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Masterplan für Börsengang

Formel 1 droht Zweiklassengesellschaft

Niki Lauda - Bernie Ecclestone - GP Spanien 2015 - Rennen - Sonntag - 10.5.2015 Foto: Wolfgang Wilhelm

Das Formel 1-Management ist nervös. Noch in diesem Jahr könnten vier Teams sterben. Lotus, Force India, Sauber und Manor sind in akuter Gefahr. Deshalb konferieren Bernie Ecclestone und die Topteams verstärkt über Kundenautos. Aus einer Notlösung soll der Masterplan für einen Börsengang werden.

23.05.2015 Michael Schmidt

Die Not ist groß. Manor hat im Winter das totkranke Marussias-Team vom Totenbett geholt und versucht jetzt mit minimalen Mitteln den Rennstall am Leben zu halten. Drei Wochen vor Saisonbeginn hat Bernie Ecclestone Lotus, Sauber und Force India mit einem Vorschuss über jeweils zehn Millionen Dollar gerettet. Doch jetzt geht das Geld schon wieder zur Neige. Das Problem ist geblieben. Die Wunden beginnen erneut aufzubrechen.

Lotus bläst das Debüt der neuen breiteren Nase ab, weil ein zweiter Crashtest zu viel Geld kostet. Force India muss die Premiere seiner B-Version vielleicht weiter verschieben, weil die Nase ebenfalls durch den Crashtest gefallen ist. Beide Teams sind mit den Motorzahlungen bei Mercedes im Rückstand. Jetzt haben alle Angst, dass das Kartenhaus noch in diesem Jahr zusammenfällt.

Zahl der Teams könnte noch vor Sommerpause schrumpfen

Trotz der prekären Situation weigern sich die Topteams einem Sparplan zuzustimmen oder eine gerechtere Verteilung des Geldes abzunicken. Doch jetzt stehen alle vor dem Problem, dass das Feld möglicherweise noch vor der Sommerpause auf 18, 16 oder 14 Autos schrumpft. So weit will es aber keiner kommen lassen. Dann droht Ferrari, Red Bull, McLaren und Mercedes der Einsatz eines dritten Autos. Mit den entsprechenden Konsequenzen. Deshalb flammte bei der jüngsten Sitzung der Strategiegruppe die Diskussion über Kundenautos wieder auf.

Sie wurde in Monte Carlo unter Hochdruck fortgesetzt. Bernie Ecclestone brachte seine alte Idee wieder ins Spiel, bei Red Bull oder Dallara für 15 Millonen Euro Einheitsautos bauen zu lassen und diese mit den alten V8-Motoren auszurüsten. Die Königsklasse würde dabei in eine Formel 1 und eine GP1 zerfallen. Vermutlich mit einem geteilten Punktesystem und zwei Meistern.

Mercedes, Ferrari und McLaren lehnen das ab. Sie wollen die V6-Turbos mit Hybridtechnologie behalten. Und sie wollen keine zwei Meisterschaften. Deshalb bieten sie Ecclestone an, von ihren Autos vier Exemplare zu bauen und diese für einen Fixpreis an die notleidenden Teams abzugeben. Das wäre auch die schnellere Lösung, sollte das Boot schon in den nächsten zwei Monaten kentern. Die Autos sind größtenteils bereits gebaut. Der GP-Sport würde dann in die Kategorien "Konstrukteure" und "Kunden" zerfallen. Der Anteil an Ecclestones Kuchen soll ausreichen, dass sich Lotus, Force India, Sauber und Manor dieses Paket leisten können.

Meisterschaft zerfällt in zwei Kategorien

Allerdings nur zu speziellen Regeln. Zum Beispiel, dass die Cockpits nur mit Nachwuchsfahrern besetzt werden dürfen. Und dass Eigententwicklung untersagt ist. Die Kunden werden dann für die Konstrukteure zu Farm-Teams. Das würde einigen Rennfahrern und Ingenieuren den Kopf kosten. Den großen Teams ist das egal. Hauptsache, sie können weitermachen wie bisher.

Informationen aus eingeweihten Kreisen zufolge will Formel 1-Hauptaktionär CVC aus der Not eine Tugend machen. Ihnen strebt folgendes Modell vor. Es gibt fünf starke Konstrukteure mit fünf gesunden Kunden. Die Paarungen wären Mercedes/Lotus, Ferrari/Sauber, Red Bull/ToroRosso, McLaren/Manor und Williams/Force India. Mit diesem "nachhaltigen" Paket will CVC Gerüchten zufolge einen Börsengang planen. Es gibt nur ein Problem: Was passiert, wenn einer der Konstrukteure aufhört oder ein elftes Team dazukommt?

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