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Malaysia ohne McLaren-Chef

Foto: Wolfgang Wilhelm 70 Bilder

Lewis Hamilton will den nächsten Schritt auf dem langen Weg zum WM-Titel machen, doch in Malaysia muss der McLaren-Mercedes-Star ohne seinen Chef auskommen. Ron Dennis kehrte nach dem Sieg beim Formel-1-Saisonauftakt direkt zurück nach England.

18.03.2008

Ausschließlich wegen privater Angelegenheiten werde er beim Großen Preis in Sepang fehlen, betonte der McLaren-Chef, dem nach dem Erfolg seines Schützlings in Melbourne die Erleichterung über den glänzenden sportlichen Start der Silberpfeile in die neue Saison anzusehen war. "Ron hat eine Menge durchgemacht, das Team ebenso. Aber wir haben das durchgestanden. Das zeigen die Ergebnisse", sagte Hamilton.

Herausforderung für Dennis

Spionage-Affäre, das missglückte Engagement des zweimaligen Weltmeisters Fernando Alonso - Dennis musste im vergangenen Jahr einiges überstehen. Zudem gehen er und Gattin Lisa privat getrennte Wege. Hinzu kamen vor dem Auftaktrennen in Australien heftige Spekulationen über eine Trennung von seinem Team. "Gerüchte sind eben nur Gerüchte", kommentierte Dennis dies.

"Es waren aus mehreren Gründen ein paar herausfordernde Monate", erzählte Dennis. "Der beste Weg, irgendetwas in diesem Sport zu tun, ist es auf der Strecke zu tun und dort zu gewinnen", sagte der 60-Jährige, der zusammen mit McLaren-Geschäftsführer Martin Whitmarsh und Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug den Rennstall führt. "In schwierigen Situationen, trennen sich Teams entweder oder sie wachsen noch enger zusammen, so einfach ist das", meinte Dennis.

Rücktritt lässt auf sich warten

Boss von McLaren ist Dennis seit 1980. Der meist unnahbar und unterkühlt wirkende Engländer arbeitete sich vom Mechaniker zum Unternehmer hoch. Bei der Einweihung der neuen McLaren-Fabrik in Woking war die Queen nicht nur "amused", sondern selbst anwesend. Doch Dennis’ sportliches und berufliches Lebenswerk bekam im vergangenen Jahr schwere Kratzer.

Kurz vor dem Saisonauftakt wurde im Rahmen der Ermittlungen durch die italienische Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Industriespionage das Werk in Woking sowie unter anderem auch Dennis’ Privathaus durchsucht. Aber auch das Heim von Whitmarsh, den viele bereits auf dem Chef-Sessel wähnten, inspizierten die Ermittler.

Whitmarsh müsse noch etwas warten, versicherte Dennis in Australien. Dass er selbst beim zweiten Saisonrennen nicht am Kommandostand stehen wird, habe einzig und allein private Gründe, betonte Dennis, um allen Spekulationen über seine Zukunft als Teamchef gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen.

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