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Max Mosley

Briatore ist oft von der FIA verschont worden

Max Mosley & Flavio Briatore Foto: dpa 34 Bilder

Der ehemalige FIA-Präsident Max Mosley hat verärgert auf die Anschuldigungen Flavio Briatores reagiert, er sei ein Opfer persönlicher Rachegelüste geworden. In einem Statement ging Mosley zum Gegenangriff über.

17.12.2009 Tobias Grüner

Flavio Briatore will sich mit seinem Ausschluss aus der Formel 1 nicht abfinden. Vor einem Pariser Gericht versucht der Italiener gegen die aus seiner Sicht unverhältnismäßig hohe Strafe im Zuge des Singapur-Skandals ("Crashgate") vorgehen. Dem britischen Guardian waren Gerichtsdokumente zugespielt worden, in denen Briatore dem ehemaligen FIA-Präsidenten "ein blindes und exzessives Verlangen nach persönlicher Rache" und der FIA einen "Verstoß gegen die grundlegenden Verfahrensregeln eines fairen Prozesses" vorwirft.

Verärgert über die schweren Vorwürfen hat Mosley nun in einem offiziellen Statement Stellung genommen. Zunächst kritisiert er, dass die geheimen Gerichtsdokumente überhaupt an die englische Zeitung weitergeleitet wurde. Es ist laut Mosley sehr wahrscheinlich, dass Briatore oder jemand anderes in seinem Auftrag dafür verantwortlich sei. Dem Guardian wirft er eine einseitige Berichterstattung vor, da er selbst zu den Anschuldigungen nicht befragt wurde.

Keine Rachegefühle gegen Briatore

Auch zu dem Fall selbst äußert sich Mosley noch einmal ausführlich. "Der Streit, auf den Briatore Bezug nimmt, entstand zwischen der FIA und den Formel 1-Teams (FOTA). Allerdings war Briatores Rolle dabei relativ unbedeutend. Es gab von meiner Seite keine bitteren Gefühle ihm gegenüber. Wir haben öfter miteinander gesprochen und hatten ein freundliches Mittagessen in Monaco kurz nachdem der Streit beigelegt war."

Die Crashgate-Affäre habe nach Aussage Mosleys nichts mit dem FOTA-Streit zu tun gehabt. "Der Singapore-Vorfall war dagegen äußerst ernst und verlangte nicht nur nach einer ordentlichen Aufklärung durch die Aufsichtsbehörden, sondern auch nach einer Erklärung von den Beteiligten." Briatore habe die Chance zur Verteidigung mehrmals abgelehnt. Auch vor dem Berufungsgericht wollte sich der Italiener nicht zu den Vorwürfen äußern.

Briatore blieb in vielen Fällen unbehelligt

Dann geht Mosley richtig in die Offensive: "Briatore sollte der Letzte sein, der sich darüber beschwert, von der FIA nicht fair behandelt worden zu sein. Die FIA hat wiederholt bei Zweifeln für ihn entschieden. Das war so, als unter seiner Leitung verbotene Software im Auto gefunden wurde, als Teile der Tankanlage entfernt wurden, als das Team keine vernünftige Erklärung für den Zweck eines Aufhängungsteils vorlegen konnte und als sie dabei erwischt wurden, wie sie in unerlaubter Weise an Informationen von anderen Teams gelangt sind."

In jedem dieser Fälle habe die FIA Briatores Behauptung akzeptiert, dass er nichts darüber wisse. Der Renault-Teamchef habe laut Mosley immer die gleiche Geschichte aufgetischt, dass er kein Techniker sei und ein anderes Teammitglied dafür verantwortlich ist.

Erdrückende Beweise im Singapur-Skandal

Der Singapur-Skandal habe sich von den anderen Vorfällen allerdings unterschieden. Die Beweise für den durch Briatore beauftragten absichtlichen Crash seien laut Mosley überwältigend gewesen. Nelson Piquet hatte eine eidesstattliche Erklärung abgegeben und die Verantwortung Briatores sei sowohl von eine unabhängigen Untersuchung als auch hauseigenen Nachforschungen bei Renault belegt worden.

Deshalb sei die Anschuldigung, dass alles aus Gründen persönlicher Rache konstruiert gewesen sei, nur ein "verzweifeltes und unhaltbarer Vorwurf". Dadurch, dass Briatore den Guardian zu der einseitigen Berichterstattung überreden konnte, wolle er nur von seiner Rolle in einem "der schlimmsten und gefährlichsten Beispiele absichtlichen Betrugs in der Geschichte des Sports" ablenken.

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