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Luxusproblem

Keine Stallregie bei Red Bull

GP Deutschland 2009 Foto: Red Bull 60 Bilder

Red Bull feierte am Nürburgring den dritten Doppelsieg in dieser Saison. Doch diesmal drehte Mark Webber die Reihenfolge um. Erstmals lag er vor Sebastian Vettel. Red Bull setzt beide Fahrer auf den WM-Titel an.

12.07.2009 Michael Schmidt

Red Bull hat ein Luxusproblem. Sebastian Vettel hat 47 Punkte auf dem Konto, sein Stallrivale Mark Webber 45,5. Beide liegen fast gleichauf 21 Zähler hinter WM-Spitzenreiter Jenson Button.

Der Punktestand ist für Red Bull Segen und Fluch zugleich. Segen, weil er eine Stallregie verbietet. "Solange unsere Fahrer so eng beieinander liegen, dürfen sie frei fahren", bestätigte Teamchef Christian Horner. "Erst wenn gegen Ende der Saison der Punktestand eindeutig für einen der beiden Piloten spricht, werden wir uns festlegen." Für Red Bull, so Horner sei die Formel 1 noch ein Sport, ein Wettstreit der Fahrer. "Deshalb werden wir Mark und Sebastian eine faire Chance geben."

Wichtige Punkte könnten am Ende fehlen

Es liegt aber auch ein Fluch über dieser Konstellation. Wüsste man heute schon, wer die Speerspitze im Titelrennen sein wird, könnte man Punkte für diesen Fahrer bunkern. Da keiner in die Zukunft sehen kann, ist es laut Webber brandgefährlich, einen der beiden Fahrer zu bevorzugen. "Stellen sie sich vor, ein Fahrer muss zugunsten des anderen zurückstehen. Dann fällt der andere zwei Mal aus, und dem Fahrer, dem man die Punkte weggenommen hat, fehlen in der Endabrechnung genau diese Zähler."

Das Duell Vettel gegen Webber ist so eng, dass die Entscheidung meistens schon in der Qualifikation fällt. "Die Pole Position und freie Bahn im Rennen sind die besten Voraussetzungen für den Sieg. Die Autos sind aerodynamisch so empfindlich, dass du im Verkehr nie die Rundenzeiten fahren kannst wie der an der Spitze." Vettel bestätigt das: "Im Verkehr kommt neben dem Verlust an Abtrieb hinzu, dass die Reifen stärker abbauen. Da bist du doppelt gestraft."

Fehler in der Qualifikation entscheidet

Deshalb ärgert es den 22-jährigen Hessen umso mehr, dass ihm Webber in der Qualifikation zwei Zehntel aufbrummte. Vom vierten Startplatz aus lief er Gefahr in die Hände der KERS befeuerten McLaren und Ferrari zu fallen. "In der ersten Kurve war ich Achter. Ich hatte das Gefühl, irgendwo im Mittelfeld gestartet zu sein."

Vettel flüchtete sich erst gar nicht in Ausreden. "Wenn jemand einen Fehler gemacht hat, dann ich. Von dem Startplatz aus ging einfach nicht mehr." Schuld war möglicherweise ein kleines Missverständnis. "Ich dachte, dass ich am Ende der Qualifikation noch zwei fliegende Runde reinkriege. Deshalb habe ich am Ende der ersten Runde in der Zielkurve nicht mit allerletzter Konsequenz Druck gemacht." Teamchef Horner verrät: "Bis zur Veedol-Schikane lag Vettel auf die Webber-Zwischenzeit nur um drei Hundertstelsekunden zurück."

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