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Massa kein Einzelfall

Verrückte Unfälle in der Formel 1

GP Ungarn 2009 Foto: dpa 59 Bilder

Sie passieren nicht häufig, aber sie passieren. Unfälle, wie der von Felipe Massa im Abschlusstraining zum Grand Prix von Ungarn, bei dem das Schicksal grausame Regie gespielt hat. Wir haben die verrücktesten Unfälle der Motorgeschichte einmal zusammengetragen.

26.07.2009 Michael Schmidt

Die Chance, in einen Unfall verwickelt zu werden, wie der von Felipe Massa am Samstag vor dem GP Ungarn, liegt laut FIA-Rennleiter Charlie Whiting bei eins zu fünf Millionen. Eine Schraubenfeder, die der Brawn GP von Rubens Barrichello verloren hatte, traf den Brasilianer am Helm. Das Verrückte an dem Unfallhergang ist, dass aus Massas Cockpitperspektive von dem vorausfahrenden Brawn GP weit und breit nichts zu sehen ist. Barrichello lag vier Sekunden vor dem Ferrari-Piloten. Die Feder entwickelte eine Eigendynamik und hüpfte auf der Ideallinie herum, bis Massa angerauscht kam.

Unfälle, bei dem Fahrer oder Zuschauer von herumfliegenden Teilen getroffen werden, sind die Ausnahme, auch wenn der Tod von Henry Surtees am vergangenen Wochenende in Brands Hatch auf tragische Weise daran erinnerte. Der 18-jährige Engländer war von einem Rad getroffen werden, das nach einem Unfall eines Konkurrenten über die Strecke rollte. Surtees war auf der Stelle tot. Hier eine Liste der verrücktesten Unfälle der Motorsportgeschichte.

GP Belgien 1960 in Spa: Alan Stacey wird bei voller Fahrt von einem Vogel am Kopf getroffen. Der Lotus-Pilot verliert die Kontrolle über sein Fahrzeug, kommt bei hoher Geschwindigkeit von der Strecke ab und wird dabei tödlich verletzt.
 
500 Meilen von Indianapolis 1968
: Der englische Formel 1-Pilot Mike Spence testet für einen Kollegen im Training ein Turbinenfahrzeug und kommt in der ersten Kurve von der Strecke ab. Beim Aufprall in die Mauer schlägt es das rechte Vorderrad so unglücklich zurück, dass Spence im Gesicht getroffen wird. Er stirbt vier Stunden später im Krankenhaus.
 
GP Frankreich 1970 in Clermont-Ferrand: Jochen Rindt wird im Training von einem Stein im Gesicht getroffen. Ein Arzt näht die Wunde. Rindt gewinnt am Tag darauf den Grand Prix. Nach der schlechten Erfahrung tauscht er seinen berühmten schwarzen Jethelm gegen einen weißen Vollvisierhelm aus.
 
GP Frankreich 1972 in Clermont-Ferrand: Ronnie Peterson wirbelt mit seinem March einen Stein auf. Der trifft Helmut Marko am Kopf. Das Visier wird durchschlagen und Marko verliert dabei ein Auge.
 
GP Südafrika 1977 in Kyalami: Tom Pryce erfasst einen Streckenposten, der mit dem Feuerlöscher in der Hand über die Zielgeraden läuft, um den brennenden Shadow von Renzo Zorzi zu löschen. Der junge Südafrikaner und Pryce sterben bei dem Zusammenprall. Pryce fliegt der Feuerlöscher bei 280 km/h gegen den Kopf. Als Toter rast der Shadow-Pilot noch 800 Meter weiter, bis sein Auto in einem Erdwall ausgangs der Crowthorne-Kurve zerschellt.
 

Jim Clark Gedächtnisrennen (Formel 2) 1980 in Hockenheim: Derek Warwick dreht sich ausgangs der ersten Kurve in die Leitplanke. Dabei wird ein Rad abgeschlagen, das Markus Höttinger am Kopf trifft. Der 23-jährige Österreicher stirbt an seinen Kopfverletzungen.
 
GP Italien 1980 in Monza: Bei einer Massenkollision nach dem Start, die Ronnie Peterson das Leben kostet, wird Surtees-Pilot Vittorio Brambilla von einem der herumfliegenden Räder am Kopf getroffen. Der Italiener liegt tagelang im Koma, erholt sich dann aber wieder von seinen schweren Kopfverletzungen.
 
GP Österreich 1987 in Zeltweg: Stefan Johansson trifft im Training ausgangs der Texaco-Schikane ein Reh. Der Fahrer bleibt unverletzt.
 
GP San Marino 1994 in Imola: Ayrton Senna fährt in der Tamburello-Kurve, vermutlich wegen eines Bruchs der Lenksäule, geradeaus und schlägt mit 214 km/h in die Mauer ein. Das rechte Vorderrad löst sich samt Vorderradaufhängung und erschlägt den Brasilianer.
 
GP San Marino 1994 in Imola: Bei einer Startkollision zwischen JJ Lehto und Pedro Lamy fliegen Reifen und Trümmerteile in die Haupttribüne. Neun Zuschauer werden verletzt, zwei davon schwer. Der Unfall ist der Auslöser für die Errichtung der so genannten FIA-Zäune, die das Publikum vor herumfliegenden Teilen schützen sollen.

GP San Marino 1994 in Imola: Nach einem Boxenstopp verliert Michele Alboreto in der Boxengasse bei rund 150 km/h ein Hinterrad. Der Reifen verletzt fünf Lotus-Mechaniker schwer.
 
GP Italien 1995 in Monza: Jean Alesi verliert zwischen Curva Grande und der Roggia-Schikane eine TV-Kamera. Das Teil fliegt dem Ferrari-Teamkollegen Gerhard Berger in die Vorderradaufhängung und zersägt die Querlenker wie mit einem Messer. Berger kommt von der Strecke ab, blieb aber unverletzt.
 
GP Italien 2000 in Monza: Bei einer Massenkollision in der zweiten Schikane fliegen die Reifen wie Geschosse durch die Gegend. Ein Rad von Heinz-Harald Frentzens Jordan verletzt einen Streckenposten so schwer, dass er an seinen Verletzungen stirbt.
 
GP Australien 2001 in Melbourne: Bei einem Auffahrunfall zwischen Jacques Villeneuve und Ralf Schumacher löst sich an Villeneuves BAR das linke Vorderrad. Der Reifen findet seinen Weg durch ein Loch im Zaun und erschlägt einen Streckenposten.
 
ChampCar 2006 in Road America: Der frühere Formel 1-Pilot Cristiano da Matta kollidiert beim Testen mit einem Hirsch. Nach Wochen im Koma wird der Brasilianer wieder gesund. Seine Rennkarriere ist jedoch beendet.

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