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Lotus plant großen Schlag

E21 erhält längeren Radstand

Lotus Formel 1 E21 Nase Front Foto: Wolfgang Wilhelm 28 Bilder

Lotus will es im Kampf um den WM-Titel wissen. Der Rennstall plant für den GP Belgien eine letzte große Technik-Offensive. Das passive DRS soll auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke von Spa zurückkehren. Außerdem hat Lotus den Radstand seines E21 um zehn Zentimeter gestreckt. Wir sagen Ihnen, was es damit auf sich hat.

17.08.2013 Michael Schmidt

Kimi Räikkönen kann sich nicht beschweren. Lotus entwickelt mit dem gleichen Tempo wie Red Bull, Ferrari oder Mercedes. Wenn der Rennstall aus Enstone am kommenden Wochenende in Spa-Francorchamps seine letzte große Technikoffensive in diesem Jahr zündet, dann wäre das die umfangreichste Ausbaustufe des Jahres.

Zunächst soll das passive DRS zurückkehren, das in Silverstone seine Rennpremiere feierte und seitdem ständig verbessert wurde. Der automatische Strömungsabriss ab einer bestimmten Geschwindigkeit hat nichts mit dem Wunsch nach mehr Topspeed zu tun. "Für uns ist es ein Werkzeug, um die Rundenzeiten zu verbessern", erklärt Chefingenieur Alan Permane. Auf einer Strecke wie Spa rechnet Lotus mit einem Gewinn von bis zu drei Zehnteln. Warum? Weil man sich einen steiler angestellten Heckflügel leisten kann. Der bringt Rundenzeit im kurvenreichen Innenteil. Und auf der Geraden verliert man keinen Speed, weil ab einem vorausberechneten Tempo die Strömung abreißt.

Längerer Radstand heißt auch längere Nase

Lotus hat aber noch einen weiteren Coup in der Hinterhand. Der Radstand des E21 soll um zehn Zentimeter verlängert werden. Und zwar vorne. Weil sich dabei die Vorderachse durch eine andere Anwinkelung der Querlenker nach vorne schiebt, braucht Lotus auch eine neue, längere Nase. Damit bleibt der Abstand zwischen Frontflügel und Vorderreifen erhalten. Dieser Eingriff macht auch zwei neue Crashtests erforderlich. Den dynamischen frontal von vorne und den so genannten Abscher-Test von der Seite. Dabei drückt ein Hydraulikstempel mit der Kraft von 4.000 Newton von der Seite gegen die Nase um festzustellen, bei welcher Kraft sie abbricht. Die Nase muss einem Gewicht von 400 Kilogramm über 30 Sekunden standhalten, ohne dass strukturelle Beschädigungen auftreten.

Zuletzt verlängerte Mercedes 2010 den Radstand

Eine Radstandsverlängerung ist ein größerer Eingriff, weil er einen Rattenschwanz von Konsequenzen nach sich zieht. 1998 verlängerten fast alle Teams unter der Saison den Radstand ihrer Autos, nachdem sie am Beispiel McLaren festgestellt hatten, dass ein langer Radstand die richtige Antwort auf die von 200 auf 180 Zentimeter reduzierte Fahrzeugbreite war. Heute ändert sich der Radstand nur noch selten. Der letzte gravierende Fall betraf Mercedes in der Saison. Da merkten die Ingenieure gleich zu Saisonbeginn, dass ihr Auto im Vergleich zur Konkurrenz zu kurz geraten war. Beim GP Spanien wurde das korrigiert.

Besser für die Aerodynamik, mehr Spielraum beim Gewicht

Die Gründe für eine Radstandsverlängerung vorne sind damals wie heute die gleichen. Sie schafft mehr Platz, die Luft zwischen Vorderrädern und den Seitenkästen zu beruhigen. Damit ändert sich aber auch das ganze Strömungsbild. Es ist also zu erwarten, dass im Fall Lotus auch die Leitbleche vor den Seitenkästen modifiziert werden. Es gibt aber auch mechanische Gründe, den Abstand zwischen den Rädern zu vergrößern. Wer die Vorderräder nach vorne schiebt, verlagert Gewicht nach hinten, weil die schweren Teile des Autos weiter von der Vorderachse entfernt sind. Da mit der Gewichtsverteilung nur im Rahmen von einem Prozent gespielt werden darf, könnte das bedeuten, dass Lotus Mühe hat, an der Vorderachse abzuspecken. Seit Monaten geistert das Gerücht durchs Fahrerlager, dass die schwarzen Autos vorne ein ganz spezielles Fahrwerk haben, das unter Umständen ein paar Kilogramm zu viel auf die Waage bringt. Man weiß auch, dass die Vorderreifen am Lotus schneller körnen als bei anderen Autos. Vielleicht, weil zu viel Gewicht auf der Vorderachse lastet.

Spa der ideale Test für langen Radstand

Eigentlich hatte Lotus den Einsatz der Langversion schon für den GP Ungarn ins Auge gefasst, war dann aber wieder davon abgekommen. In den engen Kurven und bei den schnellen Richtungswechseln am Hungaroring ist Länge eher hinderlich. Das Ergebnis beim GP Ungarn gab Lotus Recht. Räikkönen kam vor Sebastian Vettel als Zweiter ins Ziel. Spa wäre dagegen ideal, einen längeren Radstand zu testen. Er hilft in schnellen Kurven und beim Bremsen. Einer Vermutung beugt Alan Permane jedoch vor: "Der längere Radstand hat nichts mit den neuen Pirelli-Reifen zu tun."

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