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Max Mosley

"FIA braucht starken Präsidenten"

Max Mosley Foto: dpa 143 Bilder

FIA-Präsident Max Mosley macht den Teams keine Hoffnung, dass sich nach dem Ende seiner Amtszeit etwas ändern wird. Statt der gewünschten Marionette auf dem FIA-Sitz soll es auch nach Mosley einen starken Präsidenten geben.

26.06.2009 Michael Schmidt

Max Mosley verfasst derzeit viele Briefe. Nach seinem Protestschreiben an Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo vom gestrigen Donnerstag (25.6.), verschickte er nun eine Warnung an alle Verbandspräsidenten, die im Oktober einen neuen Präsidenten wählen sollen. Tenor: "Einen Präsidenten zu wählen, der unter dem Einfluss der Autokonzerne steht, würde die hervorragende Arbeit unserer Organisation und ihrer Clubs in Bezug auf die Sicherheit und Umweltfragen aufs Spiel setzen."

Der Versuch, den FIA-Delegierten zu sagen, wen sie wählen sollen und wen nicht, sollte der FOTA eine Warnung sein. "Wir brauchen einen starken Präsidenten, der Erfahrung im Motorsport und speziell in der Formel 1 hat, genauso wie in generellen Verkehrsfragen." Mosley hätte keine bessere Jobbschreibungen für den für ihn favorisierten Nachfolger geben können. Dabei handelt es sich um den ehemaligen Ferrari-Rennleiter Jean Todt. Der 62-jährige Franzose hat in der Formel 1 nicht nur Freunde.

Versuche die FIA zu unterminieren

Seine Trennung von Ferrari verlief nicht so herzlich, wie sie nach außen dargestellt wurde. Es soll zuvor immer wieder zu Differenzen mit Präsident di Montezemolo gekommen sein. Auch McLaren wird gegen Todt seine Einwände haben. Die beiden Teams führten jahrelang eine Privatfehde. Mosley hat nun die Automobilkonzerne als Feind Nummer eins im FIA-Land ausgemacht. "Es besteht kein Zweifel, dass sie die Rolle der FIA unterminieren wollen. Deshalb müssen wir die Unabhängigkeit der FIA verteidigen, selbst um den Preis, dass dies im Sport zu Schwierigkeiten führt. Vielleicht startet die FOTA eine eigene Serie. Das ist ihr gutes Recht. Doch die Formel 1-WM muss auch weiterhin von der FIA reguliert werden, so wie es in den letzten 60 Jahren der Fall war."

Der Engländer bestätigte den FIA-Delegierten, dass er seine Amtsgeschäfte im Gegensatz zu Behauptungen aus dem FOTA-Lager bis Oktober fortführen werde. "Alles andere wäre ein Betrug an denen, die mir ihr Vertrauen gegeben haben." Nach Mosleys Darstellung habe die FIA mit dem Kompromiss von Paris ihre Ziel erreicht: Die signifikante Senkung der Kosten und den Eintritt neuer Teams. Deshalb habe er seine Entscheidung, nicht noch einmal zur Wahl des neuen Präsidenten anzutreten, bestätigt.

Versuch der Einflussnahme

Den Weltratmitgliedern hielt er die Gefahren vor Augen, die entstehen könnten, wenn die Teams das Heft in die Hand nehmen. Er führt den Fall des Doppeldiffusors an, bei dem angeblich ein Team versucht hat, ihn dazu zu bewegen, das Berufungsgericht zu beeinflussen. "Sie wollten, dass ich mich dafür einsetze, den Doppeldiffusor für illegal zu erklären. Das unterstreicht, was dieses Team unter einem ‚unabhängigen Berufungsgericht versteht. Unabhängig von den anderen Teams und unter Kontrolle der eigenen Interessen."
 
Die FOTA hat sich zu den jüngsten Attacken von Mosley noch nicht geäußert. Im Augenblick wäre es vielleicht auch besser zu schweigen. Der Friede von Paris ist brüchiger als viele glauben.

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