Die verunglückte Formel-1-Testfahrerin Maria de Villota steht nach einer erneuten Operation vor einem langen Weg zurück ins Leben. "Sie ist wach und spricht mit der Familie", erklärte Marussia-Teamchef John Booth am Sonntag (8.7.) erleichtert. "Sicher ist, dass es eine lange Zeit dauern wird, bis sie wieder ganz gesund ist. Man muss derzeit noch von Stunde zu Stunde und von Tag zu Tag sehen, ob es bergauf geht".
De Villota war am Dienstag bei Übungsfahrten gegen die Laderampe eines Lasters geprallt. Sie zog sich dabei einen Schädelbruch zu und verlor ihr rechtes Auge. Nach dem Unfall war sie zunächst für rund zwölf Stunden operiert und danach in ein künstliches Koma versetzt worden. Am Freitag gaben die Ärzte dann Grünes Licht für eine zweite OP. Der Eingriff am Gesicht sei in deutlich kürzerer Zeit abgeschlossen worden, hieß es.
Verlegung nach Spanien noch in dieser Woche?
Wenn es keine weiteren Komplikationen gebe, könnte De Villota möglicherweise noch Ende dieser Woche zurück in ihre Heimat Spanien verlegt werden, hört man aus dem Fahrerlager. Bei den heute möglichen Wundern der plastischen Chirurgie, stehen die Chancen laut Experten gut, dass bis auf die Erblindung auf dem rechten Auge keine weiteren Schäden zurückbleiben.
Zur Ursache des Unfalls auf dem Flugfeld des englischen Duxford macht das Team aus juristischen Gründen weiterhin keine Angaben. "Die Ermittlungen werden Monate dauern", sagte Teamchef Booth der "Bild". De Villota war nach einer ersten Proberunde auf gerader Strecke zurück an die Box gekommen und hatte dabei die Kontrolle über das Auto verloren.
Formel 1-Kollegen zeigen Mitgefühl
Vorwürfe, der Rennstall sei mit de Villota ein zu hohes Risiko eingegangen, wies Booth zurück. Die 32-Jährige besitzt keine Superlizenz und dürfte nicht bei einem Formel-1-Rennen starten. "Wir haben nicht fahrlässig gehandelt", sagte Booth. Testfahrten auf gerader Strecke seien "die normale Methode eines Teams, seine jungen Ersatzfahrer zu schulen und ihnen Erfahrung zu bringen. Und es war auch nicht das erste Mal, dass Maria ein modernes Formel-1-Auto gefahren ist", erklärte der Brite.
De Villotas Rennfahrer-Kollegen zeigten beim Rennen in Silverstone ihr Mitgefühl. Viele Piloten klebten sich das orangefarbene Sternchen-Logo der Pilotin an ihre Helme. Landsmann Fernando Alonso widmete ihr seine Pole Position. "Alles, was wir an diesem Wochenende tun, gibt ihr und ihrer Familie hoffentlich Kraft. Wir wünschen ihr gute Besserung", sagte de Villotas Landsmann Alonso.





