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McLaren-Boxenstopps

In diesem Jahr noch unter zwei Sekunden

McLaren Boxenstopp 2012 Button Hockenheim Foto: McLaren 22 Bilder

In Hockenheim hat McLaren einen Weltrekord aufgestellt. Bei Jenson Buttons zweitem Boxenstopp wurden die vier Reifen in 2,31 Sekunden gewechselt. Doch es soll bald noch schneller gehen. Sportdirektor Sam Michael traut sich eine Wette zu: "Bis zum Ende des Jahres knacken wir die Zweisekundenmarke."

27.07.2012 Michael Schmidt

Man müsste meinen, dass es schneller nicht mehr geht. Von dem Moment, an dem Jenson Button bei seinem zweiten Reifenwechsel in Hockenheim zum Stillstand kam bis zu dem Augenblick, in dem der McLaren wieder anfuhr, lagen exakt 2,31 Sekunden. Dazwischen haben 17 Teammitglieder das Auto auf die Wagenheber gestellt, vier Reifen gewechselt, es wieder abgelassen, den Verkehr in der Boxengasse gecheckt, und per Knopfdruck die Ampelanlage auf Grün gestellt.

McLaren-Sportdirektor Sam Michael sagt: "Das können wir noch schneller. Ich gehe jede Wette ein, dass wir vor Ende des Jahres, die Zweisekundenmarke knacken." Was genau in Hockenheim noch besser hätte funktionieren können, will Michael nicht sagen. Es könnte der Konkurrenz Aufschluss darüber geht, auf was McLaren bei der Perfektionierung der Boxenstopps achtet.

Button-Rekordstopp nicht perfekt 

Beobachter haben festgestellt, dass Button seine Parkposition um ungefähr 20 Zentimeter überfuhr. Eine Kleinigkeit, die aber Sekundenbruchteile kostet, weil die Mechaniker am Rad die Schlagschrauber versetzt aufsetzen müssen.

McLaren musste in Hockenheim fünf Boxenstopps abwickeln. Der erste war unplanmäßig, weil sich Lewis Hamilton einen Plattfuß eingefahren hatte. Die Standzeit betrug deshalb auch lange 5,7 Sekunden. Doch dann rollte der McLaren-Express. Die Standzeiten für Button betrugen 3,2 und 2,3 Sekunden, die für Hamilton 2,8 und 3,8 Sekunden.

Sam Michael urteilt streng: "Jeder Boxenstopp über drei Sekunden ist mit einem Fehler behaftet." Meistens ist es der Mensch. Die Monteure stehen unter einem enormen Druck. Zehntelsekunden können entscheidend sein, ob der eigene Fahrer vor oder hinter einem Konkurrenten wieder auf die Strecke geht.

Konstanz wichtiger als Rekorde

Deshalb zielt Sam Michael mehr auf Konstanz als auf Rekorde. "Wenn wir unseren Jungs sagen würden, wir brauchen jetzt einen Rekordboxenstopp, dann geht bestimmt etwas schief. Wir haben ihnen in Hockenheim auch erst nach der Zieldurchfahrt erzählt, was für einen Wahnsinnsstopp sie da hingelegt haben. Alles andere lenkt während eines Rennens nur ab. Wichtig ist die Konstanz der Stopps. Dann kommen die Rekorde von ganz allein, weil die Crew mit jedem gelungenen Stopp mehr Sicherheit bekommt."

McLaren hat sieben Monate gebraucht, um die optimale Truppe zusammenzustellen. Jetzt ist jeder Mann am richtigen Platz. Während eines GP-Wochenendes übt McLaren nur 65 Stopps. Je 15 am Donnerstag, Freitag und Samstag, den Rest am Sonntagvormittag.

800 Boxenstopps am Stück

In der Fabrik gibt es eine extra eingerichtete Stellfläche, wo die Mechaniker Boxenstopps trainieren können. Fällt einer der 17 Mann aus, gibt es Extra-Training. Das heißt zwischen 800 und 1.000 Stopps pro Tag. Sam Michael erzählt. "Am Montag vor dem GP England haben die Jungs in der Fabrik von 10 Uhr bis 16 Uhr durchgehend Reifen gewechselt. Das waren 800 Stopps."

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