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Lotus-Rückschlag in Abu Dhabi

Kimi bleibt beim kurzen Radstand

Kimi Räikkönen - Lotus - GP Abu Dhabi 2013 Foto: Lotus 20 Bilder

Das Theater um Kimi Räikkönen hat sich beruhigt. Der Finne wird die Saison im Auto mit dem kurzen Radstand zu Ende fahren. Auf der Rennstrecke gab es dagegen in Abu Dhabi einen Rückschlag für Lotus.

07.11.2013 Michael Schmidt

Jetzt wird es schwierig für Lotus im Kampf um Platz 2 in der Konstrukteurs-Wertung. Auf Mercedes fehlen 37 Punkte, auf Ferrari 26. Von den drei Kandidaten holte Lotus in Abu Dhabi die wenigsten Punkte. Die Formkurve erhielt eine Delle.

Romain Grosjean war gegen Nico Rosberg chancenlos. "Platz vier war das Optimum für Romain. Egal, was wir mit der Taktik angestellt hätten, er wäre an Rosberg nicht vorbeigekommen. Uns fehlte der Speed im Rennen", urteilte Chefingenieur Alan Permane.

Lotus E21 - Piola - Radstand-Verlängerung - GP Italien 2013
F1 Technik-Video: Lotus wird lang gemacht 34 Sek.

An eine Einstopp-Strategie wagte Lotus gar nicht zu denken. "Die war auf dem Papier zwölf Sekunden langsamer als zwei Stopps. Außerdem hätten wir es gar nicht geschafft. Romain hat uns am Ende seiner Stints gesagt, dass die Reifen nachlassen."

Vielleicht wäre mehr möglich gewesen, hätte sich Grosjean besser als auf Platz 6 qualifiziert. Dafür gab es Gründe. Das Getriebe spielte in der Qualifikation verrückt. "Das hat das Hochschalten verzögert. Sonst wäre Romain so schnell wie Kimi gewesen", verrät Permane.

Lotus auf der Geraden zu langsam

Wie üblich waren die Lotus kurz übersetzt und auf viel Abtrieb getrimmt. Mit 310,0 km/h lag Grosjean auf dem vorletzten Platz der Top-Speed-Hitliste. Nur Sebastian Vettel war noch langsamer. Die schlechte Geschwindigkeit auf der Geraden rächte sich im Mittelabschnitt. Grosjean hing lange hinter Adrian Sutil fest.

Kimi Räikkönen kam gar nicht so weit. Sein Rennen war nach 500 Metern zu Ende. Ein Stoß mit dem rechten Vorderrad gegen Giedo van der Gardes Caterham verbog die Spurstange. "So etwas kann passieren, wenn du von so weit hinten startest", richtete Räikkönen kurz vor seiner eiligen Heimreise aus.

Ein Start aus der Boxengasse wurde verworfen. "Der kostet dich in Abu Dhabi 20 Sekunden, weil die Ausfahrt mit dem Tunnel so verwinkelt ist. Da schleppst du gleich von Beginn ein riesiges Pfand mit dir herum", erklärte Permane.

Lotus zweigleisig ins Finale

Immerhin hat sich für Räikkönen das Experiment mit dem kurzen Radstand gelohnt. Permane bestätigt: "Kimi fühlt sich einfacher wohler damit. Ob seine Probleme mit dem langen Radstand oder den 2012er Reifenkonstruktionen zu tun haben, lässt sich schwer sagen."

"Wir haben inzwischen auch gelernt, das Untersteuern durch spezielle Einstellungen des Radsturzes und der Luftdrücke zu reduzieren. Wichtig ist, dass Kimi mehr Vertrauen in das Auto hat, so wie er es in Abu Dhabi gefahren ist. Seine fünftschnellste Trainingszeit hat es gezeigt. Deshalb wird er das kurze Auto auch bei den letzten beiden Rennen fahren."

Wenn er fährt. Laut Teamchef Eric Boullier gibt es von Kimi nach entsprechenden Zusagen des Teams dazu grünes Licht. Lotus wird in den USA und Brasilien zweigleisig operieren. Grosjean bevorzugt weiter den langen Radstand.

In unserer Bildergalerie zeigen wir Ihnen die beiden verschiedenen Lotus-Versionen noch einmal im Detail.

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