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Formel 1: Die Leiden des Lucas di Grassi

"Die Lehrzeit geht in der Saison weiter"

Di Grassi - Virgin Foto: xpb 20 Bilder

Lucas di Grassi ist nicht zu beneiden. Eigentlich bräuchte der Formel 1-Neuling jede Runde. Doch sein Virgin VR01 steht mehr als er fährt. Deshalb hat der Brasilianer seine Saisonziele bescheiden abgesteckt.

25.02.2010 Michael Schmidt

Nach 31 Runden war Schluss für Lucas di Grassi. Wieder einmal. Die Hydraulik spielte verrückt, das Differential und die Schaltung auch, und schon steckte der Virgin Racing VR01 im Reifenstapel.

Es war der vierte Testtag von Lucas di Grassi in seiner Vorbereitung auf sein GP-Debüt in Bahrain. Bis jetzt ist der 25-jährige Brasilianer erst 609 Kilometer gefahren. Die Stars wie Fernando Alonso, Felipe Massa oder Rubens Barrichello sind schon jenseits der 3.000-Kilometer-Marke. Dabei kennen sie die Formel 1 im Schlaf.

Feintuning in der Formel 1

Di Grassis Lehrzeit in der GP2 dauerte drei Jahre. Meister ist der großgewachsene Mann aus Sao Paulo nie geworden. Trotzdem gibt ihm die zweite Liga des Motorsports ein gutes Rüstzeug mit: "Dort habe ich die Grundlagen des Rennsports gelernt: Beschleunigen, bremsen, fahren mit verschiedenen Abtriebsniveaus. Doch das Feintuning, das kommt erst in der Formel 1."

Natürlich würde der Debütant gerne mehr fahren, doch er trägt es mit Fassung, dass sein Virgin immer noch an Kinderkrankheiten leidet. "Da müssen wir durch. Für mich geht die Lehrzeit in den ersten Rennen weiter." Frust über die langen Pausen erlaubt er sich nicht: "Es ist nicht das was ich will, aber damit musste ich rechnen. Frust wäre jetzt fehl am Platz. Im Gegenteil, ich muss die Jungs im Team motivieren."

Nicht viele Vergleichsmöglichkeiten

Da das Auto des neuen Teams wegen der häufigen Standzeiten im Vergleich zur Konkurrenz schwer einzuschätzen ist, hat di Grassi nicht viele Vergleichsmöglichkeiten.."Wir haben nicht wie die anderen eine große Datenbank. Ich kann mich nur mit mir selbst vergleichen. Oder mit meinem Teamkollegen."

Von Timo Glock hält di Grassi große Stücke. "Timo hat viel Erfahrung. Er ist alle möglichen Rennautos gefahren. Und er weiß, worauf es in der Formel 1 ankommt. Ich höre ihm zu und versuche von ihm zu lernen. Positiv ist, dass wir beide das gleiche im Auto fühlen."

Viel Arbeit im Simulator

Da es mit den Testkilometern nur zäh voran geht, muss di Grassi die Tage zwischen den Tests im Simulator überbrücken. "Das ist natürlich nicht das gleiche wie Rennen fahren, doch in bestimmten Bereichen hilft es. Zum Beispiel, um Rennstrecken kennenzulernen. Oder um bestimmte Setup-Richtungen auszuprobieren. Oder Experimente mit dem Fahrstil zu machen."

Noch ist der Virgin ein launisches Rennauto. Doch sein Fahrer kann damit leben: "Wenn ich bei einem etablierten Team fahren würde, müsste ich mir ein bestimmtes Ziel setzen. In meiner Situation kann ich mit dem Team wachsen. Ich entwickle mich selbst und das Auto gleichzeitig."

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