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McLaren

Auf der Suche nach der verlorenen Zeit

Foto: dpa 50 Bilder

Lewis Hamilton fehlten im Ziel des GP Spanien nur 4,187 Sekunden auf Sieger Kimi Räikkönen. Im Vergleich zu seinen beiden Rennen davor in Malaysia und Bahrain war das ein deutlicher Fortschritt. Trotzdem wollte bei McLaren keine Jubelstimmung aus.

02.05.2008 Michael Schmidt

Auch Hamilton gab zu: "Ferrari ist zur Zeit überlegen, wenn auch nurknapp." Der Vize-Weltmeister von 2007 spürt auch den Atem der BMW."Entscheidend war der Start. Hätte ich da nicht Kubica überholt, wärees schwierig geworden, weil er mit der gleichen Taktik gefahren ist wie ich."

McLaren-Mercedes versucht jetzt seine Schwachstellen abzuarbeiten, um die Lücke zu Ferrari zu schließen. Mercedes-Sportchef Norbert Haug analysierte die Rundenzeiten von Barcelona: "Wir haben im ersten Streckensektor die Nase vorn, Ferrari im dritten." Das bedeutet, dass die McLaren derzeit in schnellen Kurven den Ferrari leicht überlegen sind, in langsamen dafür Zeit liegen lassen. Genau umgekehrt zu 2007. "Wir wissen, dass wir da Defizite haben", gibt Direktor Martin Whitmarsh zu.

Boxenstopps in Barcelona ohne Probleme

Zwei Probleme ist McLaren-Mercedes schon angegangen. "Unsere Boxenstopps haben in Barcelona wie am Schnürchen geklappt. Das war zuletzt nicht immer so", freute sich Haug. Trotzdem ist BMW in der Boxengasse immer noch die Nummer eins. Das ist auch schon Ferrari aufgefallen. Teammanager Luca Baldisseri erklärt: "Wir prüfen gerade, was die besser machen."

Zurück zu McLaren und der Fehleranalyse. Die Techniker wissen jetzt, welche Pannen ihnen in Malaysia und Bahrain mit der Abstimmung unterlaufen sind. Das Setup von  Federn, Stabilisatoren und Reifendruck führte dazu, dass sich in den Kurven zuviel Gewicht auf der Hinterachse und den äußeren Rädern konzentrierte. Deshalb blockierte beim Bremsen oft das kurveninnere Rad, deshalb waren die McLaren auf den harten Reifen schneller als mit den weichen, weil die weichen zu heiß wurden. Die Fahrer glauben, dass sie die falsche Abstimmung eine halbe Sekunde gekostet hat. "Ein bisschen optimistisch", urteilt Martin Whitmarsh. "Aber ein paar Zehntel hat das schon gebracht."

Aggressivere Taktik erforderlich

Bei der Strategie muss McLaren-Mercedes vielleicht umdenken. Lewis Hamilton und Heikki Kovalainen haben nicht nur in Barcelona Startplätze verschenkt, weil sie mit zuviel Benzin an Bord ins Qualifying geschickt wurden. Da ist in Zukunft vielleicht eine aggressivere Taktik gefragt. "Ich habe mich auch gewundert", gab Norbert Haug zu, "dass die Ferrari in Spanien früher getankt haben als wir." McLaren sollte angesichts der Probleme mit dem Überholen bedenken: Wer einmal führt, gewinnt meistens. Bis jetzt kamen drei der vier Sieger 2008 von der Pole Position.

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