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Neue Lotus-Piloten

Perfekte Mischung im Cockpit

Gorsjean & Räikkönen - Lotus F1 Team 2012 Foto: Lotus F1 20 Bilder

Lotus war das Team der ersten Testwoche von Jerez. Das neue Auto machte eine gute Figur. Kimi Räikkönen und Romain Grosjean sind die perfekte Mischung im Cockpit. Teambesitzer Gérard Lopez erklärt, warum er Vitaly Petrov und Bruno Senna gegen ein neues Fahrerduo ausgetauscht hat.

16.02.2012 Michael Schmidt

Kimi Räikkönen freute sich still. So wie das seine Art ist. Er weiß, dass er in einem guten Rennauto sitzt. "Da hat mich mein Gefühl selten getrogen." Jetzt erweist es sich als Glücksgriff, dass er in letzter Minute von Williams auf Lotus umgesprungen ist. Teamkollege Romain Grosjean grinste von einem Ohr zum anderen. Er fuhr in Jerez die schnellste Zeit mit einem der neuen Autos. Vor zwei Jahren galt seine Karriere als gescheitert. Jetzt bekommt sie neuen Schwung.

Es kommt nicht oft vor, dass ein Team beide Fahrer tauscht. Da fährt immer ein gewisses Risiko mit, weil sie die Fahrer erst an die Ingenieure und umgekehrt gewöhnen müssen. Und weil das Auto für andere Piloten mit anderen Fahreindrücken gebaut worden ist. Teambesitzer Gérard Lopez hat trotzdem auf einen Neuanfang gesetzt.

Elektroschock für Vitaly Petrov

Der Luxemburger erklärt, warum er Vitaly Petrov und Bruno Senna in die Wüste geschickt hat, und warum dafür jetzt Kimi Räikkönen und Romain Grosjean für die Farbem von Lotus fahren. "Vitaly Petrov war vom Kopf her an einem Limit angelangt", analysiert Lopez. "Vom Speed wäre vielleicht noch etwas dringelegen, aber nicht von der Einstellung. Wir hatten bei ihm das Gefühl, dass er denkt: Wenn ich mein Sponsorgeld beim Team abliefere, bin ich die nächsten fünf Jahre dabei. Doch so funktioniert die Formel 1 nicht. Da musst du dir alles erarbeiten. Deshalb brauchte Vitaly einen Elektroschock. Entweder er setzt mal ein Jahr aus, oder er probiert es bei einem anderen Team. Das wird ihm helfen."

Romain Grosjean hat diesen Elektroschock bereits hinter sich. Nach seinen sieben Rennen 2009 für Renault verschwand der in Genf lebende Franzose in der Versenkung, fuhr zuerst GT1-Rennen, dann seine vierte GP2-Saison. "Romain war 2009 in einer ähnlichen Situation wie Petrov. Er glaubte, alles geht von selbst. Wir haben ihn danach genau beobachtet", führt Lopez aus. "Dann haben wir gedacht, dass er eine zweite Chance verdient hätte."

Die Manager des Genii-Fahrerpools steckten den ehemaligen Darling von Renault in ein GP2-Team. Dort war er kein Unbekannter. Er hatte in der Nachwuchsklasse schon drei Jahre hinter sich, schaffte aber nie den Titel. "Wir haben ihn zu DAMS gebracht. Vielleicht nicht das Top-Team in der Szene, aber sehr solide. Romain sollte für seine Chance kämpfen müssen. Er wusste, dass wir von ihm den Meistertitel verlangen, wenn er sich noch einmal Hoffnungen auf die Formel 1 machen will."

Grosjean führte den Auftrag aus. Nach einem holprigen Saisonbeginn holte er am Ende den Meisterpokal. Lopez hält aber den Druck weiter hoch. Der GP2-Titel ist keine Rundumversicherung. "Es liegt an ihm und seiner Leistung, wie lange er bei uns fahren wird."

Bruno Senna zu selbstsicher

Im Prinzip ist auch Bruno Senna am Petrov-Syndrom gescheitert. Der Brasilianer war sich zu sicher, dass er seinen Platz im Team behält. Er brachte Sponsoren mit, er hat einen großen Namen. Doch Lopez hatte Zweifel, ob er auch den richtigen Biss hat. "Als er beim Grand Prix von Indien auf den 14. Startplatz gefahren ist, war er gut gelaunt. Ich habe gedacht, das kann doch nicht sein. Mit Platz 14 im Training musst du dich ärgern und hinterfragen, was schief gelaufen ist."

An Kimi Räikkönens Qualitäten gab es keinen Zweifel. Eher schon daran, ob der Finne noch einmal gewillt war, seiner großen Liebe Rallyesport abzuschwören, um sich auf die Formel 1 zu konzentrieren. Genau das brachte die Verhandlungen im Herbst 2010 zu einem unbefriedigenden Ende. "Wir hatten das Gefühl, dass er damals nicht hundertprozentig bereit war, vom Rallyesport loszulassen. Wenn er unter den Umständen gekommen wäre, dann nur wegen des Geldes", erzählt Lopez.

Lopez zieht Räikkönen-Deal im Alleingang durch

Jetzt sind die Umstände anders. "Ich habe Kimi direkt angerufen. Ohne Management. Ohne, dass einer vom Team etwas wusste. Und ich habe ganz schnell gespürt, dass er wieder heiß ist, dass jetzt die Formel 1 im Vordergrund steht." Die Ingenieure, so Lopez, schwärmen bereits nach den ersten zwei Arbeitstagen von ihrem neuen Superstar. "Kimi macht ganz klare Ansagen zum Auto. Der hat nach 14 Runden etwas an der Lenkung bemängelt und konnte exakt sagen, was es ist."

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