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Marco Mattiacci stellt sich vor

Ferrari-Notruf kam um 5:58 Uhr

Marco Mattiacci - Ferrari - Formel 1 - GP China - Shanghai - 18. April 2014 Foto: xpb 90 Bilder

Bis jetzt war Ferraris neuer Teamchef Marco Mattiacci ein Phantom. Am Freitagnachmittag sprach er erstmals zur Presse. Der Neue schlug sich tapfer und macht keinen Hehl daraus, dass seine Erfahrung im Motorsport stark begrenzt ist.

18.04.2014 Michael Schmidt

Der erste Eindruck kann täuschen. Am Morgen des ersten Trainingstages lauerte eine Horde Fotografen vor dem Ferrari-Pavillon. Alle wollten den neuen Ferrari-Rennleiter Marco Mattiacci sehen. Als er in den tristen Tag unter einem blaugrauen Himmel trat, glaubte man die Reinkarnation von Flavio Briatore zu sehen. Mattiacci trug trotz des trüben Wetters und herbstlicher Temperaturen von 14 Grad eine dunkle Sonnenbrille. Der 43-jährige Römer lieferte später die Erklärung dafür: "Ich habe in den letzten 40 Stunden nicht geschlafen. Da tarnt man sich besser mit einer Brille."

Mattiaccis Rennsportvergangenheit: Drei Mal Daytona

Der Nachfolger von Stefano Domenicali kommt nicht aus dem Motorsport. Er ist ein Verkäufer. Und trotzdem sieht er sich nicht ganz als Branchenfremder. "Ich mag Motorsport, bin selbst Rennen gefahren und habe ungefähr 20 Tage auf Rennstrecken verbracht. Drei Mal habe ich die 24 Stunden von Daytona gesehen. Aber das ist natürlich nicht die Formel 1."
 
Mattiacci weiß, dass er mangels Erfahrung zunächst nur seine Management-Fähigkeiten in seinen neuen Job einbringen kann. "Ich kann vielleicht neue Perspektiven mit einbringen. Mir stellen sich viele neue Herausforderungen. Ich muss eine Mannschaft von 800 Leuten unterschiedlichster Nationalitäten führen, und ich habe mit Reaktionszeiten zu tun, die um vieles kürzer sind als in meinen bisherigen Aufgabenbereichen."

In 72 Stunden von New York zum Rennleiter

Mattiacci steht seit 14 Jahren bei Ferrari auf der Lohnliste. Die Gestione Sportiva in Maranello kennt er erst seit vier Tagen. Vom ersten Anruf am Freitag nach dem GP Bahrain bis zu seiner Ernennung am Montag vergingen nur 72 Stunden. "Ich war in New York, als ich um 5.58 Uhr einen Anruf von Luca di Montezemolo erhielt. Erst glaubte ich an einen Scherz. Nach einem Gespräch bin ich nach Mailand geflogen, wo ich drei Besprechungen hatte. Auch mein Vorgänger Domenicali war dabei. Er hat mir wie Montezemolo alle erdenkliche Hilfe angeboten. Am Montag wurde ich zum Rennleiter ernannt."
 
Mattiacci eilt der Ruf voraus, ein Mann zu sein, der Karriere machen will. "Ich hatte nie einen Plan dafür, was ich sein wollte", widerspricht Ferraris neuer Capo. "Ich habe nur immer hart gearbeitet, um vorbereitet zu sein für jede Chance, die mir angeboten wird."

"Wir geben nicht auf"

Mattiacci weiß, wie schwer sein neues Amt ist. Der WM-Titel muss das Ziel bleiben, auch wenn es bereits in weite Ferne gerückt ist. "Wir geben nicht auf. Ferrari hat viele talentierte Leute, das Budget, gute Werkzeuge, Stolz und eine großartige Geschichte. Das Ziel muss sein, so schnell wie möglich die Lücke zu Mercedes zu schließen. Das wird eine sehr schwere Aufgabe."

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