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Lotus mit Chassisproblemen

Vorderachsbereich ist zu weich

Romain Grosjean Lotus F1 Test 2012 Barcelona Foto: Lotus 20 Bilder

Lotus fuhr in Barcelona sieben Runden. Dann stieg Romain Grosjean aus. Die Ingenieure stellten ein weiches Chassis fest. Seitdem wird spekuliert, wo die Schwachstelle sitzt. Inzwischen sickert durch, dass der Fehler im Bereich der Vorderachse liegt. So wie bei Force India im letzten Jahr.

24.02.2012 Michael Schmidt

Die Testfahrt von Lotus in Barcelona hätte einen Eintrag ins Buch der Rekorde verdient. Romain Grosjean fuhr sieben Runden oder 32,585 Kilometer. Dann fiel der Rollbalken der Lotus-Garage und die Tore gingen nie wieder auf.

Alarm in Enstone. Das Chassis ist weich. Erst dachte man, es liege am neuen Chassis Nummer 02. Doch ein Prüfstandstest mit Chassis 01 in der Fabrik ergab, dass auch diese Karbonröhre in Barcelona ein Problem bekommen hätte. Daraufhin wurde der Test komplett abgeblasen.

Lotus-Chassis den Querkräften nicht gewachsen

Seitdem wird spekuliert, an welcher Stelle das Lotus-Chassis zu weichen geraten ist. Und warum man nichts davon in Jerez gemerkt hat. Es gab nur einen kleinen Hinweis: Kimi Räikkönen notierte ein komisches Gefühl mit der Lenkung. Vielleicht hätte man dem tiefer auf den Grund gehen sollen, statt nur die Einstellung der Servolenkung zu ändern.

Barcelona stellt an ein Formel 1-Chassis höhere Anforderungen als Jerez. Zwar nur um 15 Prozent, aber der große Unterschied besteht in der Art der Kräfte, die auf die Karbonröhre einwirken. Force-India Technikchef Andy Green erklärt: "In Jerez sind es mehr Kräfte in Längsrichtung, in Barcelona dagegen mehr laterale Kräfte."

Der frühere Jordan-Konstrukteur Gary Anderson vermutete, dass die weiche Stelle im Karbonrumpf im Bereich der Motorbefestigung liegt. Dann hätte man das aber schon in Jerez merken müssen. Inzwischen sickert durch, dass die Problemzone dort liegt, wo die Vorderradaufhängung angeschraubt ist. Angeblich haben sich die Metalleinlagen zwischen den beiden Kohlefaserlagen verschoben.

Force India 2011 mit ähnlichem Problem

Das gleiche ist Force India vor einem Jahr passiert. Zum Glück erkannten die Techniker das Problem damals schon am letzten Testtag in Jerez. Es wurde durch Nachlaminieren behoben. "Wir haben nur einen Tag beim darauffolgenden Test in Barcelona verloren", blickt Green zurück. Problem war der Einsatz eines neuen Harzes. Es trocknete nicht so aus, wie es sollte.

Lotus soll im letzten Jahr einen Karbon-Spezialisten von Red Bull abgeworben haben. Jetzt wird spekuliert, dass dieser sein neues Team vielleicht mit der Information über das Gewicht des Red Bull-Chassis eine neue, ehrgeizige Messlatte gesetzt hat. Das Chassis des neuen Lotus E20 soll leichter sein als alle Chassis der letzten Jahre. Hat man es da mit dem Leichtbau übertrieben?

Lotus stellt sich stumm

Lotus lässt sich nichts entlocken. Eigentlich kindisch. Der Schaden ist angerichtet. Jeder weiß, dass es ein Problem mit dem Chassis gibt. Dann kann man auch gleich sagen wo. Die Information darüber würde der Konkurrenz keinerlei Geheimnisse verraten, die sie zu ihrem Vorteil nutzen könnte. Ein typisches Beispiel für den Verfolgungswahn in der Formel 1.

Die gute Nachricht ist, dass der Lotus E20 pünktlich zum Testbeginn nächste Woche einsatzfähig ist. Nachlaminieren an dieser Stelle muss kein großes Handikap bedeuten. Dem Force India des letzten Jahres hat es auch nicht geschadet. 

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