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F1-Sparmaßnahmen

Max Mosley mit radikalem neuen Sparplan

Max Mosley Foto: dpa

FIA-Präsident Max Mosley gehen die beschlossenen Sparmaßnahmen nicht weit genug. In einem Brief an FOTA-Chef Luca di Montezemolo forderte er nun von den F1-Teams eine weitere Abrüstung.

07.01.2009 Michael Schmidt

Am 12. Dezember hat der FIA-Weltrat in Zusammenarbeit mit der Team-Vereinigung FOTA drastische Sparmaßnahmen verabschiedet. Bei genauer Analyse stellte sich jedoch heraus, dass nur auf der Motorenseite wirklich Geld eingespart wird. Jetzt hat FIA-Präsident Max Mosley nachgelegt. In einem Brief an FOTA-Chef Luca di Montezemolo fordert er weitere Maßnahmen von den F1-Teams.

Zunächst einmal erinnert Mosley den Ferrari-Präsidenten daran, dass man sich beim Thema Windkanäle bereits im Dezember 2007 auf die Beschränkung auf einen Kanal, auf Windgeschwindigkeiten von 50 Metern pro Sekunde und Betriebszeiten von 40 Wochenstunden geeinigt habe. Diese Restriktionen sollen nun bereits seit dem 1. Januar 2009 gelten. Bei Zuwiderhandlung könnten die Sportkommissare Strafen aussprechen.

Weiter Einsparungen auf der Motorenseite

Doch damit nicht genug. Ab 2010 soll es weitere Einschnitte geben. Die Motoren, die 2009 bereits auf 18.000/min gedrosselt wurden, sollen dann nur noch maximal bis 17.000/min gedreht werden dürfen. Feintuning darf dann nur noch an den Ansaugtrompeten und Einspritzdüsen vorgenommen werden. Der Rest wird bis 2013 eingefroren.

Cosworth wird die Möglichkeit gegeben, seinen Standardmotor den restlichen Triebwerken anzupassen. Damit soll der Preis für ein Motorleasing pro Saison auf unter fünf Millionen Euro sinken. Die Testfahrten werden auf 15.000 Kilometer limitiert, was das Freitagstraining einschließt. Dabei ist allerdings nicht viel gewonnen. Nach dem aktuellen Stand bringen es die Teams auf rund 10.000 Testkilometer und rund 6.000 Kilometer in den Trainingssitzungen.

Mehr Standardbauteile

Im Gegensatz zu den Teams drängt die FIA auf den Einsatz von Standardgetrieben und Einheitsunterböden. Der Vorschlag der Teams, wenigstens das Getriebegehäuse selbst bauen zu dürfen und sich lediglich bei den Innereien auf Standardteile zu beschränken, findet in Paris keinen Anklang. Beides trage laut Mosley nichts zur Verbesserung der Show bei und verursache nur Kosten. Beim Chassis will die FIA in Kürze eine Liste veröffentlichen, welche Teile überhaupt noch entwickelt werden dürfen. Der Rest solle standardisiert werden.

Zum Streitthema KERS erinnert Mosley die Teams daran, dass keiner verpflichtet ist, mit Hybridantrieb zu fahren. Man könne auch mit einem Einheits-KERS leben, sollten die Teams das wünschen. Die FIA hat sich aber die massive Kritik am hohen Batterieverbrauch und an den Risiken der elektrischen Lösung zu Herzen genommen. Sie regt an, sich in Zukunft auf mechanische oder elektromechanische Energiespeicher zu beschränken.

Auch an der Reifenfront will Mosley ansetzen. Bridgestone solle Gummimischungen entwickeln, die auf der Strecke nicht soviel Gummischnipsel hinterlassen. Den Teams schlägt er einheitliche Gewichtsverteilungen vor, um zu verhindern, dass die Menge an Ballast, die man mit sich führen kann, zum entscheidenden Faktor wird.

Budgetobergrenze zur besseren Kontrolle

Da die Einhaltung der oben genannten Restriktionen einen erheblichen Kontrollaufwand erfordert, bringt Mosley auch die Budgetobergrenze wieder ins Spiel. Damit hätte man nur eine Stellgröße statt vieler kleiner Punkte zu überwachen. In der augenblicklichen Krise würde außerdem kein Hersteller zusätzliche geheime Entwicklungen genehmigen, und die Privatteams hätten gar nicht das Geld, eine Budgetgrenze auszutricksen.

Plänen wie Medaillen statt WM-Punkten, umgekehrten Startaufstellungen oder verkürzten Renndistanzen erteilt der FIA-Präsident indirekt eine Absage. "Keiner dieser Ansätze löst das Überholproblem. Keines bringt uns mehr Zweikämpfe. Ein schnelleres Auto wird dem langsameren immer davonfahren." Was man bräuchte, ist mehr Ausgeglichenheit im Feld.

Abschließend erinnert Mosley die Teams daran, dass die Formel 1 den Bogen schon seit langem überspannt habe. Man sei im Augenblick vom Wohlwollen einiger Hersteller und Milliardäre abhängig. "Die Budgets müssen auf ein Maß reduziert werden, das von dem Geld bestritten werden kann, das die Teams von der FOM (Formula One Administration) bekommen."

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