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McLaren-Boxenstopps

Zwei-Sekunden-Marke wird fallen

McLaren Boxenstopp 2012 Foto: ams 24 Bilder

McLaren sagt Red Bull den Kampf an. Der WM-Dritte des Vorjahres weiß aus Erfahrung, dass ein besseres Auto kein Garantieschein ist. Deshalb will McLaren die Fehlerquote minimieren und bei den Boxenstopps neue Rekorde aufstellen. Red Bulls Herausforderer trainiert für Reifenwechsel unter zwei Sekunden.

08.02.2013 Michael Schmidt

McLaren ist ein spezielles Team. Der Rennstall aus Woking überlässt nichts dem Zufall. Sechs Monate lang hat der WM-Zweite des Vorjahres analysiert, warum der Titel an Red Bull verloren ging.

Sogar Red Bull-Teamchef Christian Horner gibt zu: "Letztes Jahr hatte McLaren über weite Strecken der Saison das bessere Auto. Sie hätten eigentlich Weltmeister werden müssen." McLaren widerspricht nicht. Sportdirektor Sam Michael führt aus: "Über fünf, sechs Rennen war uns Red Bull überlegen. Den Rest waren wir entweder ebenbürtig oder schneller. Wir haben die Weltmeisterschaft durch eigene Fehler vergeigt."

McLaren mit fünf Defekten und fünf Unfällen

McLaren schrieb 2012 zehn Nullrunden. Fünf Defekte, fünf Unfälle. Red Bull verbuchte nur halb so viel Ausfälle. Und die Titelverteidiger leisteten sich weniger strategische Pannen. Die Boxenstopps waren in der Spitze langsamer, aber im Durchschnitt schneller. Was hilft ein Rekord von 2.31 Sekunden für einen Reifenwechsel, wenn der nächste Boxenstopp zehn Sekunden dauert?

Sam Michael gibt zu: "Wir hatten zu viele Defekte und zu viele Fehler im operationellen Bereich. Das lag entweder daran, dass die Prozeduren nicht gut genug waren, oder dass die Leute die Prozeduren nicht eingehalten haben. Wir haben deshalb viele unserer Abläufe geändert. Und zwar so, dass sie einfacher zu befolgen sind."

Unter zwei Sekunden in der Spitze

McLaren glaubt, dass man die Boxenstopps unter zwei Sekunden drücken kann. Zwei Zehntel sind noch bei den Werkzeugen drin, zwei Zehntel bei den Menschen. Im Schnitt will man Reifenwechsel in 2,5 Sekunden absolvieren. Die Zeit, die man in den Boxen verliert oder gewinnt wird wegen des immer engeren Wettbewerbs immer wichtiger. McLaren trainiert pro Tag bis zu 30 Stopps in der Fabrik. Die Mannschaft beträgt 24 Mann. Für die exponierten Teilnehmer gibt es nicht nur physisches, sondern auch mentales Training. Am meisten belastet sind die Männer am Schlagschrauber.

Sam Michael dazu: "Da kann am meisten schiefgehen. Deshhalb stehen die Jungs am Schlagschrauber auch am meisten im Fokus. Sie können die Radmutter nicht genau treffen und beim Aufsetzen verkanten. Oder es besteht die Gefahr, beim Absetzen hängenzubleiben. Um Platz zu schaffen für die Jungs, die das Rad bereitstellen, muss der Mann am Schlagschrauber vom Rad ziemlich weit entfernt sein. Der lange Hebel verlangt unheimlich viel Kraft im Oberkörper."

Gefühl der Sicherheit beschleunigt Boxenstopps

McLaren hat versucht die Risiken zu minimieren, damit sich die Hauptdarsteller beim Boxenstopp sicher fühlen. Auch das gewinnt Zeit. So hat man ein System entwickelt, damit der Mann am Schlagschrauber nicht mehr mitgerissen werden kann. Fährt das Auto los, obwohl der Schlagschrauber noch am Rad hängt, löst sich der Schaft von der Radmutter. So wird verhindert, dass der Mechaniker samt Schlagschrauber und Kabel mitgeschleift wird, sollte die Ampel zu früh auf Grün schalten.

Der Mann am vorderen Wagenheber kann außerdem sicher sein, dass er nicht überfahren wird, wenn er zu langsam reagiert. Die Wagenheber sind jetzt so konstruiert, dass sie das Auto beim Abfahren aus dem Weg schieben kann, ohne dass der Bedienende verletzt werden kann.

Boxenstopps können Rennen entscheiden. In Hockenheim kam Jenson Button vor Sebastian Vettel ins Ziel, weil McLaren den zweiten Boxenstopp eine Sekunde schneller abgewickelt hatte. "In diesem Bereich musst du schneller sein, wenn du Plätze gutmachen willst. Ein paar Zehntel Zeitgewinn sind zu wenig", behauptet Sam Michael.

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