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McLaren bittet um Strafnachlass

Alles neu bei Alonso

McLaren-Honda - GP England - Silverstone - Donnerstag - 2.7.2015 Foto: ams 148 Bilder

Der Crash zwischen Fernando Alonso und Kimi Räikkönen in Österreich wirkt noch bis Silverstone nach. Alonso bekommt ein neues Chassis, einen neuen Motor und ein neues Getriebe. Die Frage ist jetzt: ein neuer neuer Motor oder ein neuer alter Motor?

02.07.2015 Michael Schmidt

Fernando Alonso reagierte gereizt auf die Frage, wer nun wirklich schuld war am Unfall zwischen ihm und Kimi Räikkönen beim GP Österreich. "Ich habe euch schon in Österreich gesagt, dass ich 10 Meter hinter Kimi lag. Und Kimi hat mir gleich nach dem Unfall zugegeben, dass er das Auto verloren hat. Ich weiß nicht, welches Fass ihr da aufmachen wollt?>"

Die Bestätigung für Alonsos Darstellung hätte die TV-Kamera in seinem McLaren bringen können. Doch während der TV-Zuschauer die Kollision aus Räikkönens Perspektive sah, blieben die Bilder aus Alonsos Kamera verborgen. Aus gutem Grund, wie FOM-Mitarbeiter erzählen. Als der McLaren mit dem Ferrari kollidierte, rasierte es zuerst die TV-Kamera ab.

McLaren mit 38 g in Leitplanke gedrückt

Und es gab weitere gravierende Schäden an der Seite und im Heck des McLaren-Honda mit der Startnummer 14. So wurde am hinteren Teil des Motors der Ventildeckel eingedrückt und dabei die Nockenwelle mit beschädigt. Auch das Getriebegehäuse ging zu Bruch. Alonso braucht einen neuen Motor. Wäre es der sechste, gäbe es laut Statuten eine neue Strafe. Würde man ein altes Triebwerk hernehmen, hätte Alonso einen Power-Nachteil, weil die noch mit den alten Turboladern betrieben werden müssen. "Wir versuchen mit der FIA zu reden, ob in dem speziellen Fall Strafen gerechtfertigt sind. Es müsste hier eigentlich der gesunde Menschenverstand walten", meint Alonso.

Beim seitlichen Aufprall in die Leitplanke knickten die seitlichen Crashstrukturen am Chassis ab. Sie haben den heftigen Aufprall mit 150 km/h orgnungsgemäß gedämpft. Der Unfallschreiber notierte eine seitliche Verzögerung von 38 g, wobei für 35 Millisekunden über 15 g anlagen. Die Länge der Verzögerung zeigt, dass es sich hierbei nicht um einen kleinen Ausrutscher gehandelt hat.

Der Fahrerlagerfunk erzählt sich weiter, dass die Ohrsensoren am Kopf des Fahrers Beschleunigungen von 50 g in die eine und 24 g in die andere Richtung gemessen haben. Also deutlich höher als bei Alonsos Testunfall in Barcelona. Damals trat allerdings auch keine Knautschzone in Aktion, die den Stoß hätte abfedern können.

Chassistausch zwischen Button und Alonso

Alonso wird beim GP England das alte Chassis von Jenson Button benutzen. Button sitzt in einer neuen Karbonröhre, die etwas leichter sein soll als die Standardversion. McLaren wird beim Heimspiel mit beiden Autos mit der kurzen Nase und der neuen Aerodynamik antreten. Mit einer Weiterentwicklung des in Spielberg vorgestellten Frontflügelkonzepts, neuen Spiegeln und modifizierten Seitenkasten-Vorflügeln.

Alonso hatte nach dem GP Österreich die Möglichkeit, das Aero-Facelift ausgiebig zu testen. Die Probefahrten am GP-Wochenende fielen ja größtenteils ins Wasser. "Wir brauchen so viele Kilometer wie möglich. 100 Runden hören sich nach viel an, aber wir hatten dafür auch 9 Stunden Zeit. Das heißt nicht, dass wir dort alle Zuverläsasigkeitsprobleme im Griff hatten", berichtet Alonso. Sein Fazit: "Das neue Auto fühlt sich besser an. Wie gut es ist, muss uns Silverstone zeigen. Deshalb ist es ein sehr wichtiges Rennen für uns."

Ein besserer McLaren für zweite Halbzeit

Den Rückschritt bei den letzten beiden Rennen führt Alonso einzig und allein auf das Layout der Strecken von Montreal und Spielberg zurück. "Wir wussten, dass es vier schlechte Strecken für uns im Kalender gibt. Zwei haben wir abgehakt. Spa und Monza müssen wir noch überstehen." Alonso besteht darauf, dass er mit dem Entwicklungsprogramm bei McLaren und Honda zufrieden ist: "Es ist alles nur eine Frage der Zeit. In der zweiten Saisonhälfte werdet ihr einen stärkeren McLaren sehen als jetzt."

Der Spanier begründet den Optimismus mit den bereits geleisteten Entwicklungsschritten, und dem was bei McLaren-Honda noch in der Planung ist. "Für uns ist 2015 ein Testjahr. Unser Problem ist, dass wir das in der Öfffentlichkeit an den Rennwochenenden tun müssen. Natürlich ist es nicht gut, wenn wir nach 8 Rennen schon 5 Motoren verbraucht haben. Aber ich denke, wir haben daraus auch etwas gelernt."

Zum Schluss musste der zweifache Champion noch ein großes Pflaster an seiner linken Hand erklären. Etwa doch ein Andenken an den Crash von Österreich? Alonso winkt ab: "Ich habe 5 Tage in den Alpen mit dem Mountainbike trainiert. Am letzten Tag bin ich auf einer Abfahrt vom Rad gefallen und habe mich an der Hand verletzt."

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