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McLaren erklärt Alonso-Unfall

Ärzte raten Alonso zur Ruhe

Fernando Alonso - McLaren - Formel 1-Test - Barcelona - 22. Februar 2015 Foto: xpb 116 Bilder

McLaren hat auf die Vorwürfe und Spekulationen zum Unfall von Fernando Alonso reagiert. Chef Ron Dennis stellte noch einmal klar, dass der Unfall definitiv nicht durch ein Technik-Problem verursacht wurde. Und dass Alonso unverletzt ist. Der Spanier wollte den letzten Barcelona-Test bestreiten, doch die Ärzte rieten davon ab.

26.02.2015 Michael Schmidt

Vier Tage nach dem Testunfall von Fernando Alonso vergangenen Sonntag (23.2.) in Barcelona ging die Seifenoper um den Zwischenfall in eine neue Runde. McLaren-Chef Ron Dennis stellte sich den Medien, um auf die Vorwürfe, Verdächtigungen und Spekulationen in der Presse und in den sozialen Netzwerken zu antworten.

Tenor seiner Aussagen: "Wir haben nichts zu verbergen." McLaren bleibt dabei: Es ist nichts am Auto gebrochen. "Das zeigen alle Aufzeichnungen der Telemetrie. Wir können absolut ausschließen, dass der Unfall durch einen Defekt am Auto ausgelöst wurde."

Die Daten zeigen auch, dass Alonso bis zum Kontrollverlust auf dem Kunstrasen auf der Außenseite von Kurve 3 ganz normal gelenkt, gebremst und runtergeschaltet hat. Der Spanier befand sich in der Unfall-Runde gerade in einem Aerodynamik-Messprogramm.

Auf die Wind-Theorie angesprochen gab Dennis zu, dass dies eine Vermutung des Teams sei. "Sie stützt sich auf die Aussagen eines Augenzeugen, der mit seinem Kind in dieser Kurve stand und zu uns Kontakt aufnahm. Der berichtete von heftigen Windböen. Auch Fernando selbst hatte in den Runden zuvor von einem unangenehmen Wind berichtet, der das Auto immer wieder aus der Bahn geworfen hat."

Letzte 3 Sekunden vor Aufprall bleiben unklar

Ron Dennis sagt aber auch, dass die zwei bis drei Sekunden zwischen dem Verlust der Kontrolle und dem ersten Einschlag in die Mauer nicht einwandfrei nachvollzogen werden könne. Es bleibt also unklar, warum das Auto, das zunächst nach innen abbog, danach noch einmal die Richtung änderte, um im rechten Winkel seitlich gegen die Mauer zu prallen. Da könnte die Auswertung der FIA-Blackbox Aufklärung bringen. Sie misst die Bewegungen des Autos in alle Richtungen.

Man muss davon ausgehen, dass Alonso erst beim Aufprall kurz das Bewusstsein verlor. "Es war eine sehr kurze Zeitspanne, wahrscheinlich ging es nur um Sekunden. Als das Auto zum Stillstand kam, konnten wir ihn atmen hören. Er hat aber nicht gleich geantwortet."

Dennis verriet weiter: "Die Verzögerungskräfte auf das Auto waren deutlich höher als auf seinen Helm. Das konnten wir aus den G-Sensoren in den Ohrenstöpseln herauslesen. Sie haben weniger als die Hälfte der G-Werte gemessen, die auf das Auto wirkten."

Dennis wollte nicht ausschließen, dass dem Fahrer schon vorher schwarz vor Augen wurde, hält es aber für extrem unwahrscheinlich. "Das ist ein Bereich, über den wir keine Daten haben. Alles, was wir sagen können ist, dass er bis zu dem Kontrollverlust völlig normal gefahren ist."

Komisch in diesem Zusammenhang ist, dass McLaren seinen Fahrer noch nicht nach seiner Darstellung vom Unfall gefragt hat. Es sickerte aus Alonsos Kreisen durch, dass er sich an nichts erinnern könne.

Alonso hat keine Gehirnerschütterung

Die kurze Bewusstlosigkeit ist auch daran schuld, dass die Ärzte Alonso zur Ruhe raten. McLaren besteht darauf, dass ihr Superstar absolut unverletzt sein. "Er hat nicht einmal eine leichte Gehirnerschütterung. Das würden die CT- und MRI-Scans zeigen", beteuert Dennis.

Auch einen Elektro-Schock schließt McLaren aus. "Man kann innerhalb der ersten 48 Stunden an bestimmten Enzymen im Körper feststellen, ob ein Mensch mit elektrischem Strom in Berührung gekommen ist. Da war nichts."

Wie passen dann aber ein Abtransport im Hubschrauber in sediertem Zustand und vier Tage Krankenhausaufenthalt zusammen? Dennis beruft sich auf Kopfverletzungen berühmter Sportler in der letzten Zeit. Ohne Namen zu nennen meint er auch Michaerl Schumacher und Jules Bianchi.

Daraus leitet Dennis eine Übersensibilität der Ärzte beim leisesten Verdacht auf Hirnverletzung ab. "Die Ärzte sind extrem vorsichtig, weil sie Angst haben irgendetwas zu übersehen. Die Bewusstlosigkeit hat sie zu dieser Vorsicht veranlasst. Fernando wollte bei diesem Test in Barcelona wieder fahren, und wir hätten nichts dagegen gehabt."

"Die Entscheidung nicht zu fahren, war nicht unsere, sondern die der Ärzte. Sie haben darauf hingewiesen, dass bei einem weiteren Unfall innerhalb einer kurzen Zeitspanne Hirnschäden auftreten könnten. Deshalb haben sie Fernando geraten, sich auszuruhen. Und daran halten wir uns." Was bedeutet das für den Saisonauftakt in Australien? Dennis sagt klipp und klar: "Wir sehen keinen Grund, warum Alonso dort nicht fahren sollte."

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