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Lotus geht eigenen Weg

Warum hat keiner bei Lotus kopiert?

Lotus E22 Foto: Lotus F1 11 Bilder

Lotus geht mit seiner Stoßzahn-Nase einen eigenen Weg. Den bislang spektakulärsten, wenn man sich die sechs neuen Formel 1-Autos so anschaut. Interessant ist allerdings, dass keines der Konkurrenzteams diesem Weg gefolgt ist. Dabei gab es im letzten Jahr genügend Überläufer von Lotus zur Konkurrenz.

27.01.2014 Michael Schmidt

Ferrari hat Ingenieure von Lotus in den eigenen Reihen, Force India und Williams haben sie, auch McLaren zählt dazu. Der neue Ferrari-Technikchef James Allison und sein erster Aerodynamiker Dirk de Beer haben vermutlich von den spektakulären Nasenplänen von Lotus gewusst. Unter Umständen auch die Ingenieure, die zu den anderen Teams übergelaufen sind. Trotzdem hat bis jetzt keiner die Lotus-Idee übernommen.

Zumindest in der Theorie ist sie höchst interessant. Da die Crashstruktur ausschließlich im rechten Frontflügel-Pfeiler untergebracht ist, befindet sich in der Mitte des Vorderbaus ein riesiges Loch. Bei keinem anderen Auto kann so viel Luft unter der Nase Richtung Diffusor strömen wie beim Lotus E22. Das könnte ein Joker sein.

Wie viel haben Allison und de Beer gewusst?

Da stellt sich die Frage, warum die Idee keiner aufgegriffen hat. Zumindest bei Ferrari überrascht das. Allison und de Beer müssten von der Lösung eigentlich überzeugt gewesen sein, als sie noch bei Lotus angestellt waren. Sie waren dort beide in leitender Funktion tätig.

Das lässt zwei Schlüsse zu. Entweder die Idee, zwei unterschiedlich lange Pfeiler zu bauen, kam Lotus so spät, dass die beiden abtrünnigen Ingenieure nichts davon mitbekommen haben. Oder diese Art Nase passte nicht zum Konzept des Ferrari F14 T, das entstanden ist, als die zwei Neuzugänge noch gar nicht da waren. Es kann auch sein, dass der Crashtest mit dieser Struktur eine heikle Aufgabe ist, die man nicht im ersten Anlauf besteht.

Lotus-E22 Nase erinnert an Williams von 2004

Oder sind die Lotus-Flüchtlinge im Nachhinein doch nicht mehr so überzeugt von diesem Coup? Einige werden sich an den Williams FW26 von 2004 erinnern. Und an die Probleme, die sich damals mit der Walross-Nase ergaben. Sie wurde mitten in der Saison gegen eine konventionelle Nase ausgetauscht, weil die Nachteile schwerer wogen als die Vorteile.

Ein Problem war das hohe Gewicht. Der kurze Stummel in der Mitte der beiden Pfeiler fiel beim Williams extrem schwer aus, weil er den Crashtest bestehen musste. Dieses Problem hat Lotus nicht. Die Crashstruktur sitzt nicht im Nasenansatz in der Mitte, sondern im rechten Pfeiler. Der wird zwar auch deutlich schwerer sein als eine herkömmliche Frontflügel-Stelze, aber hier konzentriert sich das Gewicht wenigstens auf niedrige Lagen. Beim Williams war es weit oben angebracht.

Lotus-Konzept anfällig für Seitenwind

Der Williams FW26 war außerdem extrem seitenwindanfällig. Man kennt dieses Problem von der Airbox, aber der Williams hatte es 2004 auch vorne, weil die beiden Pfeiler eine große Angriffsfläche für den Wind boten. Dieses Manko wird auch Lotus haben.
 
Die unterschiedliche Länge der Pfeiler könnte sich ebenfalls negativ auswirken. Bei Schräganstellung des Autos wird je nach Kurve, die Strömung von einer Seite mehr ausgeblendet als von der anderen. Gut möglich, dass Lotus abhängig vom Streckentyp mit unterschiedlichen Nasen antritt. Bei Strecken im Uhrzeigersinn mit der Crash-Struktur im rechten Pfeiler, andersherum im linken Stoßzahn.

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