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Lotus startet mit Batterie-Problemen

"Wir haben ein Superauto"

Romain Grosjean - Gerard Lopez - Lotus - Formel 1 - Bahrain - Test - 19. Februar 2014 Foto: xpb 26 Bilder

Romain Grosjeans Pensum nach fünf Stunden steht auf sieben Runden. Zuerst hielt ein Software-Problem im Umfeld des Renault-Motors den Lotus-Piloten in der Garage fest. Dann wurde ein defekter Konnektor zur Batterie lokalisiert. Das heißt drei Stunden Umbauzeit. Teambesitzer Gérard Lopez ist trotzdem überzeugt: "Wir haben ein Superauto. Es muss nur noch laufen."

19.02.2014 Michael Schmidt

Gérard Lopez ist zufrieden. Er musste viel Kritik einstecken, dass Lotus den ersten Test in Jerez sausenließ. Jetzt ist er der lachende Dritte: "Ich habe schon vorher gesagt, dass wir da nicht viel lernen können. Wenn es Probleme gibt, machen die anderen die Arbeit für uns. Genauso ist es gekommen. Wir haben uns viel Geld gespart, dass wir zuhause geblieben sind."

Kühlung ist bei Lotus kein Problem

Pech für Lotus, dass Renault seine Kinderkrankheiten offenbar immer noch nicht ganz gelöst hat. "Wir haben ein Software-Problem. Deshalb sind wir erst sieben Runen gefahren. Es hat aber nur am Rande etwas damit zu tun, was bei Red Bull und Toro Rosso los ist", erzählte Lopez am Mittag. Da wusste er noch nicht, dass auch die Batterie davon betroffen ist.

Schon wieder die Batterie, schon wieder der Konnektor, über den die Energie eingespeist wird. Der steigt entweder ganz aus, lässt zu viel oder zu wenig Strom durch. Renault entschied: Die Batterie muss raus. Das dauert drei Stunden, weil die Batterie vor dem Einbau neu aufgebaut werden muss.

Nach Aussage von Cherfingenieur Alan Permane ist Lotus mit der Kühlung im grünen Bereich. "Wir hatten bei unserem 100 Kilometer-Filmtag in Jerez keinerlei Probleme mit der Kühlung. Ich erwarte auch hier keine." Wenn man dem Lotus E22 ins Heck schaut, versteht man warum. Die Ingenieure haben der heißen Luft unter der Verkleidung viel Platz zum Austreten gelassen.

Lopez hofft, dass Lotus nicht annähernd die Probleme bekommt wie sie die beiden Red Bull-Teams in Jerez hatten. "Wir haben ein ganz anderes Kühlkonzept. Da hilft uns unsere Erfahrung, die wir mit Kers gemacht haben. Die Elemente für alle Renault-Teams kamen ja bislang von uns. Unser Chefingenieur arbeitet jetzt in Viry-Chatillon bei Renault."

Der Software-Ärger wird bei Red Bull und Toro Rosso durch die enge Bauweise im Heck und die Installation der Steuergeräte noch verschärft. Computer reagieren anfällig auf zu viel Hitze. Prinzipiell sei am Renault-V6-Turbo nichts falsch, sagt Lopez: "Die Prüfstandwerte sehen gut aus. Die sind kürzlich fünf Renndistanzen ohne Probleme gefahren." Doch was nutzt das, wenn im Fahrbetrieb die Batterie entweder zu viel oder zu wenig geladen wird, weil der Konnektor mal zu viel, mal zu wenig Strom durchlässt? Lotus-Ingenieure haben Vibrationen im Verdacht.

Sensationelle Windkanalwerte für den Lotus E22

Der neue Lotus E22 ist ein spezielles Auto. Nicht nur wegen der Nase mit den beiden ungleich langen Stoßzähnen. Auch im Heck ist das Auto nicht symmetrisch. Der Auspuff bläst in Fahrtrichtung gesehen rechts von der Heckflügelstütze vorbei. Auch die Hinterachse mit einem extrem hochliegenden oberen Querlenker und einem niedrigen unteren Querlenker ist speziell.

Lopez ist überzeugt, mit seinem Auto einen Volltreffer gelandet zu haben. "Wir haben ein Superauto. Die Jungs können die Windkanalwerte gar nicht glauben. Wenn wir die Abtriebswerte auf der Strecke umsetzen, geht das Ding wie die Hölle. Ich kan nur hoffen, dass uns der Motor keinen Strich durch die Rechnung macht. Nicht, dass es am Ende drei Meisterschaften in einer gibt. Je eine für Mercedes, Ferrari und Renault."

Und dann kommt ja noch etwas, wahrscheinlich beim Europa-Auftakt in Barcelona. Die Gerüchteküche weiß: Der Nasenstummel zwischen den Pfeilern wird noch kürzer und hört kurz vor der Vorderachse auf. Damit kann noch mehr Luft unter dem Auto durch Richtung Diffusor strömen. Es wird nur eine Herkulesaufgabe, damit den Crashtest zu bestehen.

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