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Manor bestätigt Wehrlein-Verpflichtung

DTM-Champion wird Formel 1-Pilot

Pascal Wehrlein - Mercedes - F1 - 2014 Foto: Mercedes 27 Bilder

Pascal Wehrlein wird 2016 für Manor Racing an den Start gehen. Der DTM-Champion, der schon einige Testkilometer für Mercedes und Force India absolviert hat, gibt sein Grand Prix-Debüt in Melbourne.

10.02.2016 Tobias Grüner

Deutschland wird 2016 mit 4 Piloten in der Formel 1 vertreten sein. Manor Racing hat am Mittwoch (10.2.2016) offiziell verkündet, was sich bereits in den vergangenen Tagen angedeutet hatte: Pascal Wehrlein wird als Stammpilot für die kommende Saison verpflichtet. Der Schwabe, dessen Mutter aus Mauritius stammt, unterschrieb einen Einjahresvertrag.

"Pascal ist ein starker Fahrer mit einer vielversprechenden Zukunft. Manor Racing ist hocherfreut, ihn an Bord zu haben. Wir sind ein kleines Team, das in dieser Saison vor einer großen Herausforderung steht. Aus diesem Grund haben wir uns für einen Fahrer entschieden, der das Talent und den Hunger besitzt, um die von uns gesetzten Ziele zu erreichen", begründete Manor-Besitzer Stephen Fitzpatrick die Entscheidung.

Wehrlein dank Mercedes-Unterstützung zu Manor

Das Talent und die DTM-Erfolge des gebürtigen Sigmaringers, der jetzt in Worndorf am Rande der Schwäbischen Alb wohnt, waren allerdings nicht alleine ausschlaggebend für die Beförderung in die Königsklasse. Wehrlein hatte einen Bonus in der Tasche, der schwer wiegt: Manor könnte das B-Team von Mercedes werden. In einem ersten Schritt sollen die Aerodynamiker den Mercedes-Windkanal in Brackley nutzen können. Und die Fahrer den Simulator des Weltmeister-Teams.

Für ein kleines Team wie Manor ist eine solche Technikpartnerschaft so wertvoll wie ein großer Sponsor. Mercedes profitiert, indem der eigene Nachwuchspilot Rennerfahrung sammeln kann. "Manor Racing befindet sich in der bestmöglichen Position, um Pascal die Möglichkeit zu geben, in seiner ersten Saison Eindruck zu hinterlassen. Wir freuen uns darauf!", so Fitzpatrick. Wie Wehrlein auf Anfrage von auto motor und sport bestätigte, bleibt er auch weiterhin ein Teil des Mercedes-Teams.

In den vergangenen Jahren konnte Manor - oder der Vorgänger-Rennstall Marussia - sportlich nichts reißen. In der Winterpause 2014/2015 wäre das Team fast pleite gegangen. Unter dem chronischen Geldmangel litt auch die Leistung auf der Strecke. Doch 2016 soll alles besser werden. Von alten Ferrari-Motoren wechselt die Mannschaft aus Banbury auf moderne Mercedes-Triebwerke. Getriebe und Aufhängungsteile des neuen MRT05 kommen von Williams.

Wehrlein bedankt sich bei Mercedes

Wehrlein ist überzeugt: "Manor Racing ist der richtige Ort, um meine Formel 1-Karriere zu beginnen. Ich bin überglücklich, hier zu sein. Das Team ist klein und hochkonzentriert. Ich hoffe, dass ich rasch jeden im Team kennen lernen werde. Obwohl es meine erste F1-Saison ist, möchte ich Stephen und den Jungs dabei helfen, ihre Ziele zu erreichen. Das wird eine harte Aufgabe, aber ich denke, dass wir im Laufe der Zeit um Punkte kämpfen können sollten."

Wehrlein weiß, wem er den Stammplatz in der Formel 1 zu verdanken hat: "An dieser Stelle möchte ich auch meine Motorsport-Familie bei Mercedes-Benz und ganz besonders Toto erwähnen, der meine Karriere bislang geleitet und mir nun diese Gelegenheit ermöglicht hat. Herzlichen Dank für die unglaubliche Unterstützung und Hilfe, dank der ich meinen Traum verwirklichen konnte. Jetzt liegt es an mir, die Chance zu ergreifen und die Leistung auf der Strecke zu bringen."

Am Mittwoch war Wehrlein zum Antrittsbesuch und zur Sitzanpassung in der Manor-Fabrik. Dort stellte er sich der Teamleitung, den Ingenieuren und Mechanikern vor. Nach Aussage des Piloten wird das Auto rechtzeitig zum ersten Test am 22. Februar fertig werden. Wehrlein äußerte allerdings keine übermäßig großen Erwartungen: "Der Rückstand war im letzten Jahr ziemlich groß. Ich will dieses Jahr gemeinsam mit dem Team lernen und wachsen. Ich hoffe, dass wir den Anschluss finden und mitfahren können. Was ich bis jetzt gesehen habe, stimmt mich optimistisch."

Wer wird Wehrleins Teamkollege?

Nach der Verpflichtung von Wehrlein ist somit gut einen Monat vor dem Auftakt in Melbourne nur noch 1 Cockpit im Formel 1-Feld frei - der zweite Platz neben Wehrlein bei Manor. Wie schon in den letzten Jahren wird wohl der Fahrer den Zuschlag bekommen, der das meiste Sponsor-Geld auf den Tisch legen kann.

Als Favorit gilt der letztjährige Manor-Pilot Alex Rossi aus den USA. Aber auch der Indonesier Rio Haryanto hat seine Sponsor-Millionen angeboten. Allerdings konnte der Viertplatzierte der vergangenen GP2-Saison noch nicht genügend Punkte für die notwendige F1-Superlizenz sammeln.

In unserer Galerie haben wir einige Bilder aus der kurzen aber erfolgreichen Karriere von Pascal Wehrlein gesammelt.

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