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Marussia wie McLaren

Das zweite Auto ohne Entenschnabel

Formel 1-Test, Barcelona, 23.2.2012, Timo Glock, Marussia F2 Foto: Grüner 38 Bilder

McLaren ist doch nicht allein. Der neue Marussia, der am Donnerstag (1.3.) in Barcelona debütiert, besitzt ebenfalls eine tiefe Nase und keinen Höcker auf dem Chassis. Timo Glock kann die Premiere seines neuen Autos kaum erwarten. Der Simulator liefert ermutigende Daten.

23.02.2012 Michael Schmidt

Die Ästheten dürfen aufatmen. Es wird noch ein zweites schönes Auto in der Boxengasse geben. Nicht nur der McLaren MP4-27 trägt die Nase tief und verzichtet auf den hässlichen Höcker. Auch Timo Glocks neuer Marussia folgt diesem Konstruktionsprinzip.

Marussia will Risiko vermeiden

Weil Marussia seit vergangenem Herbst bei McLaren im Windkanal und im Simulator arbeitet und auch sonst Technikhilfe aus Woking bekommt, liegt der Schluss nahe, dass man sich von McLaren inspirieren ließ.

Der Grund ist aber ein ganz anderer. Als das Design des neuen Marussia MV03 abgesegnet wurde, da befand sich das Team gerade im Umbruch. Nach der Entlassung von Nick Wirth war das Designbüro unterbesetzt. Da konnte man sich kein Risiko leisten.

Mit niedrigen Nasen kennt man sich aus. Da wussten die Marussia-Techniker, wie man den Crashtest besteht. "Tatsächlich gab es in der Theorie kaum Unterschiede zwischen den beiden Lösungen. Warum also etwas riskieren mit etwas, das wir nicht kennen“, hieß es aus dem Team.

Großes Update-Paket erst nach dem Saisonstart

Inzwischen ist das Technikbüro zu 98 Prozent mit den Ingenieuren besetzt, die sich Technikberater Pat Symonds für den Neubeginn ausgeschaut hat. In einigen Fällen musste Marussia noch die sechsmonatige Sperrfrist abwarten, die die Neuzugänge nach ihrem Abgang bei anderen Teams einhalten mussten.

Marussia wird das neue Auto in zwei Etappen präsentieren. Beim letzten Barcelona-Test fährt das Basismodell. Vor der Europasaison folgt das erste große Aerodynamik-Facelift. Timo Glock ist das neue Auto schon gefahren. Im Simulator von McLaren. Wenn er diesen Eindrücken trauen darf, dann ist das neue Auto ein riesiger Schritt nach vorn.

Doch Glock ist ein gebranntes Kind und deshalb vorsichtig. "Wir haben noch nicht so viel Simulatorerfahrung. Ich wünsche mir, dass der Simulator Recht hat, will aber auch nicht zu optimistisch sein. Nicht, dass ich danach enttäuscht werde." Dem McLaren-Simulator sollte Marussia eigentlich trauen können. Im Fall von McLaren liefert er verlässliche Daten.

Glock verrät: "Wir hatten letztes Jahr große Probleme mit dem Abtrieb, sobald wir die Räder eingeschlagen haben. Davon ist jetzt nichts mehr zu spüren. Im Simulator fühlt sich das wie Tag und Nacht an." Der Hesse hofft, dass sich die virtuelle Welt kommende Woche in der Realität bestätigt. "Dann hätten wir jede Kurve ein großes Stück Anpressdruck mehr. Das würde uns richtig weiterbringen." So oder so, Glock sieht langsam Licht am Ende des Tunnels: "Ich glaube, wir haben eine gute Basis, auf der wir aufbauen können."

In unserer Fotogalerie zeigen wir noch einmal die verschiedenen Nasen-Varianten der zehn bisher vorgestellten Autos.

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