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Lotus im Nirgendwo

Finanzsituation hemmt Entwicklung

Pastor Maldonado - Lotus - GP Ungarn - Budapest - Freitag - 24.7.2015 Foto: xpb 107 Bilder

Die Produktion von Updates läuft bei Lotus auf Schmalspur. Obwohl die Ideen für neue Teile da sind. Doch die geringen finanziellen Ressourcen schränken die Entwicklung ein. Dadurch werden die schwarzen Renner im Feld durchgereiht.

24.07.2015 Andreas Haupt

Lotus steht auf dem sechsten Rang in der Team-WM. Eigentlich müsste man noch einen Platz weiter vorne liegen. Doch durch Fahrfehler, technische Pannen und Unfälle verschenkten Pastor Maldonado und Romain Grosjean in den ersten neun Rennen wichtige Punkte. Das rächt sich jetzt.

In der Zwischenzeit sind andere Team stärker geworden, man selbst hat nicht im gleichen Maß zugelegt. Weil die finanziellen Ressourcen beschränkt sind. Der Trainingsfreitag in Ungarn zeigte die ganze Misere.

Verzögerung bei Reifen wirkt sich auf gesamtes Programm aus

Pirelli lieferte erst 50 Minuten vor dem Start der ersten Einheit die Gummi-Mischungen an Lotus aus. "Das hatte wirtschaftliche Gründe", berichtete Pirelli-Sportchef Paul Hembery, der über den mangelnden Cash-Flow später mit der Lotus-Truppe witzelte. Die Teams müssen an den Reifenausrüster eine Mietsumme entrichten. Insgesamt sind das übers Jahr verteilt 2,3 Millionen Euro. Da eine Teilsumme verspätet auf dem Konto eintraf, hielt Pirelli seinen schwarzen Walzen zurück.

Das Reifenproblem zog einen langen Rattenschwanz nach sich. Eigentlich müssen die Gummis zwei Stunden vor ihrem Einsatz in die Heizdecken, um von innen heraus auf ausreichend Temperatur zu kommen. Diese 120 Minuten hatte Lotus nicht. Mit mehr Luftdruck zu starten, hätte keinen Sinn gemacht. Die Reifen wären dadurch auf dem bereits 39 Grad warmen Asphalt zu schnell aus dem Temperaturfenster gekippt.

Man verkürzte das Aufwärmprogramm auf eine Stunde und ging nur für eine Installationsrunde auf die Bahn. Gerade als man das richtige Programm mit den nicht ganz optimal präparierten Pneus aufnehmen wollte, kam die rote Flagge – ausgelöst durch Sergio Perez‘ Überschlag - in die Quere. Dadurch wurde das Programm weiter komprimiert. "Wir konnten nicht viel für das zweite Training lernen", beklagten die Piloten. "Die Balance passte deshalb am Nachmittag nicht." In der zweiten Trainingssitzung reichte es für Maldonado und Grosjean nur für die Plätze 13 und 15.

Lotus nur mit kleinen Updates

Langsam macht sich jedoch auch die Schmalspurentwicklung am Lotus E23 bemerkbar. Auf große Updates wartet das Team seit ein paar Wochen. Grund? Sie ahnen es: das Geld. Lotus verfolgt seit 2014 die Politik nur noch so viel auszugeben, wie man einnimmt. Es wird nicht mehr über den eigenen Verhältnisse gelebt.

"Unsere Entwicklung war nicht so wie erhofft. Aber es liegt nicht an den Ideen oder Werkzeugen. Unsere Jungs haben viele gute Einfälle. Nur können wir sie nicht ans Auto bringen. Das liegt auch daran, dass wir wegen Renault ein bisschen in einer Warteposition hängen. Da hält man das Geld zusätzlich zurück", führt Grosjean aus, und bezieht sich auf die im Hintergrund laufenden Verhandlungen um eine Lotus-Übernahme durch die Franzosen.

Maldonado optimistisch, Grosjean pessimistisch

"Wenn du keine neuen Teile ans Auto schraubst, fällst du zwangsläufig zurück", erklärt Grosjean. Williams hat man aus den Augen verloren. Und Teams wie Toro Rosso und sogar Force India haben Lotus abgehängt. Obwohl auch der indisch-englische Rennstall nicht auf Rosen gebettet ist.

Maldonado sieht nicht alles so düster: "Platz sieben und acht sind für uns im Qualifying und Rennen immer noch realistische Ziele. Obwohl die anderen ständig Neuerungen bringen, befinden wir uns noch immer um sie herum." Sein Teamkollege blickt weniger optimistisch drein. "Wir werden wahrscheinlich in der Quali nicht in Q3 kommen. Und fürs Rennen sieht es noch schlimmer aus."

Einen gemeinsamen Tenor schlagen die Piloten für die nahe Zukunft an. "Wir müssen mit dem arbeiten, was wir haben."

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