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McLaren Boxenstopp-Fehler

Jagd nach der 2-Sekunden-Marke

Button - Formel 1 - GP Malaysia 2013 Foto: xpb 24 Bilder

Die verschleißfreudigen Pirelli-Gummis sorgen für jede Menge Boxenstopps. Konstant schnelle Reifenwechsel werden somit immer wichtiger. Auf der Jagd nach neuen Rekorden passieren automatisch auch Fehler. Das letzte prominente Opfer hieß Jenson Button.

28.03.2013 Tobias Grüner

Pirelli sorgt in der Formel 1 aktuell für die Show. Pirelli sorgt aber auch für Drama. Die alten Bridgestone-Zeiten sind endgültig vorbei, als Piloten schier endlos auf einem Reifensatz unterwegs waren und dabei immer schneller wurden. Bis auf wenige Ausnahmen mussten alle Piloten in Malaysia vier mal bei den Mechanikern vorbeikommen, um neue Gummis abzuholen.

Einigen Fans und Experten ist das zu viel: "Man muss aufpassen, dass die Autos häufiger auf der Strecke die Zielgerade entlang fahren als in der Boxengasse", warnte Martin Brundle. Eigentlich sind vier Boxenstopps auch für Pirelli zu viel. Der Durchschnitt über die Saison sollte nach den Plänen des Zulieferers bei zwei Reifenwechseln pro Rennen liegen.

Der Faktor Reifen mag momentan vielleicht etwas zu groß erscheinen, aber immerhin sorgt er für Action. Bei insgesamt 73 Boxenstopps kann nicht immer alles glatt gehen. Lewis Hamilton sorgte mit seinem Besuch an der McLaren-Garage für den Lacher des Rennens. Der Crash von Charles Pic und Vergne in der Boxengasse riss die Zuschauer ebenfalls kurzzeitig von den Sitzen.

Bei so vielen Boxenstopps wird die Leistung der Mechaniker zu einem wichtigen Faktor. Schnell und konstant lautet der Auftrag an das Schrauber-Ballett. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis der McLaren-Rekord von 2,31 Sekunden fällt, den die Briten vergangenes Jahr in Hockenheim aufgestellt haben.

McLaren im Malaysia-Training unter 2 Sekunden

Bei McLaren ist man besonders stolz auf die schnellen Reifenwechsel. Nach einigen Fehlern zu Beginn der letzten Saison hatte man die Probleme dank neuer Prozeduren in den Griff bekommen. "In Australien haben wir noch einen 2,3er Stopp geschafft", berichtete Teamchef Martin Whitmarsh. Beim Boxenstopp-Training am Samstag wurde sogar die 2-Sekunden-Marke geknackt.

Mit der im Vergleich zum Vorjahr leicht veränderten Crew wollte man diese Leistung natürlich auf im Rennen zeigen. Mark Webber und Sebastian Vettel hatten laut offiziellem Timing der FIA 2,3er und 2,4er Stopps vorgelegt. Auch Hamilton schaffte früh im Rennen einen 2,4er Stopp. Button blieb bei den ersten beiden Boxenbesuchen etwas langsamer als die Konkurrenz. Beim dritten Stopp ging man volles Risiko.

"Die Jungs haben beim Stopp leider etwas schnell den Abzug gelöst", fluchte Whitmarsh nach dem Rennen. "Jenson hat blitzschnelle Reaktionen und war sofort weg, als das grüne Licht anging." Leider war das Rad vorne rechts noch nicht richtig festgezogen. Der gleiche Fehler ereilte Button schon 2011 in Silverstone. Auch damals konnte der Pilot nichts dafür.

"Er hat einen tollen Stopp hingelegt, aber wir haben einen Fehler gemacht. Das hat ihn leider das Rennen gekostet", entschuldigte sich Whtimarsh nach dem Rennen bei seinem Fahrer. Wie genau der Fehler passieren konnte, war direkt nach dem Rennen nicht herauszufinden.

McLaren-Fehler durch menschliches Versagen

"Es gibt viele Dinge, die passen müssen, damit die Ampel auf Grün schaltet. Das müssen wir genau analysieren. Ich glaube aber nicht, dass es ein Problem mit dem System gibt. Die meisten Fehler passieren leider durch menschliches Versagen", so Whitmarsh. "Unser Ziel lautet, Stopps in unter zwei Sekunden hinzubekommen. Das setzt natürlich viele Leute extrem unter Druck. Da muss alles passen."

Um den Fauxpas zu beheben mussten die Mechaniker das Auto erst wieder zurück in die Position rollen und das Rad einzeln festziehen. Im Vergleich zu einem normalen Boxenstopp verlor Button mehr als 80 Sekunden. Whitmarsh: "Es ist natürlich ärgerlich, wenn man einen fünften Platz so einfach wegwirft. Vielleicht hätten wir den Mercedes das Leben noch ein wenig schwer gemacht."

Generell konnte der Teamchef aber mit der Vorstellung zufrieden sein. "Wenn man mir vor dem Rennwochenende gesagt hätte, dass wir von der Pace her mit den Top-Teams mithalten können, dann hätte ich gejubelt. Jetzt bleibt natürlich ein fader Nachgeschmack." Am Ziel ist McLaren aber längst noch nicht. Auf die Frage, ob weitere technische Updates für China geplant sind, grinste der Brite: "Das hoffe ich doch. Da muss jetzt was kommen."

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