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McLaren-Chef Whitmarsh

"Keine Pläne zum Kauf von BMW-Motoren"

McLaren & BMW Sauber Foto: Wolfgang Wilhelm 27 Bilder

Es ist das heißeste Gerücht im Fahrerlager. Aus Angst, dass Mercedes zu Brawn GP abwandert, soll McLaren Kontakt zu BMW aufgenommen haben, um die Motoren zu kaufen. Teamchef Martin Whitmarsh dementiert: "Es gibt solche Pläne nicht."

03.10.2009 Michael Schmidt

Es hat sich inzwischen bei McLaren herumgesprochen, dass Mercedes zu Brawn GP abwandern will. Dementsprechend nervös ist die Stimmung im Management. Der Vertrag mit dem schwäbischen Automobilkonzern garantiert zwar noch eine Motorenlieferung für die nächsten zwei Jahre, doch McLaren-Mitinhaber Ron Dennis wollte noch nie bei einem Partner nur die Nummer zwei sein.

BMW wäre bereit zum Motorenverkauf

So gesehen scheinen die Gerüchte um eine Partnerschaft mit BMW sinnvoll zu sein. McLaren kauft bei BMW alle Formel 1-Motoren und die dazugehörigen Konstruktionspläne und entwickelt in Eigenregie das Triebwerk weiter. Der Formel 1-Rennstall lässt bereits den Motor für seinen neuen Straßensportwagen MP4-12C unter eigener Flagge bauen. Der schwäbische Kolbenhersteller Mahle soll den technischen Part übernehmen. Warum dann nicht wie einst Enzo Ferrari den Rennsport und die Straße miteinander verbinden?

BMW wäre offenbar bereit, die Motoren zu verkaufen, sollte es ein finanziell interessantes Angebot dafür geben. Doch mit dem Kauf der Technik ist es nicht getan. Der Unterhalt der Triebwerke und die Weiterentwicklung kosten zwischen 50 und 70 Millionen Euro im Jahr. Trotz Entwicklungsstopp steht die Entwicklung nie still. Die Ingenieure sind ständig damit beschäftigt, Standfestigkeitsprobleme zu lösen. Das zieht dann wieder aufwändige Prüfstandstests nach sich. Wer im Motor ein zuverlässigkeitsrelevantes Teil ändert, muss das auf dem Prüfstand wieder über eine Distanz von mindestens 2.000 Kilometer testen.

Moderne Formel 1-Motoren sind Hochpräzisionsaggregate. Dafür braucht man entsprechende Maschinen und Fertigungsanlagen. Eine Stimme aus dem Fahrerlager: "Einen eigenen Motor einzusetzen, ist ein hohes finanzielles Risiko. Das lohnt sich nur, wenn man einen Investor zur Seite hat." Auch das könnte McLaren möglicherweise bieten. Das Königshaus von Bahrain ist mit 30 Prozent an der Firma beteiligt. Im Gegensatz zu Mercedes unterstützen die Bahrainis das Sportwagenprojekt von Ron Dennis.

McLaren dementiert BMW-Pläne

McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh wies die Gerüchte zurück. "Dieses Thema ist von außen an uns herangetragen worden, als mögliche Option für die Zukunft. Wir haben jedoch keine Pläne, BMW-Motoren zu kaufen." Insider halten es trotz des Dementis für möglich, dass Ron Dennis eigene Pläne im Hinterkopf hat. Der im März zurückgetretene Teamchef träumte schon immer von der Unabhängigkeit externer Partner.

Aus Motorenkreisen hört man Geschichten, dass Dennis in München angefragt habe, ob BMW bereit sei, sein Motorenlager zu verkaufen. An der Rennstrecke geht bei McLaren-Mercedes weiter alles seinen gewohnten Gang. Mercedes-Sportchef Norbert Haug stellt fest: "Unanhängig der Gerüchte, die da im Fahrerlager kursieren, ist die Zusammenarbeit beider Partner besser denn je." Die Resultate zeigen es. Lewis Hamilton gewann in Singapur das zweite Saisonrennen für die Silberpfeile.

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