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Formel 1 GP Spanien: Lotus F1 will nach vorne

Barcelona-Upgrade verspricht eine Sekunde

Heikki Kovalainen Foto: Lotus F1 24 Bilder

Lotus ist der beste Neueinsteiger in der Formel 1. Die Qualitäten der grüngelben Autos liegen aber hauptsächlich in der Standfestigkeit. Auf die Spitze fehlen zwischen vier und fünf Sekunden. Das soll sich in Spanien ändern. Lotus rechnet mit mehr als einer Sekunde Zeitgewinn.

23.04.2010 Michael Schmidt

Für Jarno Trulli und Heikki Kovalainen beginnt beim GP Spanien am 9. Mai die Saison noch einmal von vorne. Dann soll der Lotus T127 einen großen Sprung machen. Die Ingenieure haben eine große Ausbaustufe angekündigt.

Kovalainen und Gascoyne erwarten großen Sprung

"Wir hoffen auf einen Zeitgewinn von mehr als einer Sekunde", sagt Kovalainen. Dem Finnen ist klar, dass auch die anderen Teams in Barcelona mit Neuentwicklungen aufwarten. "Aber wir haben vielleicht mehr Spielraum nach oben als unsere Konkurrenz." Der T127 ist ein Auto, das die Truppe von Mike Gascoyne aus dem Bauchgefühl heraus gebaut hat. Um auf Nummer sicher zu gehen, ist die Kühlung viel zu groß geraten, die Querlenker der Hinterachse sind noch aus Stahl und nicht aus Karbon. Man sieht es an der plumpen Heckverkleidung. Oder dem Doppeldiffusor. Gegen die Version von McLaren ist er eine Miniaturausgabe.

So sahen Autos vor fünf Jahren aus. Zwei Monate Windkanalzeit sind nach heutigen Maßstäben nichts, doch weil Lotus sich vor Saisonbeginn noch ein paar Testtage gönnen wollte, wurde die Entwicklungsarbeit für den Prototypen Anfang Dezember eingestellt. "Das Barcelona-Paket", verspricht Mike Gascoyne, "war sechs Monate im Windkanal. Das Heck wird schlanker, der Einzug der Seitenkästen extremer, der Radstand unter Umständen länger, und wir werden Massenträgheitsdämpfer in das Fahrwerk integrieren. Unser Auto wird mindestens eine Sekunde schneller sein."

Virgin zuletzt einen Tick schneller

Kovalainen freute sich jüngst auch über kleine Fortschritte: "Mit jedem Rennen habe ich das Auto besser verstanden, vor allem im Bereich der Abstimmung." Im Training lieferten sich die Lotus-Piloten immer ein Kopf-an Kopfrennen mit Virgin-Pilot Timo Glock. Auf eine Runde war das Auto von Nick Wirth eine Spur schneller. Aber auch viel schwieriger zu fahren. Das konnte man mit bloßem Auge erkennen. Glock kämpfte viel mehr mit den Tücken der Physik als Trulli und Kovalainen.

Der Pluspunkt des Lotus war seine Standfestigkeit. Ganz ohne Ausfälle ging es auch bei dem Team mit dem berühmten Namen nicht ab. Drei Mal spielte die Hydraulik verrückt, zuletzt im Auto von Trulli in Shanghai. Das Hydrauliksystem hielt alle X-Trac Kunden in Atem. Virgin und HRT F1 ging es teilweise noch schlechter. Die von X-trac gelieferte Technik ist auf dem Stand von vor zehn Jahren, hört man aus betroffenen Kreisen. Im Dezember merkte die X-Trac-Klientel, dass man nachbessern muss. Lotus hatte dabei mehr Erfolg als Virgin.

Lotus-Ingenieure ohne Eingewöhnungszeit

Es zahlt sich aus, dass Lotus seinen Mitarbeiterstab mit Leuten eingedeckt hat, die anderswo aus Spargründen ihren Job verloren haben. "Unsere Ingenieure und Mechaniker haben bis zuletzt in der Szene gearbeitet. Da gab es keine Zeit der Eingewöhnung", bestätigt Kovalainen. Der Finne weiß, dass er ein hartes Jahr vor sich hat: "Am Anfang geht es nur ums Überleben."

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- Alle Hintergründe zum GP China 2010
- Analyse: Schwere Zeiten für Michael Schumacher
- Formel 1-Technik: McLarens Heckflügel-Trick
- F1-News: Radio Fahrerlager
- Tracktest: VW Scirocco R-Cup

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