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Lotus im Zwiespalt

Quantum will Hülkenberg

Formel 1 Nico Hülkenberg Foto: xpb 59 Bilder

Hat Nico Hülkenberg eine Zukunft bei Lotus? Nur wenn der neue Anteilseigner Quantum endlich Geld abliefert. Der Finanzinvestor aus Abu Dhabi will Hülkenberg, hat für seine 35 Prozent am Team aber noch nicht bezahlt. Wenn in den nächsten drei Wochen keine Überweisung erfolgt, muss Lotus auf Pastor Maldonado zurückgreifen.

01.11.2013 Michael Schmidt

Es ist eine paradoxe Situation. Lotus hat am 18. Juni verkündet, dass 35 Prozent des Rennstalls an den Finanzinvestor Infinity Racing aus Abu Dhabi abgetreten wurden. Angeblich für 270 Millionen Dollar über den Zeitraum von fünf Jahren. Infinity heißt jetzt Quantum. Auf dem Papier gehört den Arabern mehr als ein Drittel des Teams. Es ist aber noch kein Dollar geflossen.

Wie immer am Ende der Saison ist das durch Sponsoren und Bernie Ecclestones Zahlungen abgedeckte Budget aufgebraucht. Teambesitzer Gerard Lopez muss derzeit alle Rechnungen aus eigener Tasche zahlen. Eigentlich wäre er nur für 65 Prozent verantwortlich. Deshalb werden die Überweisungen so lange wie möglich hinausgezögert. Weil Lopez immer noch hofft, dass Quantum seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommt. Lange will er nicht mehr warten. Quantum hat eine Frist bis Mitte November. "Das Problem ist, dass es noch andere potenzielle Investoren gibt. Die muss ich derzeit alle vertrösten."

Maldonado als Rettungsanker

Quantum will Nico Hülkenberg als Fahrer. Lopez eigentlich auch. "Sie können ihn haben, wenn sie endlich ihren Zahlungen nachkämen", heißt es aus Luxemburg. Doch wenn diese Quelle nicht sprudelt, dann sticht Pastor Maldonado mit seinem 41 Millionen-Euro-Scheck von PDVSA über Hülkenbergs Visitenkarte. Auf der stehen nur Erfolge auf der Rennstrecke. Nur der derzeitige Williams-Pilot könnte Lotus dann ein Überleben auf hohem Niveau sichern. Ansonsten müsste Lopez in die Niederungen von Sauber. Force India oder Williams absteigen. Das aber will er nicht. Lieber sperrt er seinen Laden ganz zu.

Grosjean und Hülkenberg: Das Dreamteam der Zukunft

Trotz Gerüchten, bei Lotus gehe das Geld aus, liefert die Entwicklungsabteikung laufend neue Teile. "Dieser Etat wird nicht angefasst. Wir wollen in der WM noch Zweiter werden", beteuert der Luxemburger. Der Unterschied zwischen Platz 2 und 4 beträgt bei Bernie Ecclestones Auszahlungsmodus immerhin 15 Millionen Dollar. Lopez weiß, was er aufs Spiel setzt, wenn er Maldonado seinem Wunschpiloten Hülkenberg vorzieht. "Mit Grosjean und Hülkenberg hätten wir die beste Fahrerpaarung der Zukunft." Der vierfache Weltmeister Alain Prost schüttelt nur den Kopf: "Einer wie Hülkenberg müsste fünf Angebote auf dem Tisch haben und auswählen können."

Zwischen Force India und Sauber

Hülkenberg muss sich auf die Optionen konzentrieren, die er selbst beeinflussen kann. Bei Lotus ist er auf das Geschick anderer angewiesen. Mit Force India und Sauber lässt sich verhandeln. Da ist die Situation ist nicht ganz so unübersichtlich wie bei Lotus. Felipe Massa hat längst die Konsequenzen gezogen und konzentriert sich bei seinen Verhandlungen auf Williams.

Hülkenberg könnte aber auch bei Force India und Sauber auf Maldonado oder andere Bezahlfahrer treffen. Weil weder beim einen noch beim anderen die Finanzierung in trockenen Tüchern ist. Maldonado bietet sich überall an, in der Hoffnung einen Treffer zu landen. Der Sieger des GP Spanien 2012 will offenbar nur weg von Williams. Dort kann man die Fluchtgedanken seines Fahrers nicht verstehen. "Wann kapiert Pastor endlich, dass alle nur hinter seinem Geld und nicht hinter ihm her sind?", heißt es im Team.

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