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Max Mosley exklusiv im Interview

"Bernie hat viel zu einer Einigung beigetragen"

Max Mosley Foto: dpa 31 Bilder

FIA-Präsident Max Mosley hat sich in einem Interview mit auto-motor-und-sport.de zum Formel 1-Kompromiss und zum Frieden von Paris geäußert. Auf die Frage zu seinem Nachfolger schließt er auch Ex-Ferrari-Rennleiter Jean Todt nicht aus.

24.06.2009

Die Formel 1 ist gerettet. Es gibt im nächsten Jahr nur eine Serie und an der werden 13 Teams teilnehmen. FIA-Präsident Max Mosley hat deshalb im Gegenzug versprochen, dass er im Oktober nicht mehr als FIA-Präsident kandidieren wird.

Jean Todt als FIA-Präsident? "Ich möchte ihn nicht ausschließen", sagt Mosley

Wer Mosley folgen könnte, darüber wird eifrig spekuliert. Erste Stimmen, die von Michel Boeri, dem Präsidenten des AC Monaco sprachen, wiegelt Mosley ab: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass Boeri an diesem Posten interessiert ist. Er ist für diesen Job auch zu alt." Bei Ex-Ferrari-Rennleiter Jean Todt sieht es dagegen anders aus. Todt wird im Weltverband hinter den Kulissen bereits für höhere Aufgaben aufgebaut. "Ich möchte ihn nicht ausschließen", deutet Mosley an.

Neuer FIA-Präsident: Mosley wird Empfehlungen abgeben

Abzuwarten ist, ob alle Teams mit Todt als Nachfolger von Mosley einverstanden sind. Da könnte es noch einige offene Rechnungen mit früher geben. Was aber laut Mosley keine Rolle spielt. "Nicht die Teams, sondern die Delegierten wählen den FIA-Präsidenten." Auch Mosley hat in der Nachfolgerfrage noch ein gewichtiges Wort. "Wenn es mehr als einen Kandidaten gibt, dann werde ich eine Empfehlung abgeben."

Max Mosley: "Bernie hat viel zu einer Einigung beigetragen. Ohne die Formel 1 wäre sein Leben verpfuscht gewesen."

Am Morgen vor der entscheidenden FIA-Weltratsitzung in Paris hatten Mosley, Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo und Bernie Ecclestone einen Friedensplan ausgearbeitet. Mosley stellte fest: "Für mich waren zwei Dinge wichtig. Die Budgets müssen auf das Maß zurückgeschraubt werden, das wir vorgeschlagen haben. Das passiert. Die Teams werden ihre Kosten auf das Niveau der frühen 90er Jahre reduzieren, was ungefähr unserem Budgetlimit von 45 Millionen Euro entspricht." Noch ein Punkt war Mosley wichtig: "Wir haben den Weg für drei neue Teams geöffnet. Die etablierten Rennställe haben versprochen, ihnen in der Anfangszeit zu helfen."

Mosley: "Williams wird sicherstellen, dass die Budgets runterkommen."

Angst, dass sich die Top-Teams daran nicht mehr erinnern, hat der scheidende FIA-Präsident nicht: "Williams wird sicherstellen, dass die Budgets runterkommen." Als Basis der neuen Sparpläne gilt das 2009er Reglement, versehen mit den vor dem 29. April beschlossenen Änderungen (schmalere Vorderreifen, keine Tankstopps) und dem Kostenreduzierungsplan der FOTA, der sich auf Beschränkung der Ressourcen stützt und nicht eine festgeschriebene Zahl.

Die im März in Genf vereinbarten Sparmaßnahmen wurden jedoch noch einmal modifiziert. Da ist von einer maximalen Zahl von Ingenieuren die Rede und von einer Höchstgrenze der Summe bei auswärts gefertigten Teilen. "Adam Parr von Williams hat geholfen, die letzten Schlupflöcher in diesem Programm zu schließen", erklärte Mosley.

Das Schicksal von KERS ist offen
 
Zwei Fragen sind noch offen. Es liegt jetzt an den Teams, sie zu klären. Bekommt Cosworth für das erste Jahr ein Sonderrecht mit Drehzahlen bis 20.000/min und unlimitierten Motoren? In den Regeln war es so festgelegt und Mosley rät, diesen Punkt so zu belassen. "Es gibt bestimmte Abmachungen mit Cosworth. Man sollte sich an der höheren Drehzahl nicht allzu sehr stören. Die Basis des Motors ist vier Jahre alt und der Verbrauch liegt deutlich höher als bei den anderen. Das bedeutet beim Start einen klaren Gewichtsnachteil." Auch das Schicksal von KERS ist offen.

Mosley zu KERS: "Sie ist wichtig für die Zukunft des Sports."

Die FIA hat den Hybridantrieb weiter als optionale Technik im Programm. Die FOTA beschloss im März ein Standard-KERS, war aber kürzlich von dieser Meinung abgekommen und wollte für 2010 auf KERS verzichten. "Ich würde ihnen raten, diese Technologie weiter zu verfolgen", sagt Mosley. "Sie ist wichtig für die Zukunft des Sports."

Fota wollte am Donnerstag die Konkurrenzserie offiziell ausrufen
 
Es war ein hart umkämpfter Kompromiss. Jede der Parteien musste nachgeben. Die FIA, weil sie ohne die Top-Teams und die Top-Fahrer eine Formel 1 zweiter Klasse geschaffen hätte. "Wir hätten zehn Teams zusammengekriegt, aber es wäre natürlich nicht die Formel 1 gewesen, die wir kennen", gibt Mosley zu. Auch die FOTA bekam Nervenflattern, obwohl sie eigentlich vorhatte, bei ihrem morgigen Treffen in Bologna die Konkurrenzserie offiziell auszurufen.

Max Mosley: "Es hätte eine juristische Schlammschlacht um riesige Summen gegeben."

Den bei den Rechteinhabern FOM unter Vertrag stehenden Teams von Ferrari, Red Bull und ToroRosso ging jedoch die Sorge vor Rechtsklagen um. CVC, die Besitzer der Formel 1, hätten auf Schadensersatz pochen können. "Es hätte eine juristische Schlammschlacht um riesige Summen gegeben. Hier wäre es um einen ernsthaften Vertragsbruch gegangen. Die Unsicherheit, was passiert, hätte die Sponsoren vertrieben", glaubt Mosley. Am Ende spielte auch sein alter Kumpel Bernie Ecclestone eine tragende Rolle in dem Frieden von Paris. "Bernie hat viel zu einer Einigung beigetragen. Ohne die Formel 1 wäre sein Leben verpfuscht gewesen."

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