Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Maldonado ist enttäuscht

Williams schreibt Saison ab

Williams GP Japan 2013 Foto: xpb 143 Bilder

Williams erlebt die schlechteste Saison, seit der Rennstall 1977 gegründet wurde. In 15 Rennen gab es nur einen Punkt. Das Auto sträubt sich gegen alle Verbesserungsversuche. Keiner weiß warum. Pastor Maldonado will weg. Bei Williams herrscht Alarm, weil er der Geldesel für das Team ist.

17.10.2013 Michael Schmidt

Für Williams hat sich gar nichts geändert. Das Team ist auf dem neunten Platz in der Konstrukteurs-Wertung festgeschraubt. Keine Hoffnung nach vorne aufzuschließen, keine Gefahr nach hinten abzurutschen. Der Kontostand steht bei einem Punkt. So schlecht wie nie in der 36-jährigen Geschichte des Rennstalls.
 
Der Williams FW35 ist allen im Team ein Rätsel. Er sträubt sich gegen jeden Verbesserungsversuch. Es ist auch völlig egal, welche Reifen am Auto sind. Das Auto war mit den Stahlgürtel-Reifen so schlecht wie mit den Kevlar-Konstruktionen der zweiten Saisonhälfte.
 
Wenn sich überhaupt etwas aus diesem Auto herauslesen lässt, dann dies: Langsame Strecken liegen dem FW35 besser als schnelle. Teammanager Dickie Stanford stöhnt: "Ich habe noch nie ein Rennauto erlebt, das so wenig auf Modifikationen reagiert."

Wo liegt der Fehler im Williams FW35?

Irgendwo ist in der Konstruktion von Mike Coughlan und Ed Wood ein Hund begraben. Bis jetzt hat ihn nur keiner gefunden. Inzwischen hat man das Auto praktisch auf den Stand von 2012 zurückgebaut. Das Chassis selbst war ja bereits eine Übernahme vom Vorjahresauto. Da war der Williams noch für Podiumsplätze gut.
 
Der Williams blieb auch nach dem schrittweisen Rückbau eine Wundertüte, der seine Fahrer mit Balanceverschiebungen aller Art erschreckt. Mal benimmt er sich ganz ordentlich beim Einlenken, doch dann beginnen die Probleme ab dem Scheitelpunkt. Dann ist es wieder umgekehrt. Nie aber gleich. Ein Teammitglied: "Man weiß gar nicht, woran man arbeiten soll."
 
Der neue Technikchef Pat Symonds begab sich sofort auf Ursachenforschung: "Wir müssen verstehen, wo die Probleme her rühren, nicht dass sie uns 2014 wieder einholen." Inzwischen weicht der FW35 eigentlich nur in der Auspuffanordnung und den Seitenkästen vom 2012er Fahrzeug ab. Williams wollte auch da noch Hand anlegen, begrub das Projekt aber. Es hätte eine halbe Million Euro gekostet. Die CFD-Simulation versprach aber nicht genügend Fortschritt.

Maldonado will gegen die Superstars fahren

Neuling Valtteri Bottas leidet still. Er kennt nichts anderes. Pastor Maldonado ist sauer. "Er fühlt sich seit seinem Sieg letztes Jahr in Barcelona zu Höherem geboren", sagen sie im Team. Maldonado erklärte kürzlich, dass er nicht mehr mit Fahrern wie Bottas um die Wette fahren wolle, sondern mit den wirklich Großen. Doch um Vettel, Alonso und Co. herauszufordern, fehlt ihm die Konstanz. Es gibt mehr Aussetzer als Lichtblicke.
 
"Er macht immer noch zu viele Fehler", erzählt ein Teammitglied. "In Korea haben wir ihm im letzten Stint mehrmals am Funk erklärt, dass er auf den rechten Vorderreifen aufpassen muss und sich notfalls aus allen Zweikämpfen raushalten soll. Was macht er? Fährt wie ein Verrückter mit den anderen mit und ruiniert sich innerhalb von drei Runden die Reifen."

In Japan hat sich der Südamerikaner erneut den Zorn seines Teams zugezogen. Im Kampf um den unbedeutenden Platz 16 überholte Maldonado seinen Teamkollegen mit einem Harakiri-Manöver in der Zielschikane. Bottas musste in die Auslaufzone ausweichen, um eine Kollision der beiden Williams zu verhindern. Entsprechend sauer war der Finne anschließend.

Geht Maldonado zu Lotus?

Maldonado will weg. Am liebsten zu Lotus. Mit ihm würden pro Jahr 35 Millionen Euro abwandern. Pech für Maldonado, dass ihn ein Vertrag bis 2015 an Williams bindet. Glück für Williams, dass man mit dem venezolanischen Ölkartell PDVSA einen separaten Vertrag für die nächsten zwei Jahre hat.

Wenn Maldonado geht, springt auch PDVSA ab. Claire Williams war kürzlich in Caracas. Man hört, dass die Venezolaner bereit wären, eine Abfindung zu zahlen, sollten sie mit ihrem Schützling zu Lotus abwandern. Dann wäre Platz für Felipe Massa und den brasilianischen Ölkonzern Petrobras.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden