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Manor holt hochrangige Ingenieure

Wird Manor das Renault-Werksteam?

Manor - Formel 1 2015 Foto: xpb 40 Bilder

Manor verstärkt sich mit 3 hochrangigen Ingenieuren. Bob Bell, Gianluca Pisanello und Luca Furbatto docken beim kleinsten Rennstall im Feld an. Zwei der Neuzugänge standen mit dem geplanten Renault-Werksteam in Verbindung. Was zur Frage führt: Wird Manor Renaults neues Werksteam?

01.06.2015 Michael Schmidt

Manor ist das Schlusslicht der Formel 1. Will Stevens und Roberto Merhi fahren mit einem umgebauten Vorjahresauto und 2014er Ferrari-Motoren am Rande der 107-Prozenthürde. Nach der Sommerpause will Manor sein 2015er Modell präsentieren. Für 2016 wurde Manor als B-Team von McLaren gehandelt. Doch das ist jetzt in Frage gestellt.

Manor gab völlig überraschend die Verpflichtung von drei hochrangigen Ingenieuren bekannt. Unter Technikchef John McQuilliam soll der frühere Toro Rosso- und McLaren-Techniker Luca Furbatto Chef der Designabteilung werden. Gianluca Pisanello wird neuer Chefingenieur. Der Italiener arbeitete davor bei Caterham und Toyota.

Bob Bell steht den Teamchefs John Booth und Graeme Lowdon als Berater beim Wiederaufbau des Teams zur Verfügung. Bell ist seit 1982 in der Formel 1. Auf seiner Wanderschaft war er für McLaren, Benetton, Jordan, Renault und Mercedes tätig. Und zuletzt wieder für Renault als Berater.

Bell und Pisanello standen auf Renault-Wunschliste

Bei den Namen Bell und Pisanello läuten die Alarmglocken. Beide sollten Teil des Renault-Werksteams werden, das Sportchef Cyril Abiteboul und Markenbotschafter Alain Prost an den Start bringen wollen. Der frühere Renault-Technikchef Bell hatte im Auftrag von Renault vier verschiedene Rennställe auf eine mögliche Übernahme hin abgeklopft. Dazu gehörten Toro Rosso, Force India, Sauber und Lotus.

Toro Rosso, Sauber und Force India sind offenbar durchgefallen. Bei den einen war der Kaufpreis zu hoch, bei den anderen die Verbindlichkeiten. Zuletzt blieb nur noch Lotus übrig. Der Rennstall war für Bell schon deshalb interessant, weil er ihn bestens kennt. Lotus residiert in der Fabrik in Enstone, in der Bell von 2001 bis 2010 gearbeitet hat, bevor er zu Mercedes gewechselt war.

Manor neuer Landeplatz für Renault?

Renault-Vertreter trafen sich in Monte Carlo noch einmal mit Lotus-Teamchef Matthew Carter. Konzernchef Carlos Ghosn und sein Kollege von Mineralölpartner Total sprachen bei Bernie Ecclestone vor. In beiden Fällen ging es um eine Übernahme. Dabei wurde klar: Renault will als eigenständiges Team in die Formel 1 zurück. Damit erhofft man sich eine positivere Außendarstellung als nur das Anhängsel von Red Bull zu sein.

Doch bis zum letzten Wochenende blieb es bei Gesprächen. Bis dahin war auf dem Tisch von Teambesitzer Gerard Lopez nie ein konkretes Angebot eingetroffen. Der Deal sollte aber angeblich bis Ende Mai festgezurrt werden. Schwer möglich, wenn nicht geklärt ist, wie viel Geld Renault investieren will und wie danach die Besitzverhältnisse aussehen sollen. Lopez würde sich kaum von sämtlichen Anteilen trennen.

Jetzt tauchen mit Bell und Pisanello plötzlich zwei Renault-Leute bei Manor auf. Einem Team, das billig zu haben wäre. Die Gläubiger haben sich mit der Zustimmung von Ferrari und McLaren ein lächerlich geringen Teilforderung einverstanden erklärt. Nur über die Infrastruktur gibt es Zweifel. Das lässt eigentlich nur zwei Schlüsse zu. Entweder sieht Renault Manor als neuen Landeplatz, oder das Werks-Projekt ist vorerst auf Eis gelegt und die für das Comeback eingeplanten Mitarbeiter damit frei.

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