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Lotus-Plan ging schief

Vettel war nicht auszutricksen

Sebastian Vettel - Formel 1 - GP Deutschland 2013 Foto: xpb 64 Bilder

Die Lotus-Renault waren im Rennen leicht schneller als Sebastian Vettels Red Bull. Trotzdem kamen sie nicht am Spitzenreiter vorbei. Vettel ließ sich auch nicht austricksen, als Lotus die Taktik splittete und Romain Grosjean als Köder zu einem frühen letzten Reifenwechsel an die Box holte.

07.07.2013 Michael Schmidt

Das war eine Meisterleistung von Sebastian Vettel. Und eine kluge Taktik von Red Bull. Kimi Räikkönen und Romain Grosjean hetzten den Weltmeister bis zur Zielflagge. Meistens im Doppelpack. Doch Vettel ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und wehrte alle Angriffe mit einem fehlerlosen Rennen am Limit ab.

Der Lotus-Renault war am Sonntag das schnellste Auto auf der Strecke. "Und sie haben mit den Reifen ein bisschen besser hausgehalten als wir", gab Vettel zu. Trotzdem konnte er zuerst Grosjean und dann Räikkönen immer auf Distanz halten.

Auch den Red Bull-Mechanikern gebührt Lob. Sie waren in der Boxengasse schneller als ihre Lotus-Kollegen. Vettels drei Stopps dauerten 58,136 Sekunden. Räikkönens Standzeit war 1,1 Sekunde länger, die von Grosjean um 1,7 Sekunden. Das ist bemerkenswert, denn Red Bull schaltete nach Mark Webbers Panne auf einen Sicherheitsmodus um. "Jeder Stopp war um eine halbe Sekunden langsamer als normal", verriet Teamberater Helmut Marko

Grosjean war der Köder für Vettel

Bis zur 40. Runde machte Romain Grosjean Jagd auf Vettel. Doch der Franzose kam nicht vorbei, noch nicht einmal als bei Vettel für drei Runden KERS ausgefallen war. Grosjean fehlten im Topspeed 3,5 km/h, obwohl er im Windschatten DRS einsetzen durfte. Und Räikkönen war nur um 0,4 km/h schneller als Vettel, was auch nicht zum Überholen reichte. Das liegt daran, dass Lotus seit geraumer Zeit sein Getriebe ähnlich kurz übersetzt wie Red Bull.

Weil das Bollwerk Vettel nicht zu knacken war, versuchte es Lotus mit einem Trick. Man holte Romain Grosjean in der 40. Runde als Köder für Vettel an die Box und gab ihm gebrauchte harte Reifen mit. Weil der spätere Dritte gleich loslegte wie die Feuerwehr, holte Red Bull Vettel eine Runde später an die Box. Der Champion bestätigte: "Wir haben auf Grosjean reagiert. Mein Reifensatz war noch gut, und ich hätte länger draußenbleiben können. Wir wollten aber weiter vor ihm fahren und unser Tempo kontrollieren."

Lotus wollte Silverstone-Fehler vermeiden

Red Bull wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht, was Lotus mit Kimi Räikkönen plante. Der Finne hatte in der 48. Runde noch 13,8 Sekunden Vorsprung auf Vettel. Große Frage im Lager der WM-Spitzenreiter: Würde Kimi mit einem Stopp weniger über die Distanz kommen oder doch noch einmal stoppen?

Vettels Rundenzeiten zwangen Lotus zu einer Reaktion. Der Red Bull-Pilot fuhr bereits 0,5 bis 0,8 Sekunden schneller als der Mann an der Spitze. In der 49. Runde dann die Erlösung für den Red Bull-Kommandostand. Räikkönen holte sich seinen vierten Reifensatz ab. Einen gebrauchten weichen.

Teambesitzer Gerard Lopez erklärte: "Wir wollten nicht den gleichen Fehler wie in Silverstone machen und Kimi zu lange auf alten Reifen auf der Strecke lassen." Der Icemann tat sich schwer, die Lücke von 3,9 Sekunden zuzufahren. In den letzten beiden Runden waren die Rundenzeiten fast gleich. Trotzdem meinte Kimi: "Für mich war das Rennen zwei Runden zu kurz." Vettel gab zurück: "Mir hat es viel zu lange gedauert."

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