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Massas Startfehler in Spa

Transponder und Streckenposten schlafen

Felipe Massa Foto: xpb 36 Bilder

Felipe Massas Startfehler in Spa blieb unentdeckt, bis auf YouTube-Filmaufnahmen von Zuschauern auftauchten. Wie konnte das in der hochtechnisierten Formel 1 passieren? Schuld sind ein neuer Transponder und ein Streckenposten.

10.09.2010 Michael Schmidt

Die Formel 1 ist High Tech pur. Auch die FIA verlässt sich bei ihren Kontrollen nicht mehr auf das Augenmaß. Beim Start überwachen Sensoren den Ablauf. Wer zu früh losfährt, löst in der Rennleitung einen Alarm aus. Felipe Massa ist beim GP Belgien den Sportkommissaren und FIA-Rennleiter Charlie Whiting trotzdem durch die Lappen gegangen.

Der Brasilianer stand beim Start ungefähr eineinhalb Meter vor seiner Startbox. Der Start selbst war regelkonform. Weil keiner Protest einlegte, blieb der Vorfall unbemerkt. Bis YouTube-Filmaufnahmen von Zuschauern auftauchten, die auf der Haupttribüne saßen. Am Montag nach dem Rennen in Spa hatte Whiting im Handumdrehen Anfragen von allen Teams auf dem Tisch. Doch da war es zum Handeln zu spät. Die Protestfrist war längst abgelaufen. Der FIA blieb nur noch die Aufgabe, die Gründe für das Missgeschick aufzuklären.

Neuer Transponder meldet falsche Position nicht

Das ist geschehen: Schuld sind der Transponder und der Streckenposten neben dem Auto von Massa. Die Formel 1-Autos sind seit diesem Jahr mit einem neuen Transponder bestückt. Der reagiert noch feinfühliger als der alte auf Fehlstarts. Doch die neue Technik birgt auch einen Fluch in sich: Der Transponder schlägt nicht Alarm, wenn der Fahrer außerhalb seiner Startbox steht. Er meldet sich erst, wenn der Fahrer zu früh losfährt. Unabhängig davon, wo er steht.

Das alte Modell meldete der Rennleitung sofort, wenn das Auto zu weit von dem Sensor im Startplatz entfernt stand. Das Signal wurde schwächer, und daran erkannte der Computer, dass irgendetwas mit der Startposition nicht stimmen konnte. Der Nachteil mit der Technik vom Vorjahr war, dass Fehlstarts nicht mehr lokalisiert werden konnte, sobald das Auto zu weit rechts oder links von der Startbox stand.

Streckenposten bleibt stumm

Trotzdem hätte Massas Fauxpas noch entdeckt werden können. Wenn der zuständige Streckenposten die Rennleitung alarmiert hätte. Die Posten werden für diesen Fall am Samstagmorgen von Charlie Whiting extra für diesen Fall gebrieft. Sie müssen dann die Rennleitung informieren. Doch Massas Aufpasser blieb stumm.

Felipe Massa selbst hat seinen Fehler nicht einmal bemerkt. "Ich habe auf den Streckenposten geschaut, der neben dem Startplatz steht. Er hat seine Tafel nach unten gesenkt, was für mich das Zeichen ist, dass alles passt." Sebastian Vettel bestätigt: "Es ist unheimlich schwierig die Startbox zu treffen, weil du so tief im Auto sitzt und nur einen Teil deiner Vorderräder siehst. Du musst dich an einer gelben Linie orientieren, die seitlich über die Startbox hinausgeht."

Rubens Barrichello verpfeift Massa nicht

Adrian Sutil, der Mann hinter Massa in der Startaufstellung fiel ebenfalls nichts Verdächtiges auf: "Du bist am Startplatz so konzentriert, die richtigen Knöpfe am Lenkrad zu drücken. dass du keinen Blick dafür hast, wo der Vordermann steht. Ich habe es erst später auf YouTube gesehen. Das war wirklich sehr deutlich."

Rubens Barrichello, der schräg versetzt hinter Massa ins Rennen ging, merkte, dass sein brasilianischer Freund etwas zu weit nach vorne gerollt war: "Irgendwie stimmte der Abstand zwischen Felipes Auto und dem Auto vor ihm nicht. Ich wusste, dass er seine Box verfehlt hatte, aber was soll ich tun?" Es gibt Fahrer, die hätten den Fehler sofort bei ihrer Box gemeldet, in der Hoffnung der Gegner wird daraufhin bestraft. Aber vielleicht sind Barrichello und Massa zu gute Freunde, als dass sich der Williams-Pilot dazu hätte hinreißen lassen, seinen Landsmann zu verpfeifen.

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