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Formel 1: Lotus-Heimspiel in Malaysia

Kovalainen positiv überrascht von Lotus

GP Malaysia 2010 Foto: xpb 66 Bilder

In Malaysia feiert das neuformierte Lotus-Team sein erstes Heimspiel in der Formel 1. Die Euphorie in dem kleinen Land ist groß. Und mit der Leistung können Teamchef und Fahrer auch zufrieden sein. Obwohl es zu Beginn kleine Zweifel gab.

03.04.2010 Tobias Grüner

Malaysia ist endgültig in der Formel 1 angekommen. Der Grand Prix ist 2010 nun bereits zum zwölften Mal in Folge im Programm der Königsklasse. Mit dem Ölkonzern Petronas besitzt man einen langjährigen Sponsor, der mittlerweile sogar prominent auf den Mercedes-Boliden von Michael Schumacher und Nico Rosberg wirbt. Und mit Lotus ist seit diesem Jahr auch endlich ein malaysisches Team am Start.

Lotus setzt auf Zuverlässigkeit

Dabei blieb für das britische Traditionsteam, das nun unter neuer Flagge fährt, nicht viel Zeit für die Entwicklung. Erst Mitte September erteilte die FIA die Starterlaubnis. "Ich möchte noch einmal daran erinnern, dass wir nur sechs Monate Zeit für die Entwicklung hatten", entschuldigt sich Teamchef Tony Fernandes vor seinem Heimrennen.

Trotzdem machen die Autos in der grünen Traditionslackierung momentan den stärksten Eindruck aller Neulinge. Die zuverlässigsten Boliden sind es auf jeden Fall, wie die ersten beiden Rennen gezeigt haben: "Das Auto wurde sehr schwer, weil wir uns für die konservative Variante entschieden haben, um es zuverlässig zu machen. Das hat sich aber ausgezahlt", zieht Fernandes ein positives Zwischenfazit.

Lotus-Euphorie in Malaysia

Die Lotus-Premiere in Malaysia ist für das Team etwas ganz besonderes. Statt des Firmenlogos prangt auf der Airbox groß die rot-weiß-blaue Nationalflagge. Man ist stolz auf das Team. "Es ist das erste Mal, dass Lotus in Malaysia fährt", erklärt der Teamchef. "Wir haben bereits in den letzten Wochen die wahnsinnige Unterstützung gespürt. Da war es ein ganz spezieller Moment, als unsere Autos das erste Mal auf die Strecke gingen."

Ein neues Team aus dem Boden zu stampfen war keine leichte Aufgabe. Ein berühmter Name ist nicht alles. "Als wir unsere Pläne das erste Mal angekündigt haben, dachten die Leute wir sind total bekloppt. Das verfolgt mich aber schon mein ganzes Leben", grinst Fernandes zufrieden. "In den letzten sechs Monaten haben wir es geschafft, dass unser Land und unsere Nachbarn immer mehr an uns glauben."

Ziel: Bester Neuling werden

In Malaysia durfte sogar ein einheimischer Fahrer im Training ans Steuer. Heikki Kovalainen trat sein Cockpit in der ersten Session an Fairuz Fauzy ab. Der Einsatz soll aber vorerst die Ausnahme bleiben, erklärt Fernandes. "Für die Zukunft wissen wir es noch nicht. Ich kann erst einmal nur bestätigen, dass es zunächst nur für Malaysia geplant war."

Die Entwicklung des Autos lief zuletzt reibungslos. Fast besser als erwartet. "Wir hatten unsere Probleme zu Beginn, aber nichts Größeres. Das Hauptziel bleibt vorerst das gleiche: Die Zielflagge sehen und der beste Neuling zu sein. Unser erstes größeres Update ist für Barcelona geplant", so Fernandes.

Lücke zu etablierten Teams schließen

Um die Lücke zu den etablierten Teams schneller zu schließen wünscht sich der Malaysier mehr Testmöglichkeiten. Er stellt die Frage in den Raum: "Sollten die neuen Teams mehr Testgelegenheiten bekommen? Wenn es vier Sessions gibt, vielleicht zwei mehr? Ich denke, das wäre keine schlechte Idee. Wir treten gegen Teams an, die seit 50 oder 60 Jahren im Geschäft sind."

Seine Fahrer sind mit den bisherigen Entwicklungen schon zufrieden. Dabei war das Vertrauen in das Team nicht immer vorhanden. Heikki Kovalainen gibt zu: "Die Leistung war besser als erwartet. Als ich Mike (Anm. d. Redaktion: Technikchef Mike Gascoyne) vor Weihnachten besucht habe, gab es nur vier Leute die gearbeitet haben. Ich hatte meine Zweifel, als er mir sagte, dass alles in Ordnung ist und wir bald Rennen beenden können. Aber nach und nach hat mich das Team immer mehr überrascht und jetzt habe ich keine Zweifel mehr. Wir haben alle gesteckten Ziele erreicht, wir waren immer vor unserem Zeitplan und das Team arbeitet unglaublich professionell. Wir brauchen nur noch etwas mehr Zeit um mehr Leistung aus dem Auto zu holen."

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