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Felipe Massa als Störenfried

"Mir ist egal, wer Weltmeister wird"

Felipe Massa - Williams - Formel 1 - GP Abu Dhabi - 20. November 2014 Foto: xpb 115 Bilder

Felipe Massa zählt zu den Fahrern, die den Mercedes-Piloten in ihrem WM-Duell in die Suppe spucken könnten. Der Williams-Pilot würde auch den Spielverderber spielen, wenn ihm sein Auto die Gelegenheit dazu gibt. Mercedes-Ingenieure fürchten, dass Williams in Abu Dhabi stark sein könnte.

21.11.2014 Michael Schmidt

Felipe Massa ist zur Zeit der Mercedes-Jäger Nummer eins. Beim GP Brasilien landete der elffache GP-Sieger hinter dem Mercedes-Tandem auf Platz drei. Mit 41 Sekunden Rückstand. Das ist ein Klassenunterschied. Doch Massa widerspricht: "In Wirklichkeit war ich viel näher dran an den Mercedes. Schaut euch den letzten Stint an. Da bin ich die gleichen Rundenzeiten gefahren wie die Spitze."

Mercedes erwartet starken Massa

Inzwischen weiß Massa, was ihn gebremst hat. Es waren nicht nur die beiden Pannen beim Boxenstopp. "Eine Plastiktüte hatte sich im Frontflügel verfangen. Das hat massiv Abtrieb gekostet. Beim letzten Boxenstopp wurde das Teil entfernt, und das Auto ging plötzlich wie die Hölle."

Ist das ein Warnschuss an die Mercedes-Piloten für Abu Dhabi? Ein Mercedes-Ingenieur fürchtet, dass Williams auf dem Yas Marina Circuit schnell sein könnte: "Weil es kaum schnelle Kurven gibt."

"Rosberg hat die leichtere Aufgabe vor sich"

Nico Rosberg hofft auf Mitspieler. Und die Williams wären höchst willkommen als Puffer zwischen ihm und Lewis Hamilton. "Beim Start könnte sich leicht ein Williams zwischen uns schieben. Und wir wissen ja, wie schwer das Überholen in Abu Dhabi ist. Du brauchst viel Geschwindigkeitsüberschuss, um vorbei zu kommen."

Es kann aber auch anders herum laufen. Massa jedenfalls ist es egal, wen er zum Wahnsinn treibt: "Ich kümmere mich nicht darum, wer Weltmeister wird. Vielleicht hätte es Lewis ein bisschen mehr verdient als Nico, weil er mehr Siege hat und die bessere Saison gefahren ist."

Massa kennt sich aus mit WM-Entscheidungen im Finale. 2008 war er in der Rosberg-Situation. Er musste gewinnen und beten. Beten, dass seinem Gegner Hamilton irgendein Fehler oder Defekt unterläuft. Hamilton reichte vor sechs Jahren ein fünfter Platz. Dieses Jahr ist das Minimalergebnis Rang zwei.

"Psychologisch ist Nico in der besseren Situation. Er muss sich keine Sorgen um irgendetwas machen, weil er weniger zu verlieren hat als Lewis. Alles was ihn zu interessieren hat, ist dieses Rennen zu gewinnen. Und er darf sich nicht darum kümmern, was mit Lewis passiert."

Hamilton könnte eigentlich auf Ankommen fahren, doch genau das ging 2007 schief und wäre 2008 fast schief gegangen. "Das Problem ist", meint Massa, "dass Lewis nicht der Typ Fahrer ist, der auf Ergebnis fährt." Massa jedenfalls ist bereit, den Störenfried zu spielen: "Ich will daran glauben, dass wir hier in der Position sind, gegen Mercedes zu kämpfen. Es wird schwer, aber nicht unmöglich. Unser Auto ist auf jeden Fall gut für das Podium."

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