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Massa bleibt bei Ferrari

Ist Massa der richtige Mann für Ferrari?

Felipe Massa Ferrari 2012 Foto: xpb 45 Bilder

Seit Ferrari Felipe Massa für 2013 bestätigt hat, stellt sich die Szene die Frage, ob der Brasilianer wirklich die beste Wahl für das Team in Rot war. Wir sagen ja. Weil der Wunschkandidat Mark Webber vorzeitig bei Red Bull unterschrieb.

22.10.2012 Michael Schmidt

Felipe Massa hat auch diese Saison überlebt. Er geht 2013 in sein achtes Jahr bei Ferrari. Nur wenige Fahrer haben es so lange bei Ferrari ausgehalten. Nur Michael Schumacher war länger da. Der siebenfache Weltmeister diente elf Jahre in Maranello ab. Und er war Massas Lehrmeister. Lange sah es nicht danach aus, dass der Vertrag von Massa verlängert werden würde. Aus den ersten fünf Rennen holte der Brasilianer nur zwei Punkte.

Die Wende kam in Monte Carlo. Massa konnte dem Spitzenpulk über die gesamte Distanz folgen. Im Ziel lag der Vize-Weltmeister von 2008 nur sechs Sekunden hinter Sieger Mark Webber. Seit Monte Carlo versteht Massa die Reifen, seitdem kann er den F2012 punktgenau auf seinen Fahrstil abstimmen.

Das wurde erst möglich, als die Ferrari-Ingenieure mit dem Barcelona-Upgrade die aerodynamischen Mängel des Autos kurierten. "In den ersten Rennen musste ich an der Vorderachse zu hart und hinten zu weich und mit zu viel Anpressdruck fahren. Fernando kommt damit klar, ich nicht", beschrieb Massa seinerzeit das Problem. Der runderneuerte Ferrari gibt ihm mehr Freiheiten bei der Fahrwerksabstimmung.

Ferrari wollte nur eine Nummer 1B

Trotzdem war der Weg aus der Krise steinig. In Montreal drehte sich der Brasilianer. In Valencia löste sich der Unterboden. In Hockenheim fuhr sich Massa im Startgetümmel den Frontflügel ab. Drei Rennen, ein Punkt. Dabei zeigte bereits der vierte Platz in Silverstone, dass Massa auf gutem Weg zurück zu seiner Bestform war.

Nach der Sommerpause ist der Knoten endgültig geplatzt. In den letzten fünf Grand Prix kamen 56 Punkte dazu. Dazu der zweite Platz von Suzuka, das erste Podium seit Korea 2010. In Korea war er erstmals seit langem wieder schneller als sein Teamkapitän Alonso. Massa fährt wieder so, wie es Ferrari von ihm erwartet. "Hätten wir je Zweifel an ihm gehabt, wäre er schon nicht mehr bei uns", erklärte Rennleiter Stefano Domenicali in Korea.

Trotzdem musste sich Ferrari für die erneute Verpflichtung von Massa Kritik gefallen lassen. Warum Massa? Warum nicht Paul di Resta, Nico Hülkenberg, Sergio Perez oder Heikki Kovalainen? Bei Massa weiß man, was man hat. Er kennt das Team, er hat Erfahrung, und er schirmt Alonso nach hinten ab, wenn er die Form von Suzuka und Yeongam konservieren kann. Nichts anderes will Ferrari.

Die Scuderia will keine zwei Platzhirsche in einem zu engen Käfig. Sie wollen nicht das Risiko mit einem jungen Fahrer eingehen, der einerseits zwar einschlagen kann wie der Blitz, aber unter dem Druck der großen Bürde Ferrari-Fahrer zu sein auch versagen kann. Deshalb wäre Mark Webber der Wunschkandidat gewesen. Der Australier erfüllt alle Anforderungen, nur noch ein bisschen besser als Massa. Er wäre die perfekte Nummer 1B für Alonso.

Ferrari sondiert weiter für 2014

Ferrari hat gelernt, dass interner Wettbewerb kontraproduktiv sein kann. Lewis Hamilton und Fernando Alonso haben es 2007 vorgeführt. Es war damals ein Kunststück, diese WM an Ferrari-Fahrer Kimi Räikkönen zu verlieren. Alonso funktioniert dann am besten, wenn er seine Ruhe hat. Wenn er das ganze Team hinter sich weiß. Deshalb wird es eine Kombination Alonso-Vettel vermutlich nie geben. Stellt sich in Maranello je diese Frage, dann wird es heißen: Alonso oder Vettel.

Intern hört man bei Ferrari auf die Massa-Frage die Antwort, dass sich keine der Alternativen aufgedrängt hätte. Am besten wusste Ferrari über Sergio Perez Bescheid. Über Motorenpartner Sauber kann man bei Bedarf auf alle Daten zugreifen. Maranello weiß, dass dem Mexikaner noch die mentale Reife fehlt, neben einem Alonso im berühmtesten Rennstall der Welt zu bestehen, ohne Schaden zu nehmen.

Das Problem von Perez ist sein Umfeld. Das redet ihm ständig ein, dass er bereits Weltmeister ist, wenn er nur ein konkurrenzfähiges Auto bekommt. In so einem Fall kann eine Niederlage gegen den Teamkollegen zum einem Trauma werden, das einem das Genick bricht. Maranello ließ bewusst die Finger von Perez. Das hätte McLaren eigentlich stutzig machen müssen.

Heikki Kovalainen passt zwar von seiner Erfahrung her ins Anforderungsprofil, und der Finne hat auch schon einen Grand Prix gewonnen, doch niemand kann sagen, ob drei Jahre Hinterherfahren mit wenig konkurrenzfähigem Material Spuren hinterlassen hat. Paul di Resta und Nico Hülkenberg waren auf dem Radar von Ferrari. Keiner der beiden stand aber je auf dem Podium. Und sie haben nie mit einem so großen Team wie Ferrari gearbeitet. Man weiß nicht, wie sie reagieren, wenn es um Siege geht und die Luft da oben ganz dünn wird. Es gab keinen Grund zur Eile. Ferrari wird sich die beiden Force India-Piloten noch ein Jahr anschauen. Deshalb wurde Massas Vertrag auch nur um eine Saison verlängert. 

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