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Lotus in Korea

DRS-Trick raus, Coanda-Auspuff rein

Lotus Auspuff GP Japan 2012 Foto: Grüner 39 Bilder

Nach Mercedes hat nun auch Lotus einen sogenannten Coanda-Auspuff entwickelt. In Korea wird die neue Endrohr-Version erstmals getestet. Dafür wird die Entwicklung am speziellen DRS-System erst einmal auf Eis gelegt. Es kommt erst wieder beim Young Drivers Test zum Einsatz.

08.10.2012 Tobias Grüner

Lotus befindet sich in der Defensive. Die Konkurrenz ist seit der Sommerpause deutlich an dem schwarzen Auto vorbeigezogen. Die Entwicklung kam zuletzt spürbar ins Stocken. Kimi Räikkönen, der lange Zeit aussichtsreich im WM-Kampf lag, hat den Kontakt zur Spitze in der Fahrerwertung mittlerweile verloren.

Doch in Korea will das Team aus Enstone einen neuen Angriff wagen. Als letztes Auto aus dem Vorderfeld wird der E20 mit einem sogenannten Coanda-Auspuff ausgerüstet. Das Endrohr mündet dabei vor einem gewölbten Kanal, der die heißen Abgase zum Unterboden zwingt.

Lotus muss Coanda-Auspuff einführen

"Wir standen mit unserem leistungsmaximierenden konventionellen Auspuff ein bisschen allein auf weiter Flur", gibt Lotus-Technikchef James Allison zu. "Seit dem Launch des E20 haben wir aber im Windkanal immer parallel an einem Coanda-Auspuff gearbeitet. Als wir gesehen haben, dass der Nutzen des Coanda-Auspuffs größer als der unseres bestehenden Systems ist, war klar, dass wir es einführen müssen."

Zuletzt hatte auch Mercedes in Singapur seinen konventionellen Auspuff zugunsten einer Coanda-Version aufgegeben. Bisher noch ohne großen Erfolg. Genau wie bei den Silberpfeilen plant man bei der Entwicklung des neuen Abgassystems langfristig. "Es bringt sowohl Nutzen für das letzte Saisonviertel dieses Jahres als auch für die nächste Saison", so Allison.

Lotus mit Kompettumbau im Heck

Mit dem neuen Auspuff muss der Endrohr-Durchmesser verringert werden, um die Strömung gezielt an den gewünschten Ort zu bringen. Das kostete Leistung. Funktioniert das System, gibt es im Gegenzug mehr Abtrieb im Heck und eine bessere Traktion. Allerdings braucht es gewöhnlich ein paar Rennen, bis die Abgase über kleine Finnen genau an den gewünschten Stellen ankommen.

"Es ist nicht so schlimm, wie mit den direkt angeblasenen Diffusoren im vergangenen Jahr", erklärt Ingenieur Allison. "Aber man muss schon ganz schön was im Heck umbauen: neuen Verkleidungen, der neue Auspuff, die Austrittsöffnungen und etwas Hitzeschutz am Unterboden." Sollten die neuen Teile nicht funktionieren, könne man schnell wieder zurückrüsten.

Test des DRS-Systems gestoppt

Ablenkungen kann sich Lotus bei der Entwicklung des Coanda-Auspuffs nicht erlauben. Deshalb will man zunächst einmal wieder auf Tests des speziellen Doppel-DRS-Systems verzichten, das auf Geraden mehr Top-Speed bringen soll.

In Suzuka hatten die Ingenieure zuletzt auf den Durchbruch gehofft, allerdings reduzierte das System den Abtrieb auch an Stellen, an denen es der Fahrer nicht gebrauchen konnte. "Die Einführung war nicht gerade leicht. Es war schwerer als erwartet, den Switch richtig hinzubekommen bei der geringen Testzeit. Wir werden es jetzt beiseitelegen, noch einmal darüber nachdenken und es erst zum Young Drivers Test in Abu Dhabi noch einmal bringen", so Allison.

In unserer Fotogalerie zeigen wir Ihnen noch einmal die verschiedenen Endrohr-Varianten der zwölf Formel 1-Teams.

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