Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Machtkampf FIA vs. FOTA

Force India schreibt sich separat ein

Force India Logo Foto: Force India 26 Bilder

Nach Williams ist nun auch Force India aus der FOTA-Riege abgesprungen und hat sich separat für die Formel 1-WM 2010 eingeschrieben. Die restlichen acht Teams warten derweil immer noch auf eine Antwort von FIA-Chef Max Mosley.

04.06.2009 Michael Schmidt

Die Front der FOTA bröckelt. Nach Williams ist nun auch Force India abgesprungen. Der Rennstall des Inders Vijay Mallya hat sich bedingungslos für die Formel 1-WM 2010 eingeschrieben. Die restlichen acht Teams der FOTA gaben vergangenen Freitag ihre Nennung ab, unter der Bedingung, dass bis zum 12. Juni das Concorde Abkommen bis 2012 unterschrieben ist, und dass die FIA die Sparvorschläge der Teams akzeptiert.

Mosley hat sich seitdem nicht gemeldet. "Wir warten auf eine Antwort von Max. Die Teams wollen mit der FIA zusammen eine Lösung finden. Wir sind bereit, uns sofort mit ihm zusammen zu setzen", erklärte BMW-Rennleiter Mario Theissen. Doch Mosley bleibt stumm. Theissen argwöhnt: "Ich habe das Gefühl, dass dieses Problem sich nicht so schnell auflösen lässt."

Ankündigung des Worstcase

Ein anderes FOTA-Mitglied fürchtet. "Wenn er sich bis zum 12. Juni nicht meldet, und dann mehr als fünf Teams nennt, die von der FIA für die nächstjährige Saison akzeptiert wurden, dann könnte das Tuch zerrissen sein." Das war nicht als Drohung gemeint, sondern als Ankündigung eines Worstcase-Szenarios.

Der Streit zwischen der FIA und den Teams artet nämlich immer mehr in ein Ringen um die Macht aus. Um einen Ego-Trip zwischen den Beteiligten. Darum, wer als Sieger aus diesem Stellungskrieg hervorgeht. Theissen gibt zu: "Das spielt sicher eine Rolle für einige der beteiligten Personen. So ganz lösen kann man sich davon nicht." Ferrari-Rennleiter Stefano Domenicali sieht weder Gewinner noch Verlierer: "Wenn wir uns einigen, wäre der Gewinner der Sport."

Irreführende FOTA-Pressemitteilung

Die FOTA hat den Fehler gemacht, dass sich ihre Pressemitteilung vom vergangenen Freitag wie eine Kampfansage liest. Es entsteht der Eindruck, dass die Teams Mosley die Pistole auf die Brust setzen nach dem Motto: Entweder du spielst nach unseren Regeln, oder wir sind nicht mehr dabei. Tatsächlich aber hat die FOTA ein mehrere 100 Seiten starkes Dokument eingereicht, dass die FIA als Friedensangebot interpretieren sollte.

Deshalb bleibt auch Ross Brawn weiter im Boot der FOTA und wird nicht zum Überläufer wie Williams und Force India. "Der jüngste Vorschlag der Teams macht sehr viele Zugeständnisse an die FIA. Das Resultat unserer Vorschläge wäre das gleiche wie Mosleys Budgetlimit. Wir würden in Stufen am Ende bei den Ausgaben ankommen, wie sie sich Mosley wünscht. Für neue Teams wäre es eine attraktive Basis, in die Formel 1 einzusteigen. Das ganze würde nur anders heißen." Brawn sagt, dass er unter diesen Umständen der FOTA nicht seine Unterstützung verweigern könne. Das wäre unglaubwürdig.

Budgetlimit negativ besetzt

Mario Theissen bestätigt, was sein englischer Kollege erwähnt: "Unser Vorschlag basiert auf dem, was McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh als Kompromiss vorgeschlagen hat. Es heißt nur anders. Das Wort Budgetlimit ist so negativ besetzt, dass wir dem Kind einen anderen Namen geben müssen." Whitmarsh hatte den Teams exakt jenen Stufenplan vorgeschlagen, den Mercedes in Monte Carlo mit Max Mosley und Bernie Ecclestone besprochen hatte. In dem Papier der FOTA geht es neben den bereits auf fünf Millionen Euro fixierten Motorenkosten und den eineinhalb Millionen Euro für das Getriebe auch um die Anzahl der Ingenieure und die Kosten für die von außen eingekauften Komponenten. Wer wie Ferrari und Toyota in Ländern mit hohen Löhnen und Sozialabgaben produziert, bekommt einen Bonus, der anderweitig gegengerechnet wird.

Noch gibt es eine dünne Nabelschnur, die die Teams, die FIA und die Rechteinhaber zusammenhält. Sollte Mosley die harte Tour fahren, wollen die in der FOTA organisierten Teams offenbar nun doch eine eigene Serie planen, selbst wenn sie im ersten Jahr jeweils drei Autos pro Team an den Start bringen müssten. Sie sehen dazu gute Chancen. Bernie Ecclestones Hochpreispolitik hat viele der Traditionskurse vertrieben. Eine Piratenserie könnte in Silverstone, Magny-Cours, Hockenheim, am A1-Ring, in Buenos Aires, Kyalami, Rio und Imola fahren.

Neue Serie zu besseren Konditionen

Eine neugegründete Serie würde neue Veranstalter mit Startgeldern von zehn statt 20 Millionen Dollar ködern. Da dann 100 statt 50 Prozent der Einnahmen an die Teams verteilt würden, käme man unter dem Strich auf ähnliche Einnahmen. Auch mit den TV-Verträgen sieht die FOTA kein Problem. Die Konkurrenzkanäle derer, die zur Zeit die Formel 1-Rechte halten, würden sofort zugreifen. Und man hätte mit Ferrari, BMW, McLaren-Mercedes, Renault und Toyota die großen Namen. Sollten die Vorstände das riskante Unternehmen einer Konkurrenzserie abnicken.

Umfrage
Kann die Formel 1 ohne Ferrari leben?
Ergebnis anzeigen
Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden