube tauchte ein offizielles Lotus-Video auf, in dem das Team kurz und knapp erklärte, dass es auch 2013 mit Kimi weitergeht.

Kimi positiv überrascht von Lotus

Erst mit ein paar Stunden Verspätung wurden Stimmen der Beteiligten nachgereicht. "Meiner Meinung nach lief meine Rückkehr in die Formel 1 ziemlich gut und das Team hat das ganze Jahr gute Arbeit geleistet. Um ehrlich zu sein habe ich nicht erwartet, in dieser Saison um die WM zu kämpfen, wenn man sich mal anschaut, wo das Team 2011 stand", erklärte der 33-Jährige.

"Es war toll, so oft auf dem Podium zu stehen und regelmäßig zu punkten. Ich fühle mich wohl bei Lotus. Wir haben die gleiche Einstellung zum Rennsport. Mit dem Team weiterzumachen war die offensichtliche Wahl für mich und ich freue mich schon, nächstes Jahr einen weiteren Schritt nach vorne zu machen", so die Begründung zur Fortsetzung des Vertrages.

Teamchef lobt Einstellung Räikkönens

Auch die Teamführung war zufrieden mit dem Superstar. "Kimi hat ein außergewöhnliches Comeback in die Formel 1 hingelegt. Vom ersten Moment im Cockpit war klar, dass er nichts von seiner Pace und seinem technischen Verständnis verloren hat", so Teamchef Eric Boullier. Vor der Saison hatten noch einige Experten gezweifelt, ob Kimi noch den nötigen Biss hat. Zu unrecht.

"Wir sind das ganze Jahr mit einem konzentrierten und motivierten Fahrer belohnt worden", so Boullier. "Dass Lotus so weit oben in der Meisterschäft mitkämpfen kann, ist zu keinem geringen Anteil Kimis Talent und seiner Erfahrung zu verdanken. So war es nur eine logische Folge, dass wir uns seine Fähigkeiten auch für die nächste Saison gesichert haben."

Suchte Kimi neuen Arbeitgeber?

Doch wenn sich alle einig waren, warum dann die lange Warterei? Seit der Sommerpause geht es mit Lotus sportlich bergab. Nur in Spa schaffte Räikkönen noch den Sprung auf das Podium. Danach gab es nur noch "kleine" Punkte. Trotzdem liegt der 33-jährige Schweiger aus Espoo noch auf dem dritten Platz der Gesamtwertung. Doch zum Feiern ist bei Lotus offenbar keinem zumute.

Um das Team ranken sich seit dem GP Indien böse Gerüchte. Man erzählt sich, Lotus stünde zum Verkauf. Und noch mehr. Dass die Angestellten seit ein paar Tagen auf ihr letztes Gehalt warten, und dass es auch Außenstände bei Lieferanten gibt. Am Sonntag wurde noch mehr getuschelt im Fahrerlager. Kimi Räikkönen hat angeblich noch kein Gehalt bekommen und soll vorsichtshalber bei anderen Teams nachgefragt haben, ob es noch freie Plätze gibt.

Lotus F1 Team schreibt rote Zahlen

Teamchef Eric Boullier stritt alle Gerüchte ab. Teambesitzer Gérard Lopez war weder in Korea noch in Indien, was natürlich sofort zu neuen Spekulationen Anlass gab. Einige kramten die Bilanz-Auszüge aus dem Londoner Companies House hervor, nachdem die Ausgaben die Einnahmen deutlich übersteigen. Im Jahr 2010 um 34 Millionen Pfund, in der Saison 2011 um 21 Millionen.

Es soll auch noch einen Kredit von Proton, der früheren Mutterfirma von Lotus geben, der noch nicht zurückbezahlt wurde. Sollte die Schuld nicht ausgeglichen werden, kann der Rennstall dem Vernehmen nach in die Hände des malaysischen Autokonzerns fallen.

Boullier dementiert Verkaufsgerüchte

Gerüchte um Lotus gab es schon oft. 2009 borgte man sich bei Bernie Ecclestone kurzfristig Geld. Das führte zu der Schlussfolgerung, dass der Rennstall pleite sei. Drei Jahre später ist das Team immer noch da. Es kann also gut sein, dass sich die Geschichte bald in Wohlgefallen auflöst.

Trotz der vielen Indizien versuchte das Team in Indien die Verkaufsgerüchte schon im Keim zu ersticken. Über das englische Magazin "autosport" dementierte Teamchef Eric Boullier: "Im Hintergrund laufen natürlich viele Gespräche. Aber für uns kann ich nur sagen: Das Team steht nicht zum Verkauf, das Team wurde nicht verkauft und das Team wird auch nicht verkauft."

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