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Max Mosley

Die Formel 1 kann auch ohne Ferrari überleben

Max Mosley Foto: Daniel Reinhard

FIA-Präsident Max Mosley hat im eskalierten Machtkampf mit Ferrari um die Formel-1-Budgetobergrenze verbal zurückgeschossen und dürfte die "Roten" mit nur einem Satz ins Mark getroffen haben.

04.05.2009

"Der Sport könnte auch ohne Ferrari überleben", sagte der Chef des Internationalen Automobilverbandes am Wochenende der "Financial Times". "Es wäre sehr, sehr schade Ferrari zu verlieren", räumte Mosley immerhin ein. Schließlich ist die Scuderia als einziger Rennstall seit dem WM-Beginn 1950 dabei und bestritt bis zum Großen Preis am kommenden Sonntag in Barcelona 780 Grand Prix'. Mosleys Urteil: "Es ist das italienische Nationalteam."

Ferrari droht mit Formel 1-Ausstieg

Ein Ferrari-Sprecher stellte klar, dass man keine sinnlose Kontroverse führen wolle, die schädlich für alle Beteiligten in der Formel 1 sei. "Die geeignete Zeit zum Reden wird bald kommen", wurde er von der Online-Ausgabe des "Daily Telegraph" zitiert. Am Mittwoch trifft sich Ferrari in London mit den anderen Rennställen bei einer Sitzung der Teamvereinigung FOTA, um die verordnete Budgetobergrenze zu diskutieren. Auf der Homepage titelten die sportlich derzeit abgeschlagenen "Roten": "Ferrari in der ersten Reihe zur Sicherung der Formel-1-Zukunft."

Doch der Ärger bei Luca di Montezemolo, zugleich auch FOTA-Chef, über das Etatlimit von rund 45 Millionen Euro für 2010 und die damit einhergehenden Vorteile für die Teams, die sich daran halten, ist groß. Der Ferrari-Präsident warf Mosley vor, die Formel 1 in Gefahr zu bringen und drohte mit dem Rückzug des 16-maligen Konstrukteurs-Weltmeisters. Der Brite antwortete in einem Brief, dass inmitten der weltweiten Wirtschaftskrise neue Teams angelockt werden müssten, um einen Kollaps der Königsklasse zu vermeiden.

Mosley sieht Hersteller auf seiner Seite

Mosley geht davon aus, dass die Vorstände der in der Formel 1 engagierten Auto-Konzerne mehr Verständnis für weitere drastische Einsparungen haben. Verlange ein Team bei der Firmenspitze ein um mehr als 100 Millionen Pfund höheres Budget als von der FIA vorgeschlagen, müsse der Vorstand Mosley zufolge fragen: "Warum könnt ihr nicht 40 Millionen Pfund ausgeben wie es die anderen Teams machen?" Derzeit investieren einige Teams, darunter auch Ferrari, geschätzt zwischen 200 und 300 Millionen Euro.

Nach einer ersten Sparrunde wurden die Gesamtausgaben in der Formel 1 vor der laufenden Saison um ein Drittel gesenkt, auch als Reaktion auf den Ausstieg des japanischen Auto-Giganten Honda. Noch habe die Finanzkrise die Formel 1 gar nicht richtig getroffen, glaubt Mosley. "Die große Krise wird kommen, wenn die laufenden (Sponsoren-)Verträge erneuert werden müssen."

In Sachen Budgetobergrenze gebe es Raum zur Diskussion. 2011 könne das Etatlimit noch weiter sinken, aber auch wieder steigen. Man müsse die Grenze den Interessen des Sports anpassen, erklärte der FIA-Chef. Die monetäre Maßregelung soll für neuen Zulauf und bestenfalls einem 26-köpfigen Fahrerfeld in der Saison 2010 führen. Derzeit sind 20 Piloten pro Grand Prix am Start.

Mosley untermauert Machtanspruch

Ferrari-Berater Michael Schumacher hatte sich in einem dpa-Interview schon vor der Eskalation des Budgetstreits kritisch zu Mosleys Plänen geäußert. "Man muss die Grenzen kennen, wie weit man gehen kann und wo man aufpassen muss", warnte der Rekordweltmeister. Noch seien mehrere Autobauer in der Formel 1 engagiert. "Die Vorgehensweise beruht aber offenbar zurzeit darauf, dass man der Meinung ist, dass sie irgendwann nicht mehr da sind. Sollten die Hersteller mal nicht mehr da sein, kann man immer noch drastische Schritte einleiten", befand Schumacher.

Während das sportliche Geschehen kurz vor dem Europaauftakt und der wegweisenden Standortbestimmung in Spanien einmal mehr in den Hintergrund gedrängt wird, machte Mosley unmissverständlich klar, worum es tatsächlich geht: "Ein Machtkampf darum, wer die Formel 1 führt. Ich würde gerne sicherstellen, dass ich das bin", sagte er. Damit nährte der Brite Spekulationen, dass er sich im Oktober doch zur Wiederwahl stellt und zusammen mit Mitvermarkter Bernie Ecclestone weiter die Fäden in der Formel 1 in der Hand halten will - ob mit oder ohne Ferrari.

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