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Lotus im Aufwind

Erster Sieg längst überfällig

Kimi Räikkönen GP Spanien 2012 Lotus Foto: Grüner 20 Bilder

Lotus ist mit 60 WM-Punkten aus den letzten beiden Rennen das Team der Stunde. Das einzige, das in diesem Jahr noch fehlt, ist der Sieg. Ist der überfällig? "Auf jeden Fall", meint Gerard Lopez. Für Monaco will der Team-Mitbesitzer aber noch nichts versprechen.

15.05.2012 Tobias Grüner

Bei den fünf Formel 1-Rennen in diesem Jahr standen fünf verschiedene Teams ganz oben auf dem Podium. Es grenzt fast an ein Wunder, dass ausgerechnet Lotus auf Rang drei der Konstrukteurswertung nicht dazu gehört. Die schwarz-goldenen Autos präsentierten sich von den ersten Testfahrten im Winter an konstant schnell. Doch zum ganz großen Erfolg reichte es bislang nicht.

Man hat fast den Eindruck, als wolle sich das Team aus Enstone absichtlich aus der Favoritenrolle stehlen. Kurz vor dem Erfolg bauen mal die Fahrer mal die Ingenieure immer wieder Fehler ein. Schon in Australien waren Kimi Räikkönen und Romain Grosjean vom Speed her Kandidaten für den Sieg. Doch Kimi patzte im Qualifying, sein französischer Teamkollege fiel nach einer Kollision im Rennen früh aus.

Patzer und Pannen zu Saisonbeginn

In Malaysia starteten beide Autos trotz der Rückversetzung von Räikkönen (Getriebewechsel) aus den Top Ten. Im Rennen war für Grosjean wieder früh Schluss, für Kimi ging es auf nasser Fahrbahn immerhin noch auf Rang fünf nach vorne. In China war es zwei Wochen später der Iceman, der wegen eines Fehlers mit der Strategie kurz vor Schluss aus den Punkten fiel. Dieses Mal fuhr Grosjean im Rennen von zehn auf fünf.

In der Hitze von Bahrain konnte man dann erstmals mit beiden Autos den wahren Speed zeigen. Nach einem durchwachsenen Qualifying rasten beide Piloten auf das Podium. Sebastian Vettel verhinderte als Einziger den Doppelsieg, obwohl er im Rennen das langsamere Auto hatte.

Lotus mit Taktikfehler in Barcelona

In Barcelona wurde es wieder nichts mit dem Sieg, obwohl der Lotus wieder die schnellsten Zeiten im Feld fuhr. Wieder liefen Qualifying und Start nicht ideal. Erst in der zweiten Rennhälfte starteten beide Piloten die große Aufholjagd. "Die weichen Reifen haben am Anfang des Rennens leider nicht so funktioniert, wie wir das erhofft haben", analysiert Mitbesitzer Gerard Lopez.

"Mit den harten Reifen hat es auch zunächst nicht ganz geklappt. Doch irgendwann sind sie in ihr Temperaturfenster gekommen und es ging die Post ab. Da sind wir massiv schneller geworden." Diese Erkenntnis kam etwas zu spät. Lotus wechselte erst zum dritten Stint auf die harten Pirelli-Schlappen. Mit dem zweiten Satz weicher Reifen verloren Räikkönen und Grosjean zu viel Zeit. Das kostete am Ende den Sieg.

"Normalerweise sind die weichen Reifen schneller. Und im Freien Training haben Sie bei uns auch noch gut gehalten", begründet Lopez das Vertrauen in die weichen Reifen. Dass die Taktik nicht aufging habe auch an den kühlen Temperaturen gelegen. "Warm ist für uns besser", so Lopez.

Lotus holt massiv auf Red Bull und McLaren auf

Trotz des Taktikfehlers kam Räikkönen am Ende nur 3,8 Sekunden hinter Sieger Maldonado ins Ziel. Auf Alonsos Rang zwei fehlten nicht einmal sieben Zehntel. "Wenn das Rennen nur ein paar Runden länger gelaufen wäre, hätte ich sie noch eingeholt", erklärte der Iceman anschließend angesäuert.

Die Teamleitung versuchte die Enttäuschung zu überspielen und betonte lieber die positiven Seiten. Immerhin war mit 60 Punkten und drei Podiumsplätzen kein anderes Team in den letzten beiden Rennen erfolgreicher. In der WM-Wertung konnte Lotus in Barcelona jede Menge Zähler auf die beiden Spitzenteams Red Bull und McLaren aufholen, die ungewohnte Schwächen zeigten.

"Bei den anderen geht es immer rauf und runter. Wir scheinen immer in einer Linie zu fahren", schmunzelte Lopez zufrieden. "Maldonado und Williams kamen aber auch für uns etwas überraschend. Die hatten wir vorher nicht unbedingt auf der Rechnung."

Erster Grand Prix-Sieg in Monaco?

Der erste Sieg ist nach fünf starken Rennwochenenden aber längst überfällig. "Auf jeden Fall", stimmte auch Lopez zu. "Aber wenn wir in der ganzen Saison nicht gewinnen und in der WM-Wertung am Ende trotzdem ganz oben stehen, dann würde ich das auch unterschreiben."

Am liebsten würde der Luxemburger den ersten Erfolg natürlich direkt in Monaco feiern. Für das ehemalige Renault-Team ist der Glamour-Grand Prix an den Côte d'Azur immer noch eine Art Heimrennen. Versprechen will Lopez aber nichts. "Monaco ist immer ein spezieller Fall. Aber unser Auto scheint ja nicht schlecht zu sein. Mal abwarten."

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