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McLaren bestreitet Stallregie-Vorwürfe

Das große Missverständnis bei McLaren

Hamilton gegen Button Foto: xpb 23 Bilder

McLaren hätte sich die Reaktion auf den Doppelsieg beim GP Türkei auch anders vorgestellt. Statt Jubel gab es Medienschelte wegen einer vermeintlichen Stallregie. Je mehr McLaren dementierte, umso unglaubwürdiger wurden ihre Argumente.

11.06.2010 Michael Schmidt

Rückblick auf Istanbul: Jenson Button überholt Lewis Hamilton. Die McLaren-Piloten duellieren sich über vier Kurven, und am Ende heißt der Sieger doch wieder Hamilton. Die Fans waren begeistert. 30 Sekunden lang boten die beiden englischen Weltmeister Rennsport pur. Doch dann verdunkelten sich die Wolken am McLaren-Horizont.

Es begann damit, dass Button den Befehl bekam, Benzin zu sparen. Übersetzt hieß das: Lass Hamilton in Ruhe. Im McLaren-Camp wollte das aber keiner zugeben. Stattdessen blieb die Teamleitung beharrlich bei der Benzintheorie. Button hatte seinen Verbrauch jedoch schon früh in den grünen Bereich gebracht. Wie sonst hätte er kurz vor seinem Duell mit Hamilton drei schnellste Runden am Stück fahren können, während sein Teamkollege im Sparmodus unterwegs war?

Geheimniskrämerei weckt Stallregie-Verdacht

McLaren Geheimniskrämerei war somit völlig unnötig. Jeder hätte einen Nichtangriffspakt in den letzten zehn Runden verstanden. Die Jungs hatten ihren Spaß gehabt, es war alles gut gegangen, warum sollte man das Schicksal herausfordern?

Es kam allerdings noch schlimmer. Nachdem auf Bernie Ecclestones Website Bordfunkmitschnitte zwischen Hamilton und seinem Renningenieur Phil Prew öffentlich wurden, musste man den Eindruck gewinnen, dass bei McLaren die eine Hand nicht weiß, was die andere tut. Hamilton bekam von seinem Ingenieur die Versicherung, dass er ruhig Sprit sparen könne, Button würde ihn schon nicht angreifen. Was nachweislich nicht geklappt hat.

Button-Angriff kam überraschend für Hamilton

Button war offensichtlich nicht darüber informiert, dass Hamilton nicht angegriffen werden darf. Das wiederum hätte schwer nach Stallregie gerochen. Und von der distanziert sich McLaren ganz vehement. "Unsere Fahrer dürfen ihr eigenes Rennen fahren", beteuert Teamchef Martin Whitmarsh.

McLaren erklärte den ganzen Vorfall zum großen Missverständnis, wobei nicht ganz klar wurde, wer da wen nicht verstanden hat. Ross Brawn wunderte sich ebenfalls. "Bei uns ist es so. Die Renningenieure kommunizieren mit ihren beiden Fahrern. Ich kann beide Funkkontakte abhören. Würde ein Ingenieur seinem Fahrer sagen, dass der andere nicht angreift, wüsste es in unserem Fall der andere auch."

Kommunikationsprobleme bei McLaren

Lewis Hamilton hielt an McLarens Version fest, dass es im Team keine Stallregie gebe. Immerhin gibt er zu, dass die Lektion aus der Affäre die ist, dass die Kommunikation im Team verbessert wird. Für ihn kam Buttons Angriff überraschend. Button ging auf das Thema nicht näher ein. Nur soviel: "Lewis fuhr in der Spritsparphase langsamer als er hätte fahren müssen." Offenbar haben sich bereits hier Fahrer und Ingenieur nicht richtig abgesprochen.

Im Gegensatz zum dramatischen Red Bull-Duell zwischen Mark Webber und Sebastian Vettel spielte Button nicht den wilden Mann um jeden Preis: "Egal, ob Teamkollege oder nicht. Ich komme lieber ins Ziel als mit meinem Gegner zu crashen." Deshalb gab der Titelverteidiger bei Hamiltons Konter nach. "Entweder wären wir beide abgeflogen, auf jeden Fall aber ich selbst. Lewis war innen. Da hast du im Zweikampf immer die besseren Karten."

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