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Mark Webber-Nachfolge

Die Red Bull-Fahrerliste

Daniel Ricciardo - Red Bull 2012 Foto: Red Bull 66 Bilder

Wer wird Nachfolger von Mark Webber bei Red Bull? Das halbe Fahrerfeld hat bei Red Bull angeklopft. Aber nur ganz wenige kommen für den begehrtesten Arbeitsplatz in der Formel 1 in Frage. Liegt Daniel Ricciardo mit der Nominierung für den Young Driver Test auf der Pole Position? Wir sagen Ihnen, wer noch in Frage kommt.

17.07.2013 Michael Schmidt

Wie sieht der Red Bull-Fahrer der Zukunft aus? Helmut Marko, Motorsportchef der Marke, hat es kürzlich klar umrissen. Er muss genügend Punkte sammeln, um mit Sebastian Vettel zusammen die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft zu gewinnen. Er muss sich in das aufwendige Entwicklungsprogramm einbringen und Simulator fahren. Er muss bereit sein, einen Dreijahresvertrag zu unterschreiben. Und er muss irgendwie in die Firmenphilosophie passen. Das heißt: Entweder ist er in der Red Bull-Familie groß geworden, oder er ist ein Charakterkopf. So wie Mark Webber. Oder Kimi Räikkönen. Oder Jenson Button.

Räikkönen ist erster Kandidat

Als erster Kandidat für die Webber-Nachfolge wird Kimi Räikkönen genannt. Der GP Deutschland gab schon einmal einen Vorgeschmack darauf, wie es sein könnte, wenn Vettel und Räikkönen aufeinandertreffen. Der Finne wird den dreifachen Weltmeister mehr unter Druck setzen als Webber. Weil er auf allen Streckentypen stark ist. Webber war für Vettel nur auf bestimmten Strecken wie Barcelona, Monte Carlo oder Silverstone eine Bedrohung.

Kimi ist ein Naturtalent. Er investiert viel weniger Zeit in die Vorbereitung als seine Kollegen. Langatmige technische Besprechungen und Simulatorfahren sind ihm ein Graus. Wahrscheinlich ist genau das seine Stärke. Er schleppt nicht so viel Ballast wie andere mit sich herum. Es gibt Fahrer, die nehmen die Daten mit ins Bett. Und werden dadurch langsamer.

Mit Blick auf die Erfolgsaussichten müsste Räikkönen Red Bull vor Lotus den Vorzug geben. Doch der Finne warnt: "Es ist zehn Mal schwerer als sonst zu sagen, wer nächstes Jahr gut sein wird. Zum Glück hätte ich bei beiden Optionen den gleichen Motor."

Welche Rolle spielt der Wohlfühlfaktor?

Räikkönen erklärt stoisch, dass er Optionen habe und sich seine Entscheidung gut überlegen müsse, weil es nicht nur um ein schnelles Auto geht, sondern auch das ganze Paket drumherum. "Kimi braucht einen speziellen Wohlfühlfühlfaktor, und den kriegt er am besten bei uns", betreibt Teambesitzer Gerard Lopez Eigenwerbung.

Räikkönen hasst volle Terminkalender, Leute die ihm Vorschriften machen, öffentliche Auftritte, den Zwang eine Rolle spielen zu müssen. Kimi lässt sich von keinem kontrollieren oder erziehen. McLaren hat es versucht. Deshalb hat er das Team Ende 2006 verlassen. Lotus hat schnell kapiert, dass der Iceman seine Freiheiten braucht, um optimale Leistung zu bringen.

Mit der großen Freiheit ist es bei Red Bull schon lange vorbei. Das einst so coole Team ist mittlerweile steif wie ein Staatsbetrieb und spannt seine Piloten massiv in Werbeaktionen ein. Andererseits: Der Finne würde der Marke wenigstens einen Teil der verloren gegangenen Lockerheit zurückgeben. Auch in Salzburg hat man inzwischen registriert, das Lotus einen höheren Sympathiefaktor hat als Red Bull.

Button will lieber bei McLaren bleiben

Aus sportlicher Sicht ist Räikkönen für die Titelverteidiger fast ein Muss. Wer die Konstrukteurs-WM gewinnen will, braucht zwei Fahrer, die zuverlässig punkten. Räikkönen ist ein Siegfahrer und eine sichere Bank. In den letzten 26 Rennen hat er immer gepunktet. Das ist Weltrekord.

Wenn nicht Räikkönen, dann Jenson Button. Der Engländer wird auch mit dem zweiten Platz bei Ferrari in Verbindung gebracht. Auch Button wäre eine gute Ergänzung zu Vettel. Der Engländer landete in den letzten vier Jahren immer unter den Top 5 der WM. Er hat seit seinem WM-Jahr 2000 insgesamt 14 Rennen gewonnen und 767 Punkte gesammelt. Von allen Spitzenpiloten ist er derjenige, der die Reifen am besten in Schuss hält. Ein Kriterium, das nicht vernachlässigt werden darf.

Aber Button braucht ein Auto, das zu seinem weichen Fahrstil passt. Also leichtes Untersteuern. Das könnte im Widerspruch zu Vettels Vorlieben stehen. Der dreifache Weltmeister favorisiert Übersteuern und lenkt mit dem Heck.

Button hat bei McLaren noch nicht unterschrieben, deutet aber an, dass er dort bleiben will. "Wenn McLaren regelmäßig dort fahren würde, wo sie jetzt sind, würde ich mir einen Wechsel überlegen. Aber ich glaube, dass dieses Jahr nur ein Ausreißer ist."

Marko macht Politik für Vergne und Ricciardo

Für Webbers Nachfolge kommen auch die Toro Rosso-Piloten Jean-Eric Vergne und Daniel Ricciardo in Frage. Man merkt, dass für die Red Bull-Junioren die Tür sperrangelweit offen steht, Vettels Beispiel zu folgen. Ricciardo und Vergne legen sich seitdem ins Zeug, als als wäre der Leibhaftige hinter ihnen her. "Die Herren haben gemerkt, dass man mit dem Gasfuß die beste Eigenwerbung betreibt", registriert Talentscout Marko genüsslich.

Er muss an seine Schützlinge glauben, sonst wäre die Funktion von ToroRosso als Fahrschule in Frage gestellt. Doch können Fahrer, deren bestes Ergebnis bislang ein sechster Platz war, in einem Schnellkurs zum Siegfahrer reifen? Marko erwidert: "Als Vettel zu Red Bull kam, haben auch alle gesagt, es sei zu früh. Er ist mit der Aufgabe gewachsen."

Ricciardo-Casting in Silverstone

Auf die Frage nach den Stärken und Schwächen seiner Junioren weicht Marko aus: "Das sage ich Ihnen im Sommer." Mit der Nominierung Ricciardos für den Young Drivers Test hat man bei Red Bull allerdings bereits jetzt ein deutliches Zeichen gesetzt. Der Australier bekommt in Silverstone die große Gelegenheit, sich im selben Auto, auf der selben Strecke wie die beiden Stammpiloten zu zeigen.

Dass er schnell ist, weiß Red Bull bereits. Aber ist er auch reif genug? Kann er konstant WM-Punkte einfahren? Das lässt sich an einem halben Tag Testfahrten nur schwer herausfinden. Bei einem Rennstall mit 230 Millionen Euro Budget pro Jahr sollte man das Risiko so gering wie möglich halten. Die Entscheidung soll übrigens bereits im August fallen.

Wen würden Sie an Stelle von Red Bull für das Cockpit neben Sebastian Vettel verpflichten? Schreiben Sie uns.

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