Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Max Verstappen feiert F1-Debüt

"Das Alter ist nur eine Zahl"

Max Verstappen - Toro Rosso - Formel 1 - GP Japan - 3. Oktober 2014 Foto: xpb 49 Bilder

Max Verstappen hat seine Premiere in der Formel 1 mit Bravour bestanden. Der 17-jährige Holländer spulte 22 Runden ohne Fehler ab und war am Ende nur vier Zehntel langsamer als Daniil Kvyat. Auch den Medien-Marathon wickelte das Wunderkind so routiniert ab, als hätte er nie etwas anderes getan.

03.10.2014 Michael Schmidt

Er sieht aus wie 17 Jahre, aber er spricht wie einer, der doppelt so alt ist. Wer Max Verstappen am Ende seines ersten offiziellen Arbeitstages in einem Formel 1-Autos erlebte, der hatte den Eindruck, dass hier einer spricht, der schon Jahre lang im Geschäft ist. Die Antworten: Kurz und knapp und auf den Punkt gebracht.

Die Vorstellung war ähnlich souverän, wie die auf der Rennstrecke. 22 Runden, kein Fehler. Die schnellste Runde lag nur um 0,443 Sekunden hinter der von Toro Rosso-Teamkollege Daniil Kvyat. "Aber um Rundenzeiten ging es heute gar nicht. Nur um zu lernen und Kilometer zu machen", bilanzierte Verstappen.

Der Wunderknabe war exakt 17 Jahre und drei Tage alt, als er sich zum jüngsten Formel 1-Fahrer aller Zeiten kürte. Alle machen ein großes Theater um sein Alter, nur der Teenager selbst nicht: "Das Alter ist doch nur eine Zahl. Du kommst heute viel besser vorbereitet in der Formel 1 an als früher. Sebastian Vettel war auch ziemlich jung, als er angefangen hat. Und wir kennen alle seine Ergebnisse. Einige schaffen den Durchbruch, andere nicht." Auf die Frage, welches Alter zu jung für die Königsklasse wäre, meinte der Holländer verschmitzt: "14 Jahre, das wäre schon ein bisschen jung."

Verstappen bald mit Führerschein in Belgien

Noch muss Verstappen junior mit Vater Jos vom Hotel zur Rennstrecke fahren. Auf dem Beifahrersitz. Er werde in Kürze einen provisorischen Führerschein machen, der es ihm erlaubt mit einer Begleitperson in seiner Wahlheimat Belgien zu fahren. Aber wirklich wichtig ist es ihm nicht. "Straßenautos interessieren mich nicht so. Ich bin zufrieden mit meinen Rennautos. Mit dem Führerschein für Belgien könnte ich wenigstens in Spa selbst zur Strecke fahren. Auf dem Beifahrersitz ist es aber auch ganz schön. Da kann ich während der Fahrt schlafen."

Jos Verstappen war mit seinem Sohn zufrieden: "Er hat den Auftrag erfüllt und nichts kaputtgemacht." Auch der strenge Teamberater Helmut Marko lobte: "Eine absolut souveräne Vorstellung. Max hätte noch schneller fahren können, wenn er die besten Sektorzeiten in eine Runde gepackt hätte."

Aber das ist ein bisschen viel verlangt von einem, der vorher nur 395 Kilometer in einem alten Toro Rosso gefahren ist und Suzuka lediglich aus dem Red Bull-Simulator kannte. Von Nervosität war bei dem Debütanten nichts zu spüren: "Ich bin ganz ruhig in das Auto gestiegen."

Größerer Sprung vom Kart in die Formel 3

Den Sprung vom Kart in die Formel 3 empfand Verstappen als die größere Umstellung als den Umstieg von der Formel 3 in die Formel 1. "Beides sind Rennautos. In der Formel 1 läuft der Film nur ein bisschen schneller ab. Wenn du aus dem Kart zum ersten Mal in ein richtiges Rennauto steigst, musst du dich an völlig neue Fahrgefühle gewöhnen."

Anpassung ist in diesem Alter noch kein Problem. Der Jungspund räumte ein: "Der aktuelle ToroRosso fährt sich ganz anders als das 2012er Auto. Ich habe meinen Speed Schritt für Schritt aufgebaut und meinen Fahrstil dem Turbomotor angepasst. Am Ende fühlte ich mich im Auto schon halbwegs zuhause."

Für die Achterbahn von Suzuka brauchte das Ausnahmetalent fünf, sechs Runden zum Kennenlernen. "Dann hatte ich die Strecke drauf." Trotzdem blieb Verstappen nach eigenen Aussagen unter dem Limit: "Ich bin auf Nummer sicher gefahren ohne irgendwelche Dummheiten zu machen."

Dafür war die Zeit von 1.38,157 Minuten höchst respektabel. Sie bedeutete Platz 12 und lag lediglich 2,696 Sekunden über Nico Rosbergs Bestzeit. Marko verstand das als klare Antwort auf Zweifler, die den Einstieg als zu früh betrachten.

Vater Jos Verstappen gibt Starthilfe

Vater Jos hält die Diskussionen um die Eignung seines Sohnes für die höchste Spielklasse für gerechtfertigt, erwidert aber: "Ich hätte Max den Schritt nicht machen lassen, wenn ich nicht davon überzeugt wäre, dass er es schafft. Er kommt so viel besser vorbereitet in die Formel 1 als ich. Mein Vater hat mich zwar auch bedingungslos unterstützt, er hatte aber keine Ahnung vom Motorsport. Mit mir hatte Max einen Begleiter, der alles schon einmal durchgemacht hat, was ihm jetzt noch bevorsteht."

Max Verstappen soll vor seinem richtigen GP-Debüt beim GP Australien 2015 so viele Formel 1-Kilometer sammeln wie möglich. Deshalb wird er auch bei den Freitagstrainings in Austin, Interlagos und Abu Dhabi antreten. Dazu den abschließenden Test in Abu Dhabi. Nur Sochi muss Toro Rossos neue Hoffnung auslassen. Da steht die Formel 3 in Imola auf dem Programm.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden